re:publica12: Demokratisierung des Filmemachens oder I Believe I Can Fly

Die Videos der re:publica 12 sind online, so starte ich mit einigen Blog-Posts zu auserwählten Sessions.

Die Session mit dem Titel „Cinema out of your backpack– Filmemachen ist demokratisiert“ wurde mit einem Trailer eines Kurz-Films gestartet, den ich seit dann schon unzählige Male weiterempfohlen habe. Dies, weil er sehr beeindruckend ist (am besten im Vollbild-Modus anschauen):

Der Film „I Believe I can Fly (flight of the frenchies)“ soll als Beispiel dienen, wie mit einfachen Mitteln professionelle Filme produziert werden können. Die Presenter erklären es wie folgt:

„Im Zuge der digitalen Revolution verschwimmen so die Grenzen zwischen den klassischen Berufsbildern des Films. Der Regisseur, Kameramann und Produzent in Personalunion ist zum ernsthaften Konkurrenten für die Profis der alten Schule avanciert. Nur eines lässt sich nicht demokratisieren: Talent. Und so stehen wir als diejenigen, die wir diese Bewegung mitgestalten wollen, vor der schwierigen Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies hat uns dazu angetrieben, das Filmfestival Cinema Out of Your Backpack zu gründen. Dabei sehen wir den neuen Produktionsrealitäten ins Auge und machen sie zur einzigen Regel: Sämtliches Equipment muss in einen Rucksack passen.“

Und darum ging es schlussendlich: Mit Equipment, das in einen Rucksack passt, gute Filme zu produzieren. Für mich war die Session Inspiration, mich dem Thema Film vermehrt zu widmen.

Was ich mitgenommen habe:

1. Storytelling: Es geht wie überall darum, die begehrte Aufmerksamkeit eines verwöhnten Publikums zu erhalten. Nur mit einer guten Idee ist das möglich.
2. Was weiter zählt: Neben dem Storytelling sind Ästhetik, Kameraführung und die Musik/Hintergrund entscheidend. Darauf sollte geachtet werden.
3. Genre Kurzfilme: In gewissen Kreisen schon länger ein Trend, waren mir qualitativ hochwertige, gute Kurzfilme noch viel zu wenig bekannt. Gemäss Definition ist ein Kurzfilm nicht länger als 30 Minuten lang. Ich werde später noch über Kurzfilme bloggen.
4. Wandel: Die Welt ändert sich, gerade auch im Film. Neue Arten von Finanzierung mittels Kickstarter oder anderen Crowd-Funding-Plattformen entstehen. Neue Formen der Distribution wie im eingangs erwähnten Film I believe I can fly (Download des Films in HD-Qualität für knapp Fr. 5.-) oder via distrify.com o.ä. verbreiten sich. Und natürlich werden  neue Plattformen für die Vermarktung entdeckt, neben Social Media z.B. auch Festivals wie das ebenfalls erwähnte cinema out of your backpack.

Gerade Punkt 4 gilt auch für die Musikindustrie. Aus aktuellem Anlass verlinke ich dazu einen offenen Brief von Andreas Von Gunten vom vergangenenen Wochenende: Lieber Reto Burrell: Dein Problem sind kaum illegale Downloads

Die ganze Session der re:publica12 kann hier auf youtube betrachtet werden:

PS: Neben dem Projekt cinema out of your backpack wurde kürzlich auch das Projekt Screening out of your backpack gestartet. Da geht es darum, mobil Kurz-Filme unter die Leute zu bringen und gesellschaftliche Klein-Events zu organisieren, bei denen man gemeinsam einen Film schaut. Auch eine gute Idee, mit dem Wandel mit kreativen Mittel klar zu kommen und die Verbreitung der eigenen Filme zu erhöhen.