Alternative Barcamp-Formate

Dieses Wochenende fand das Barcamp Bodensee statt. Neben tollen Menschen und vielen inspirierenden Gesprächen und Gedanken hat mich die Session über alternative Barcamp-Formate begeistert. Es geht darum, in welcher Form Leute gemeinsam etwas erarbeiten und lernen können.

Was ist ein Barcamp?

Bei einem Barcamp geht es darum, dass Menschen zusammen kommen und am Morgen gemeinsam eine Sessionplanung vornehmen. Das heisst, wer über ein Thema etwas weitergeben möchte oder gemeinsam etwas erarbeiten möchte, meldet sich und je nach Interessenten wird ein Raum mit passender Grösse und ein Zeit-Slot zugewiesen. Bei einem Themencamp ist das Thema eingeschränkt. Bei einem klassischen Barcamp, wie es das Barcamp Bodensee oder das Barcamp Schweiz (schon in die Mailing-Liste eingetragen?) ist, gibt es keine Einschränkungen bezüglich Themen. Das sieht man auch an den angebotenen Sessions (Programm beider Tage betrachten) des Barcamp Bodensee von diesem Wochenende.

Lightening Sessions

Spontan haben wir einen Track mit sogenannten Lightening-Sessions angeboten. Das heisst, dass die Sessions nicht wie üblich 45-60 Minuten dauern, sondern nur 15 Minuten. Optimal, um sich bei einem Thema kurz auszutauschen und gegenseitig zu informieren. Ich bin ein Fan von Lightening-Sessions, da damit die Hemmschwelle für die Beteiligung weiter sinkt. Es benötigt noch weniger bzw. keine Vorbereitung.

Weitere Spielarten

Abend-Veranstaltungen (z.B. 17-22 Uhr) können Alternativen sein, falls man nicht ganze Tage „barcampen“ will. Mehrere Sessions wären ich in einem solchen zeitlichen Rahmen möglich.

Ebenfalls wurde erwähnt, dass mit einer Keynote-Session ein gemeinsamer Input gemacht werden könnte, bevor dann wieder in kleinere Sessions aufgeteilt wird.

Spannend fand ich auch den Ansatz, mit einem Panel/Diskussion zu starten und dann gleichzeitig die Session-Planung zu machen, je nach dem, was für Themen zur Sprache kommen, welche von den Teilnehmern vertieft werden wollen.

Barcamps sind auch in kleinen Gruppen sinnvoll. Oliver hat schon Barcamps mit 15-20 Leuten organisiert (2 Slots). Das funktioniere sehr gut.

Hangouts, webinare und online-sessions

Eine grosse Diskussion war auch die Frage, ob man wirklich physisch zusammen kommen muss. Oder ob Hangouts/webinare eine Alternative wären. Erfahrungen haben gezeigt, dass so 1.5h im Büro auf dem Stuhl sitzen sehr anstrengend sein kann. Es gäbe zudem eine „Tourismus“: Leute zappen rein und wieder raus, der menschliche Aspekt fehlt. Funktionieren würde es wohl nur, wenn mit einer Art Datenbrille eine vollständige Beteiligung gegeben wäre (virtueller Raum projiziert o.ä.). Oder in ganz kleinen Gruppen.

Fazit

Die Session war für mich sehr inspirierend. Ich kann mir gut vorstellen, verschiedene Formen von Barcamps auch bei kleineren Gruppen oder ganz spezifischen Themen einzusetzen, um Wissen weiterzugeben, Erfahrungen auszutauschen und Neues zu lernen.

Wie immer bei Barcamps bleiben am Schluss die vielen Ideen und Inspirationen. Und der Wunsch, mehr davon umsetzen zu können.