Die Zuschauer-Typologie an einem Halbmarathon

Vergangenes Wochenende habe ich am jährlichen „Frauenfelder“ teilgenommen. Ursprünglich ein reiner Waffenlauf, ist es heute vor allem ein sehr populärer Marathon bzw. Halbmarathorn. Eine Klassifizierung der Zuschauer an den Strassenrändern ist naturgemäss schwierig. Trotzdem habe ich es aus Sicht eines Läufers versucht.

Der Bauer
Das sind vor allem Vertreter der etwas älteren Generation. Als Läufer bekommt man den Eindruck einer Kuh, die in der Herde einen vordefinierten Weg geleitet wird. Die Rufe sind entsprechend, wie wenn eine Horde Kühe gerufen würde: ohaha, uauaua etc.

Die Esoterikerin (meist weiblich)
Vertreter dieser Art stehen voller Bewunderung am Strassenrand. Gelegentlich schliessen sie die Augen und rufen innbrünstig: „Du schaffst das, sehr gut! Ich bin so stolz auf dich!“.

Die Mutter
Eine sehr engagierte Zuschauerin. Sie feuert alle Läufer an. Doch wenn zufällig ihr Favorit durchläuft (meist Sohn, Tochter oder sonst eng verwandt), wird sehr laut, innbrünstig und vor allem, entschuldigt die Widerholung, laut geschrien. Zudem wird ein Teil noch mitgelaufen. Engagement total.

Die Passiven (meist männlich)
Sie telefonieren, langweilen sich, sind meist wegen Frau oder Kind da. Generation verantwortungsvolle Väter.

Die Festbrüder
Diese sind auch als Läufer vorhanden. Sie machen aus allem einen Event. Sie sind treu, stehen jedes Jahr bei Wind und Wetter am selben Ort. Und sind gut ausgerüstet mit Speis und Trank. Manchmals läuft Musik. Manchmal tragen sie witzige Kostüme. Sie sind Teil des Happenings.

Die Normalos
Nun, es ist Sonntag Nachmittag. Sie haben schlicht nichts besseres zu tun, als an den Strassenrand zu stehen und sich beim Abmühen von Läufern zu amüsieren. Sie geniessen die Stimmung, während sie anderen beim Leiden zuschauen.

Wahrscheinlich gibt es noch weitere Kategorien. Ev. ergänze ich gelegentlich. Oder vielleicht schreibe ich nächstes mal über die Läufer-Topologie. Das wäre ebenso spannend.