Rückblick auf den Nationalfeiertag 2013

Am 1. August habe ich mir wieder einmal eine Rede angehört. Und zwar hat Abt Martin Werlen mit zwei Jugendlichen zusammen an der Bundesfeier in Zürich eine Ansprache gehalten. Die Alphornbläser, Fahnenschwinger, Bölllerschüsse und Jodler wurden nicht nur bei den Touristen sondern auch den zahlreich anwesenden Rentnern mit Augenwasser quittiert. Ich bin nur wegen der Ansprache gekommen, konnte mich aber auch kurz im nostalgischen Schwelgen in alten Zeiten erwischen. Während die Touristen zum Jodeln mit den Fingern geschnippt haben.

Die Ansprache von Jan Lobsiger (Stift Auszubildender bei der ZKB), Paula Stocker (Kanti-Schülerin) und Abt Martin wurde zum Thema „miteinander“ gehalten. Eigentlich eine gute Sache. Sind doch gerade unsere kleinräumlichen, föderalistischen Strukturen prädestiniert für das gegenseitige Helfen. Diese kleinen Aufmerksamkeiten im Alltag, das aufeinander achtgeben. Ohne, dass dies staatlich verordnet werden müsste oder könnte. Das ist für mich echte Solidarität. Und dies ist bei der Ansprache gut angekommen.

Die beschriebene Situation aus dem Alltag mit einem Betrunkenen Afrikaner im Zug hat ein anderes Licht auf das „miteinander“ geworfen. Es braucht auch Geduld, etwas Mut und vor allem eine offene Einstellung. Und so sei auch Zürich: Offen für Menschen. Soweit einverstanden. Nur hätte der Vollständigkeitshalber auch auf die Grenzen dieser Offenheit eingegangen werden sollen. Denn die gibt es immer und ausnutzen lassen wollen wir uns ja auch nicht. Und ob wir diese offene Einstellung von jedem Mitmenschen erwarten oder sogar einfordern dürfen, ist noch eine andere Frage.

Aber wie gesagt, grundsätzlich denke ich ähnlich wie die drei Referenten. Auf fremde Menschen zugehen, das Gespräch suchen und voneinander lernen. Ich mache das häufig und habe beinahe immer tolle Erfahrungen damit gemacht.