#rp13 Tag 2: Inspiration von Flop bis Top

re:publica Tag 2 – und es zeigt sich wieder einmal: Die Inspiration ist so vielfältig, dass ich gerne mehr Zeit für neue Web-Projekte einsetzen würde. So haben wir beispielsweise im kleinen Kreis über die völlig abwegige Idee gewitzelt, einen Podcast zu machen, in dem wir eine wöchentliche Twitter-Lesung durchführen.

Erneut wieder einen kurzen Rückblick über die Sessions, die ich am Tag 2 der #rp13 besucht habe.

Beginnen wir wieder beim Abendprogramm…

Begonnen hat der Abend wiederum vor der Station, bei interessanten Gesprächen. Weiter ging es dann mit dem traditionellen Steak Geek Dinner. Der Event wird wie folgt beschrieben:

Wir befinden uns im Jahre 2013 n. Chr. Die ganze Welt ist von den Veganer besetzt. Die ganze Welt? Nein! Ein von carnivoren Netzmenschen bevölkertes Event hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Veganer, die in den umliegenden Cafés mit Ihrem Soja Latte und Gemüsebratlingen sitzen.

So sind wir dann auch in diesem argentinischen Steak-Restaurant, das übrigens noch mit diversen Rabatten das Fleischessen sehr preiswert gemacht hat.

Zu den Sessions:

Teresa Bücker: Der Montag liebt dich

rp1302_unterschiedeEin durchzogenes Referat (aus meiner Sicht ein Flop). Ein gutes Referat, um nebenbei zu bloggen. Eine Feministin, die mir alles andere als aus dem Herzen spricht. Was ich mitgenommen habe:

  •   Abgelesene Referate machen auch am frühen morgen bei aller geistigen Fitness keinen Spass.
  • „Nicht das Angewiesensein auf andere als solches macht Menschen demnach unfrei, sondern Konformismus und Anpassungsdruck.“
  • Quoten
  • Über Unterschiede zueinander finden
  • Männer sind sowieso zu naiv, um das zu verstehen.

Catherine Barba: 10 tips to grow your Positive Entrepreneurial Energy

War leider noch durch bloggen abgelenkt. Hatte aber einen sehr guten Eindruck. Was mich besonders interessiert hat war das Thema Firmenkultur. Und die Ratschläge der Referentin, Positive Menschen einzustellen und diese zum Feedback zu motivieren. Hoffe, die Slides sind irgendwo irgendwann einmal noch verfügbar.

Andrew Rasiej: You Can Turn Off the Public Internet But You Can’t Turn Off the Internet Public

rp1302_openinternetEin Referat, um die ganze Entwicklung und Abhängigkeit, in die wir uns teilweise begeben, kritisch zu hinterfragen. Der Referent hat zuerst einen Überblick über die Entwicklungen in der ganzen Welt (Papstwahl, Studentneproteste Tel Aviv, Internetproteste Türkei, Free Pussy Riot, Haiti crisis mapping, Kickstarter etc.) gegeben. Um die „DNA des Internets“ nochmals in Erinnerung zu rufen. Danach ging es um Datenschutz, um Überwachung und die kritische Frage an das Publikum, ob wir überhaupt wüssten, was wir hier machen. Das führte dazu, dass Rasiej die Nutzungsbedingungen von Facebook runterscrollte um zum Schluss zu kommen, dass dies niemand liest geschweige denn wirklich versteht. Auch bezüglich Überwachung wurden durch Visualisierung der weltweiten Datenströme die Frage an das Publikum gestellt, wer sicher sei, dass seine Daten noch nie von einer staatlichen Instanz durchsucht worden sein. Niemand erhob die Hand. Wir sind nicht sicher oder eben sicher, dass unsere Daten auch schon von Geheimdiensten durchsucht wurden. Schlusssatz: „The open Internet depends on YOU!“. Wie wahr. Der Talk ist übrigens bereits auf youtube verfügbar.

Daniela Warndorf, Kiki Haas: Yarnbombing, Social Commerce und die Craftistas: Wie das Internet Crafting und Crafting unsere Gesellschaft verändert

rp1302_craftingSpannende Einblicke in die Welt des Strickens, Häckelns und allgmein der häuslichen Handarbeit. Der Titel (Yarnbombing) liess ja eine politische Richtung vermuten, was auch zutraf. So ging es auch um craftista (Craft + Activism). Aber auch, ganz unpolitisch, um den gesamten Markt. Wobei gemäss einer Umfrage 58% der deutschen Frauen über alle Alterskategorien hinweg Handarbeit betreiben. Wir bemerken das ja auch in unserem Alltag, dass besonders auch jüngere Frauen wieder in der Öffentlichkeit Stricken oder Häckeln. Interessant war auch der Hinweis auf Ravelry, eine Strick-Community.

Christine Heller, Jochen Mai: Personal Branding Kampagne: Wie der neue Job dich findet

Brechend voll war die Stage 5, als Christine Heller (@punktefrau) und Jochen Mai (@karrierebibel) über das Thema Personal Branding referierten und ihre Erfahrungen teilten. Mitgenommen: Eine solche Jobkampagne, wie sie die @punktefrau gemacht hat, funktioniert nur, wenn man bereits einen Blog hat und auch ein entsprechend ausgebautes Netzwerk an Lesern und Unterstützern. Dazu braucht es natürlich etwas Mut, Originalität und Frechheit, sowas durchzuziehen. Und der Grat zwischen Erfolg und totaler Blamage ist ziemlich schmal. Was mir weiter geblieben ist:

  • Wer erfolgreich anschreiben schriebt zeigt, dass er gut anschreiben schreiben kann. Es sagt aber nichts darüber aus, ob der Bewerber auch qualifiziert für den Job ist.
  • Bei einer solchen Bewerbung sin die Soft skills kein Thema mehr an Bewerbungsgesprächen. Es ist bereits alles bekannt.
  • Es geht um die Digitalisierung von Vitamin B. Das ist Jobsuche im eigenen Netzwerk. Jobs die nicht ausgeschrieben sind, der Graumarkt, kann so im digitalen Zeitalter bearbeitet werden.
  • Facebook sei inzwischen auch ein Job networks. Und nicht mehr nur etwas privates. (Anmerkung: Ich teile diese Ansicht. Jedoch eher, weil die Grenzen zwischen Beruf und Privat zunehmend verschwinden)

Weitere Informationen zu diesem spannenden Referat auch in den entsprechenden Blog-Beiträgen:

http://www.punktefrau.de/blog/2013/05/07/personal-branding-kampagne-wie-der-neue-job-dich-findet/

http://karrierebibel.de/bewerbung-2-0-so-kommt-der-job-zu-dir/