re:publica XI: Design Thinking

Vom 13. bis 15. April fand in Berlin die re:publica XI statt, die Konferenz über Blogs, Soziale Medien und die Digitale Gesellschaft. Etwas verspätet erscheinen auf diesem Blog einige Artikel dazu.

Die erste Keynote an der re:publica XI wurde von Philipp Schäfer zum Thema „Design Thinking“ gehalten und stand unter dem Zeichen: Design ist zu wichtig, dass wir es den Designern überlassen können. Der Referent ist mit dem guten Beispiel einer an Gicht erkrankten Frau eingestiegen. Und zwar hätten sie diese gefragt, ob sie Probleme beim Nehmen ihrer Medikamente hätte. Obwohl sie klar Nein sagte, wurde sie längere Zeit begleitet. Es resultierte die Einsicht, dass sie die Brotmaschine für die Öffnung der Medikamenten-Dosenflasche verwenden musste. Ein klassisches Beispiel eines Designs, das nicht so verwendet wird, wie es ursprünglich gedacht war. Kurz: es geht um die Frage: wie arbeiten die Menschen wirklich? Wissen wir, wie es im Alltag wirklich läuft? Die Antworten kriegt man nur durch eine Möglichkeit: raus zu den Leuten und beobachten.

Stichwortartig weitere Aussagen, die ich aufgefasst habe:
– Schon Einstein hat gesagt: Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.
– Design ist menschlich. Es muss sich an den Menschen orientieren.
– Für die besten Lösungen müssen viele Ideen generiert werden, viele davon weggeschmissen und viele Fehler gemacht werden.
– Stellen wir uns ernsthaft die Frage: Was ist die grösste Herausforderung unserer Zeit?
– Wir müssen Menschen verbinden und Netzwerke schaffen, um Probleme zu lösen. Aber: wo genau liegen die Stärken der Masse/Gemeinschaft? Und wo auch nicht?
– Geld ist nicht der richtige Motivator. Es ist die intrinsische Motivation und Kreativität. Leidenschaft zählt.
– Ideen wollen gesammelt und geteilt werden.
– Es braucht Plattformen, um gemeinsam an Herausforderungen zu arbeiten. Es braucht nicht nur das Bewusstsein sondern auch die konkrete Umsetzung.
– Beispiel openideo.com: Plattform fürs Ideensammeln im Netz
– Beispiel von design thinking: Human centered design toolkit

Fazit: viele waren enttäuscht von dieser Session. Trotz etlichem negativen Feedback habe ich das Thema und die Denkansätze jedoch sehr interessant gefunden. Der Referent ist rhetorisch gewöhnungsbedürftig. Was nicht heisst, dass er schlecht war.