Athen: Kurz berichtet

091017

Stichwortartig weitere Eindrücke aus der griechischen Hauptstadt:

  • Kanalisation: ist nicht so das wahre. Ich habe mich jedoch schon daran gewöhnt, dass das Klopapier in den Kübel daneben und nicht in den Abfluss gehört.
  • Zeit: ich gewisse Leute haben permanent 10-15 Minuten Verspätung haben. Ich kann es zwar ohne Probleme akzeptieren, aber nicht ganz nachvollziehen. Lösung ist, immer was zu lesen dabei zu haben.
  • Wurde gefragt, wo man in Athen Schokolade kaufen kann. Was man nicht alles erwartet. Noch lebe ich von swiss chocolate. Reicht voraussichtlich noch 1 Woche 🙂

Wir haben im Hotel einen Muslim (aus Usbekistan). Ich habe das Gefühl, mit ihm relativ gut auszukommen (im Gegensatz zu einigen Frauen) Auch bei aus meiner Sicht völlig wirren Ansichten versuche ich, den nötigen Respekt vor seiner Religion und Kultur zu bewahren. Denn darauf gründet hauptsächlich sein Weltbild. Und das ist doch ziemlich verschieden:

  • Die Stellung der Frau muss ich nicht erwähnen – ihre Aufgaben sind klar verteilt (Kinder erziehen, Haushalt). Er findet zwar auch, dass Frauen eine gute/hohe Bildung haben sollten. Aber nicht, um das Wissen für die Wirtschaft einzusetzen. Sondern um diese Bildung den Kindern weiterzugeben.
  • Er hat auf dem Laptop Bilder seiner Heimt gezeigt. Als Bilder an der Reihe waren, auf denen seine Schwester abgebildet war, musste ich weg. Er darf männlichen Personen keine Bilder seiner Schwester zeigen bzw. will es nicht. Frauen durften weitersehen. Ich habe kein Problem damit, verwundert hat es mich doch. Ein Mann zeigt nicht Bilder seiner Schwester vor anderen Männern (wenn sie es auf Facebook selber macht, sei das anscheinend etwas anderes).
  • Homosexualität ist schlicht illegal.
  • Er hatte eine Freundin. Er hat sie verlassen, obwohl er sie geliebt hat. Der Grund: sie hat ihm gesagt, dass sie nicht mehr Jungfrau ist. Ein absolutes nogo für ihn.
  • Er bewundert die Schweiz, Deutschland und Russland. Alle anderen Länder sind in seiner Ansicht weniger wert. Er kauft z.B. eine Digitalkamera nur in einem dieser Länder. Er glaubt, dass auch chinesische Hersteller ihre besten Produkte in diese Länder exportieren. Und nicht in sein Land.

Es gibt Leute, die versuchen mit ihm, darüber zu diskutieren und umzustimmen. Das bringt meines Erachtens nichts. Wir können anderen Leuten nicht unsere Kultur aufzwängen. Die Globalisierung bewirkt ganz automatisch, dass wir immer ähnlicher werden. Wenn auch gewisse Unterschiede bleiben, was ich absolut spannend finde. Ich versuche, ihn und seine Denkweise zu verstehen. Auch wenn mir das manchmal sehr schwer fällt.