Probleme eines Dealers

Am Samstag Abend war ich im Regionalzug zwischen Weinfelden und Frauenfeld. Dabei ist in Märstetten jemand eingestiegen, der ein Abteil hinter mir Platz genommen hat. Er telefonierte.

Es gibt ja Leute, die denken, sie seien die coolsten, wenn sie coole Telefonate mit coolen Leuten führen dürfen. Darum macht man das in der Öffentlichkeit und ja nicht zu leise (natürlich auch nicht zu laut, so dass nicht jedermann diesen/meinen Verdacht hegen würde).

Zurück zum Samstag. Diese Person hat auch ein Telefonat geführt, und zwar ging es um Drogen. Zuerst hörte ich Worte wie Ecstasy, Speed und LSD. Später stellte sich heraus, dass er gerade mit einem 32-jährigen Junkie aus Luzern am pläuderlen ist, der ihm Fr. 2000.- schuldet und nicht bezahlten kann/will. Der Dealer redet ihm ein, dass das nicht gehe, man könne nicht immer Schulden machen und diese nicht zurück zahlen. Beschuldigt ihn. Sagt, dass sein „Hirni“ vom Konsum kaputt sei. Dass er nicht mehr raffe, für was er sein Geld ausgebe. Dass er noch nie einen einen derartigen Junkie gesehen habe, und er habe schon im Niederdörfli, in Oerlikon etc. gewohnt. Dass sein Leben mit 32 Jahren kaputt sei. Und dann hat er während 15 Minuten mit ihm diskutiert, warum er nun sein Geld wirklich wolle.

Anschliessend hat er noch mit seinem Lieferanten gesprochen und gesagt, dass er das Geld vom Junkie erhalten werde. Aber wenn dieser (Junkie) so weitermache, habe er seinen Job auf dem Bau wohl bald nicht mehr, da er derart kaputt und abhängig von den Drogen sei.

Was mich erschreckt hat, neben dem Gespräch an sich; dass er das alles scheinbar ohne Probleme so in der Öffentlichkeit besprechen konnte. Ich verziche auf weitere Kommentare. Ich denke stark darüber nach, über die beteiligten Personen, deren Probleme und Situation.