Ireland: Schafe und Verkehrssicherheit

Am Wochenende haben wir erneut ein Auto gemietet und sind in den Norden der Republik gefahren (County Donegal). Einer unserer Lehrer bezeichnet die Region gerne als „besetztes Gebiet“. Meine Eindrücke:

  • Übernachtung: in einem alten Eisenbahnwaggon. Er wurde in ein schönes Zimmer umgebaut, mit Betten und einem Brünneli im Innern. (www.corcreggan.com)
  • Man muss es einmal erlebt haben: 20 Minuten hinter einer Schafherde zu fahren, natürlich im Schritttempo. Überholen kann man die Schafe nicht. Denn sie haben derart Respekt vor dem Auto, dass sie gleich beginnen zu rennen, aber nicht weichen würden. Und links und rechts ist zu wenig Platz (weder für Schafe noch für das Auto).
  • sheep

  • Verkehr: eines der grossen Probleme hier in Irland. Neben den täglichen Staus (es ist hier meist so, dass die Eltern die Kinder in die Schule fahren) steht es auch mit der Verkehrssicherheit nicht zum Besten. Jedes Wochenende sterben Menschen auf der Strasse (zu hohe Geschwindigkeit und Trunkenheit). Ausserorts auf den Nationalstrassen kann man zudem 100 Km/h fahren. Dafür kennen sie hier keine (richtungsgetrennten) Autobahnen.
  • Freundlichkeit: auch in Donegal sind die Leute sehr freundlich. Beispielsweise haben wir am Sonntag morgen wie gewohnt einen Sonntags-Spaziergang gemacht. Und da hat ein Fahrzeug angehalten und wir wurden gefragt, ob wir mitfahren wollen. Habe das noch nie erlebt, dass man dies ohne erhobenen Daumen gefragt wurde. Autostoppen ist hier auf der Insel sehr populär. Wir haben am Nachmittag auch einen älteren Herr mitgenommen. Er sagte, er habe kein Auto, er reise immer per Autostopp.
  • Hurling: am Sonntag war der Final. Und Galway hat verloren. Meine Hostmum hat mir gesagt, dass sie nicht unglücklich sei darüber. Denn sie hatte die Befürchtung, dass ihre Söhne sonst noch mehr trinken würden 😉 Wir waren ja unterwegs, aber die Situation in der City dürfte sowieso nicht gerade gut gewesen sein. Uns ist nur ein Krankenwagen entgegen gekommen. Vielleicht noch etwas allgemeines zum Trinken. Es wird hier oft als Tradition betrachtet und etwas verharmlost. Jedenfalls ist es Tradition, dass der Vater mit dem 6-7-jährigen Sohn das erste Mal in ein Pub geht und mit ihm das erste Pint Guiness trinkt. Natürlich beginnt der Sohn anschliessen nicht damit, regelmässig Bier zu trinken. Aber wir haben auch einmal in der Schule darüber gesprochen. Ein Lehrer meinte, die jungen Iren hätten das Mass total verloren. Für mich ist es noch schwierig, den Vergleich zur Schweiz zu ziehen. Aber die gesellschaftliche Akzeptanz ist hier wahrscheinlich schon etwas höher.
  • Kochkünste: wie bei den Briten hat die irische Küche (wenn es eine solche überhaupt gibt) keinen guten Ruf. Kartoffeln sind bei jedem Gericht dabei. Ich habe einmal gehört, dass etwa 60% der Iren schlicht nicht kochen können. Und sich etwa 40% regelmässig mit Fast-Food ernähren (subjektive Schätzungen). Irland hat darum auch eine eigene Fast-Food-Kette (www.supermacs.ie). Slogan: 100% irish 😉

Der nächste Trip haben wir eigentlich nach Belfast und Nordirland geplant. Aber dann habe ich die Bilder von den Strassenschlachten vom Weekend gesehen. Mit einem Auto wollen wir sicher nicht gehen, wahrscheinlich mit dem Bus. Doch wir haben uns entschieden, den Trip sicher um eine Woche zu verschieben. Besuchen möchte ich diese nicht ganz unpolitische Region aber trotzdem noch.