Welcome in Ireland

Nun bin ich bereits den zweiten Tag in Irland. Und da werde ich für die nächsten 2 Monate auch bleiben. Gestern war ein kleines Ziel, eine Internetverbindung zu finden. Und da habe ich erfahren, dass es an unserer Schule ein frei verfügbares Wireless-LAN-Netz gibt. Wer die Computer der Schule verwendet hat pro Woche 1h Guthaben. Man bekommt einen Account und kann eine Stunde damit arbeiten (inkl Internet). Sonst zahlt man €1 für jede weitere halbe Stunde. Mit dem eigenen Laptop hat man unbeschränkte, kostenlose Möglichkeiten 🙂

Kurz zu ersten Erfahrungen/Erlebnissen:

  • Beim Busfahrer will ich ein Ticket nach Galway kaufen. Bereits komme ich das erste Mal mit dem irischen Dialekt in Kontakt. Bei seinem „ediöro“, das extrem schnell gesprochen wird, muss ich 2 mal nachfragen, bis ich es verstehe (€18).
  • Verkehr zum Ersten: natürlich links. Immer wieder ein Umgewöhnen. Das heisst, beim Überqueren von Strassen zuerst rechts zu schauen und erst dann los zu laufen (normalerweise sind wir ja bereits halb in der Strasse wenn wir auf die andere Seite schauen, was gefährlich werden kann).
  • Verkehr zum Zweiten: in Dublin habe ich ein innovatives Lichtsignal entdeckt. Mit einem Countdown, wie lange es noch dauert, bis es grün wird. Rein psychologisch sicher wertvoller als ein oranges Licht (siehe Bild).
  • lichtsignal in dublin

  • Rauchverbot: Irland hat eine hartes Rauchverbot. Nur in den eigenen vier Wänden und auf der Strasse darf geraucht werden. Auch die Pubs sind komplett rauchfrei. Die Raucher müssen extra auf die Strasse um zu rauchen. Die Pubs sind übrigens noch recht cool, hat viele mit Live-Music am Abend (einheimische Rockbands, Coverbands, traditionelle irische Musik). By the way: ein Päckli Zigaretten kostet €6.40, also knappe Fr. 10.-.
  • Hier in Galway sind sie ziemlich stolz auf ihr (Meer-)Wasser. Als ich fragte, ob das Wasser vom Hahnen trinkbar sei, meinte meine Hostmum, es sei das Beste Wasser in der Region und wirklich gut. Nach dem ersten Schluck hatte ich dann diesen Chlor/Chemie-Geschmack im Mund. Was würde sie zu unserem Bodensee-Wasser sagen? Das Beste der Welt? Nunja, Hauptsache trinkbar und nicht tödlich ;-).
  • Noch eine persönliche Beobachtung: Alle meinen, ich sei ein Spanier. Wenn es gut kommt bzw. die zweite Antwort ist dann meist Italiener.
  • Irland hat ein Wirtschaftswachstum von 5%. Und gestern habe ich in der lokalen Zeitung einen Artikel darüber gelesen. Die Aussage: das sei gar nicht soo gut, der „Celtig Tiger“ (gemeint ist die irische Wirtschaft) sei noch nicht zurück. Im europäischen Vergleich zwar schon, aber verglichen mit der Hausse Ende der 90er sei das ein „Mini-Boom“. Der Autor erklärte dann die Unterschiede (Verhalten von Arbeitgeber/Arbeitnehmer/Headhunter etc.), erwähnte aber, dass weiterhin in allen Sektoren Arbeitsplätze frei seien. In der Schweiz wären wir jedenfalls mit der Hälfte dieses Wachstums schon mehr als zufrieden (die Presse jubelt ja schon, wenn Bundesrat Merz von 2% spricht, aus denen dann real 0%-0.5% werden).
  • Eine weitere, politische Aktualität ist das sog. „Rossport five“. Diese beiden Worte beschreiben ein Grundstück, auf dem ein Bauer Widerstand gegen den grossen Ölkonzern Shell leistet. Und zwar will Shell eine Pipeline durch sein Grundstück bauen, was dieser nicht so eine gute Idee findet. Am Samstag findet eine Ralley statt (Demonstration durch verschiedene Städte), die auch in Galway halt macht. Es ist eine „Demonstration für Gerechtigkeit“, wie die Organisatoren auf ihren Flugblättern schreiben. Merkwürdig: ich sehe diese Plakate immer irgendwo (z.B. Strassenlampe), und wenn ich einige Stunden später wieder daran vorbei gehe, sind die Plakate weg.
  • Allgemein kann ich sagen: es gefällt mir. Man kann viel lernen. Die politische Lage habe ich noch nicht ganz durchschaut. Beispielsweise habe ich einen Leserbrief gelesen, in dem von mangelnder Demokratie gesprochen wird, was ich mir zurzeit noch nicht erklären kann.