Lola rennt

Einer der besten deutschen Filme ist meines Erachtens „Lola rennt“. Obwohl bereits einige Jahre alt (1998), nach wie vor ein genialer Film.

Es geht um einen Wendepunkt im Leben von Lola. Ihr Freund Manni hat 100’000 Mark verloren, sein Boss will das Geld in 20 Minuten zurückhaben. Manni will ein Geschäft ausrauben. Lola muss sich entscheiden. Sie muss handeln, reagieren. Was soll sie machen? Im Film werden 3 verschiedene Szenarien dargestellt. Bei den ersten beiden stirbt entweder sie oder ihr Freund Manni, die dritte Version ist das Happy-End. Interessant ist nun, dass alles Auswirkungen auf das Leben anderer hat. Die Aktionen der anderen Personen haben wiederum Auswirkungen auf die Möglichkeiten von Lola. Schlussendlich sieht man, dass die ganze Welt zusammenhängt.

Gut werden auch die anderen Personen dargestellt. Beispielsweise die erste Frau, die Lola beim vorbeirennen streift. Gerade danach wir das weitere Leben dieser Frau in kurzen Sequenzen abgespielt. Man sieht, jeder ist in der selben Situation. Und auch unsere Taten haben Auswirkungen auf das Leben der anderen.

Oder der Mann mit dem Fahrrad. Er fragt die rennende Lola, ob sie sein Fahrrad wolle. Sie lehnt ab. In kurzen Fotos sehen wir danach sein weiteres Leben, er wird er von anderen Personen (den Eigentümern des Fahhrads?) zusammengeprügelt. Er lernt daraufhin (im Spital?) eine Frau kennen, sie heiraten. Wenn Lola das Angebot angenommen hätte, hätte sein Leben ganz anders ausgesehen.

An dieser Stelle kann noch auf den sogenannten Butterfly-Effekt verwiesen werden. Dieser sagt aus, dass ein einziger Flügelschlag eines Schmetterlings das Wetter für immer verändern kann (http://en.wikipedia.org/wiki/Butterfly_effect)

Wenn wir uns überlegen, welche Auswirkungen unsere alltäglichen, kleinen Entscheidungen haben, sieht man, wie komplex unserer Welt ist. Das Ablehnen oder Annehmen eines Angebots kann diese Welt verändern. Lola rennt zeigt deutlich und spannend auf, zu was Zeit und Zufall fähig sind.