Gedanken zum Rauchverbot
In Irland wird in Restaurants und Pubs nicht geraucht. Die Leute gehen nach draussen. Ich habe mir sagen lassen, dass dies den Zusammenhalt und die sozialen Kontakte unter den Rauchern verbessere. Vorstellen kann ich es mir noch. Wenn man einer (diskriminierten) Minderheit angehört und sich dann in dieser Minderheit versammeln kann, gibt das ein bestimmtes Gruppengefühl.
Persönlich habe ich meine Meinung in den letzten Jahren geändert. Konsequenterweise war ich einige Zeit “eher” gegen ein Rauchverbot. Doch ich denke, manchmal darf man auch aus ganz subjektiven Gründen von der eigenen Linie abweichen. Das heisst in diesem Fall: ein staatliches Rauchverbot fordern.
Eine Konsequenz des Rauchverbots ist mir jedoch aufgefallen: wenn die Zeit vorrückt, die Stimmung ausgelassener und die Innentemperatur der Pubs steigt, beginnt man die menschlichen Düfte zu riechen. Nun jetzt stellt sich die Frage, was schlimmer ist. Für mich ist der Fall klar: der Rauch. Denn der ist überall, auch Stunden danach.
Heute habe ich mit jemandem über das Rauchverbot diskutiert. Er meinte, falls es in der Schweiz komme, müsste man eine Art Raucherstäbchen entwickeln, die genauso stinken würden. Damit könnte man das Verbot nutzlos machen. Und eine gute Geschäftsidee wäre es allemal. Naja, ich zweifle daran und nehme die Anregung mit Humor.
PS: Ausgang ist in Cork/Irland nicht bis in die frühen Morgenstunden möglich. Letzer Bus: 23:15. Wer das Taxi nimmt, kann bis 2pm feiern. Denn dann ist spätestens für jedes Lokal schluss. Alle Pubs werben zwar mit Öffnungszeiten “till late”. Doch “late” ist nur ein Synonym für 2pm. Aber es gibt ja immer noch die Strassenmusikanten, die nach den Pubs Hochbetrieb haben. Auch bei strömendem Regen wird noch etwas auf der Strasse rumgetanzt, dann in der nächsten Fastfood-Kette ein Burger verdrückt bevor es nach Hause geht. Das ist der irische Lebensstil