Werbung: Auffallen für Gewürz

Es ist wahrscheinlich noch schwierig, für ein Gewürz Werbung zu machen. Ob jetzt billig oder nicht: Hauptsache, es fällt irgendwie auf…

Es ist wahrscheinlich noch schwierig, für ein Gewürz Werbung zu machen. Ob jetzt billig oder nicht: Hauptsache, es fällt irgendwie auf…
Letzte Woche wurde in der Thurgauerzeitung eine ganze Seite mit Stellengesuchen abgedruckt. Abgesehen von dieser Aussergewöhnlichkeit ist ein Inserat besonders aufgefallen. Es ist nicht von einem amtierenden Bundesrat, sondern von einem zukünftigen:
Kürzlich ist mir ein Bild in die Hände gekommen, das ich während dem WK im Bündnerland gemacht habe. Und bemerkt, dass ich noch gar nicht darüber gebloggt habe. Und zwar hat ein Wirt jemanden (ursprünglich Geschlechtsneutral) für den Service gesucht:
Schwarz durchgestrichen sind die beiden Worte “einen oder” und der Schrägstrich am Schluss (vor in). Es ist klar: er hat sichs nochmals überlegt und will jetzt definitiv eine Frau. Und nein, ich fühle mich nicht diskriminiert.
Seit das Flyer-Drucken nicht mehr so teuer ist, macht das (fast) jeder Chüngelizüchterverein. Und diese Flyers liegen bei uns dann in den Pausen jeweils herum. Kürzlich z.B. diesen hier:

Man betrachte einmal den Titel. Ungeübte Leser brauchen da sicher eine halbe Ewigkeit, um das zu verstehen. Dann: was soll der a nach dem dritten ä? Ok, kann man vielleicht mit dem Dialekt begründen. Aber trotzdem: ich fände richtiges Schriftdeutsch ansprechender. Ist aber bestimmt ansichtssache. Vielleicht mache ich mir auch zuviele Sorgen um unser standardisiertes, allgemein verständliches Kommunikationsmittel.
Zum Glück habe ich noch nie ein schweizerdeutsches Blog gesichtet. Entweder gehöre ich nicht zu deren Zielpublikum oder es gibt sie wirklich nicht.
Die Kampagne um Schengen ist in vollem Gange. Dabei fällt auf, dass die Befürworter zunehmend den Stil der Gegner kopieren. Hier zwei Beispiele.
Zuerst erschien:

Nach einigen Tagen:

Ein weiteres Beispiel.
Zuerst erschienen:

Danach:

Hmm. Täuschend echte Ähnlichkeit. Ob der Stimmbürger solche Inserate überhaupt noch wahr nimmt? Oder den Unterschied bemerken würde, ob jetzt ein Ja oder Nein darunter steht? Ich denke nicht.