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Gräppelensee

Wir sind heute im Obertoggenburg ein wenig gewandert, konkret zum Gräppelensee (Region Unterwasser/Alt St. Johann). Das Wetter war herrlich.

gräppelensee
Der Gräppelensee

blick auf säntis
Blick auf den Säntis

obertoggenburg
Obertoggenburg

Nach einem solchen Tag sehe ich jeweils, warum wir uns Bauern leisten sollten…

Nordirland: Belfast und Derry

Am Wochenende waren wir in den beiden nordirischen Städten Belfast und Derry. Obwohl in den Medien Belfast öfters erwähnt wird, hat Derry eine ebenso bewegte Geschichte. Der 30. Januar 1972 ist beispielsweise als “Bloody Sunday” in die Geschichte eingegangen. Es war ein furchbarer Tag voller Gewalt, er hat 14 Todesopfer gefordert.

Belfast haben wir am Samstag besucht. Mit einem Taxi haben wir eine Tour durch die Stadt gemacht. Die Unterschiede zwischen protestantischen Strassen und katholischen sind meist durch die Flaggen sichtbar, die draussen hängen (protestantisch = pro Britisch, katholisch = pro Irisch). Ein weiterer Unterschied ist die Beschriftung der Strassen. In katholischen Gebieten ist der Name der Strasse meist in zwei Sprachen (englisch und irisch) angeschrieben. Manchmal ist eine Strasse auch zweigeteilt (Anfangs katholisch, danach protestantisch). In der Mitte hat es dann einen Turm mit hochauflösenden Kameras der Polizei. Das sind heikle Stellen, an denen es jeweils Ausschreitungen gegeben hat. Die Gebiete sind auch mit hohen Zäunen getrennt. So sind wir durch eine Strasse gefahren und hinter der einen Häuserreihe sieht man einen hohen Zaun. Gewisse (Quartier)Strassen werden in der Nacht immer noch für den Verkehr geschlossen.

Der Taxifahrer in Belfast hat uns einige Informationen geben können. Zum Zusammenleben meinte er, dass es nicht mehr so schlimm sei. Für ihn spiele das politisch keine Rolle. Zwar seien die Schulen und auch teils Vereine strikt nach Konfession getrennt. Aber sein Sohn habe auch eine katholische Freundin (er ist Protestant). Was bei uns überhaupt kein Thema ist, wird hier zwar nicht zwingend als Hindernis, aber doch als klarer Gegensatz betrachtet.

Murals (Wandmalereien) hat es an sehr vielen Häusern. Und das sind wahrliche Kunstwerke (siehe Gallery). Meist erinnern sie an ermordete Menschen und tragische Schicksale. Sie erinnern auch daran, dass wir hier von einem schrecklichen Krieg sprechen.

Am Sonntag waren wir in Derry. Schon bei der Benennung dieser Stadt gibt man unbewusst eine Information über die eigene Konfession. Denn die Protestanten nennen diese Stadt immer noch Londonderry, wie sie von den Briten im 17. Jahrhundert umbenannt wurde. Während die Katholiken den (offiziellen) Namen Derry verwenden. Von den 115’000 Einwohnern sind ca. 85% Katholiken. Die Stadt ist in zwei Teile, die Westbank und die Ostbank geteilt. In der einen Leben die meisten Katholiken, im anderen Stadtteil hat es einen Anteil von ca. 60% Protestanten. Wie schon erwähnt hat es hier starke Ausschreitungen gegeben, mit den letzten Todesopfern im Jahre 1996. Als die Briten in die Stadt eingedrungen sind, haben sie eine Mauer errichtet. Die Protestanten haben sich dadurch von den Katholiken abgeschottet. Dieser Teil der Stadt liegt auf einem Hügel. Und dort hat es einen grossen Checkpoint der Polizei. Ein riesiger Turm mit hochauflösenden Kameras kann einen grossen Teil der Stadt überwachen, besonders auch die heiklen (katholischen) Gebiete.

Oft liest man an den Wänden von der R-IRA. Damit ist “Real IRA” gemeint. Seit die eigentliche IRA aufgelöst und via Sinn Féin politisch eingebunden wurde, hat sich in der extremistischen Ecke ein Macht-Vakuum gebildet. Die R-IRA will weiterhin mit militanten Mitteln und Gewalt die Briten “vertreiben”.

rira

Unser Führer in Derry ist etwas über 50 Jahre alt und hat den ganzen Konflikt hautnah miterlebt. Er ist Katholik und war bei den wichtigen Märschen stets dabei. Er hat uns erzählt, wie sie an diesem verhängnisvollen 30. Januar 1972 aus der Kirche gekommen seien und draussen die britische Armee gewartet habe. Ein eindrückliches Mural zeigt die Porträts der 14 Todesopfer von diesem Sonntag (siehe Gallery). Besonders bewegend ist das Alter, 6 davon waren 17 Jahre alt, der älteste 59. Auch hat es einmal einen Fall gegeben, bei dem ein 15 Jähriger Junge von der britischen Armee erschossen wurde. Auch hier erinnert ein Mural daran. Unser Führer hat viele der Toten gekannt. Er hat uns erzählt, wo wieviele Menschen gestorben sind, und mit welchen er zur Schule gegangen ist oder welches gute Kollegen waren.

Was für Nordirland das Beste wäre, da gehen die Meinungen auseinander. Der Taxifahrer in Belfast meinte, weder die Briten noch die Iren mögen die Nordiren. Am Besten würden sie eine eigene, unabhängige Nation gründen. Meine Hostmum meinte, eine Vereinigung wäre das Beste (eine Insel, eine Nation). Einer meiner Lehrer denkt, dass dies eine Illusion sei. Der ganze Konflikt dauert nun beinahe 800 Jahre und sei zu tief verwurzelt in den Menschen. Die Briten, die seit Generationen in Nordirland leben, würden sich dagegen wehren.

Auch habe ich das Gefühl, dass die Religion nicht die wirkliche Ursache des Konflikts ist. Es ist einfach das einzige Merkmal, das die Leute hier voneinander unterscheidet. Kaum vorstellbar für uns, dass ein solcher Konflikt im 21. Jahrhundert in Europa noch existiert.

Ireland: Strassenverkehr etc.

Mit einer Kampagne werden die Autofahrer darauf aufmerksam gemacht, wie viele Menschen auf gewissen Strecken in Irland sterben. Alle grossen Routen haben ein solches Schild:

killed people

Ansonsten übertreiben sie es etwas mit den Schildern und Hinweisen auf der Strasse. Vor jeder zweiten Kurve hat man leuchtende Pfeile, die man in der Schweiz nur an gefährlichen Stellen erwarten würde. Auch mit dem Wort ‘slow’ gibt es unzählige Schilder, oft ist das Wort auch auf die Strasse gemalt. Habe selber bemerkt, dass man mit der Zeit nicht mehr auf die Schilder “vertraut”, sondern nur noch auf sich selbst.

Bevor eine Sicherheitslinie beginnt hat es auf der Gegenfahrbahn Pfeile, die nach links zeigen. Dachten zuerst, es sei für falsch fahrende (=rechts fahrende) Touristen ;-) Wahrscheinlich aber nur ein Hinweis, dass man nun die Spur wechseln sollte.

Auch gibt es Kampagnen mit einem Jungen, der von der Plakatwand für vorsichtiges Fahren Werbung macht.

Weitere interessante Schilder sind z.B. “Prepare to stop” (erscheint natürlich einige Meter vor einem Stop). Oder schlicht: “drive safe” (keine Werbung, sondern offizielles Strassenschild) ;-)

Dann gibt es noch die “lustigen” Parkverbote bzw. Erlaubnisse. Ein P auf weissem Grund, umgeben von einem roten Kreis (in CH normalerweise ein Verbotsschild) bedeutet hier: man darf parken. Wenn dieses Schild durchgestrichen ist = Parkverbot.

Am Wochenende waren wir noch im Meer (ziemlich kalte Angelegenheit). Der Zugang zum Strand war mit Hinweisschildern bedeckt, die besagten, dass gefilmt werde. Jedenfalls sind wir trotzdem in die Wellen gegangen. Nach einer Zeit entdecken wir jemand, der vom Strand aus Photos von uns machte (mit einer professionellen Kamera). Anschliessend wollte er, dass wir eine Erklärung unterschreiben und ihm die Rechte für die Photos überlassen. Er photographierte für Irland-Tourismus und meinte, es hätte schöne Bilder für zukünftige Broschüren gegeben. Auch sahen wir Pferde am Strand entlang reiten (so halb im Wasser). Wahrscheinlich wurde ebenfalls für die Tourismusförderung etwas Material produziert…

Mit dem Essen kann ich sehr zufrieden sein. Einige meiner Kollegen können die Kartoffeln nicht mehr sehen. Ich bekomme zwischendurch auch Pasta, Fleisch, Gemüse etc. Kann mich also nicht beklagen. Ein Kollege aus Luzern wünscht sich zurzeit nichts sehnlicher als ein Wienerschnitzel. Und ein Italiener aus unserer Klasse hat die Iren als Kriminelle bezeichnet. Pizza in der Mikrowelle oder Lasagne mit Kartoffeln wild gemischt, sowas schmerzt einem Italiener :-) Wie gesagt, ich bin von solchen Dingen bis jetzt verschont geblieben.

Am Wochenende waren wir auch auf dem höchsten Berg Irlands (“nur” etwas über 1000 Meter). Die Aussicht war genial. Und die Einheimischen wurden in ihren Klischees bestätigt, dass Schweizer Berge mögen.

Ireland: Schafe und Verkehrssicherheit

Am Wochenende haben wir erneut ein Auto gemietet und sind in den Norden der Republik gefahren (County Donegal). Einer unserer Lehrer bezeichnet die Region gerne als “besetztes Gebiet”. Meine Eindrücke:

  • Übernachtung: in einem alten Eisenbahnwaggon. Er wurde in ein schönes Zimmer umgebaut, mit Betten und einem Brünneli im Innern. (www.corcreggan.com)
  • Man muss es einmal erlebt haben: 20 Minuten hinter einer Schafherde zu fahren, natürlich im Schritttempo. Überholen kann man die Schafe nicht. Denn sie haben derart Respekt vor dem Auto, dass sie gleich beginnen zu rennen, aber nicht weichen würden. Und links und rechts ist zu wenig Platz (weder für Schafe noch für das Auto).
  • sheep

  • Verkehr: eines der grossen Probleme hier in Irland. Neben den täglichen Staus (es ist hier meist so, dass die Eltern die Kinder in die Schule fahren) steht es auch mit der Verkehrssicherheit nicht zum Besten. Jedes Wochenende sterben Menschen auf der Strasse (zu hohe Geschwindigkeit und Trunkenheit). Ausserorts auf den Nationalstrassen kann man zudem 100 Km/h fahren. Dafür kennen sie hier keine (richtungsgetrennten) Autobahnen.
  • Freundlichkeit: auch in Donegal sind die Leute sehr freundlich. Beispielsweise haben wir am Sonntag morgen wie gewohnt einen Sonntags-Spaziergang gemacht. Und da hat ein Fahrzeug angehalten und wir wurden gefragt, ob wir mitfahren wollen. Habe das noch nie erlebt, dass man dies ohne erhobenen Daumen gefragt wurde. Autostoppen ist hier auf der Insel sehr populär. Wir haben am Nachmittag auch einen älteren Herr mitgenommen. Er sagte, er habe kein Auto, er reise immer per Autostopp.
  • Hurling: am Sonntag war der Final. Und Galway hat verloren. Meine Hostmum hat mir gesagt, dass sie nicht unglücklich sei darüber. Denn sie hatte die Befürchtung, dass ihre Söhne sonst noch mehr trinken würden ;-) Wir waren ja unterwegs, aber die Situation in der City dürfte sowieso nicht gerade gut gewesen sein. Uns ist nur ein Krankenwagen entgegen gekommen. Vielleicht noch etwas allgemeines zum Trinken. Es wird hier oft als Tradition betrachtet und etwas verharmlost. Jedenfalls ist es Tradition, dass der Vater mit dem 6-7-jährigen Sohn das erste Mal in ein Pub geht und mit ihm das erste Pint Guiness trinkt. Natürlich beginnt der Sohn anschliessen nicht damit, regelmässig Bier zu trinken. Aber wir haben auch einmal in der Schule darüber gesprochen. Ein Lehrer meinte, die jungen Iren hätten das Mass total verloren. Für mich ist es noch schwierig, den Vergleich zur Schweiz zu ziehen. Aber die gesellschaftliche Akzeptanz ist hier wahrscheinlich schon etwas höher.
  • Kochkünste: wie bei den Briten hat die irische Küche (wenn es eine solche überhaupt gibt) keinen guten Ruf. Kartoffeln sind bei jedem Gericht dabei. Ich habe einmal gehört, dass etwa 60% der Iren schlicht nicht kochen können. Und sich etwa 40% regelmässig mit Fast-Food ernähren (subjektive Schätzungen). Irland hat darum auch eine eigene Fast-Food-Kette (www.supermacs.ie). Slogan: 100% irish ;-)

Der nächste Trip haben wir eigentlich nach Belfast und Nordirland geplant. Aber dann habe ich die Bilder von den Strassenschlachten vom Weekend gesehen. Mit einem Auto wollen wir sicher nicht gehen, wahrscheinlich mit dem Bus. Doch wir haben uns entschieden, den Trip sicher um eine Woche zu verschieben. Besuchen möchte ich diese nicht ganz unpolitische Region aber trotzdem noch.

Ireland: Beautiful Connemara!

An meinem dritten Wochenende hier in Irland haben wir zu viert ein Auto gemietet und sind in die Gegend nordwestlich der Insel gefahren. Die Region heisst Connemara und ist von der Natur her atemberaubend (siehe Gallery). Wir sind am Freitag Abend losgefahren und haben zwei Nächte in Jugendherbergen verbracht. Hier einige Details:

  • Links fahren: bin nun auch einmal links herumgefahren. Man gewöhnt sich relativ schnell daran. Die Konzentration darf trotzdem nicht nachlassen, ansonsten passieren schnell Fehler. Aber wir sind schadenfrei geblieben :-)
  • Schafe: gibt es bestimmt mehr als Menschen in dieser Gegend. Die Schafe laufen frei herum. Wenn man fährt muss man ständig damit rechnen, dass sich ein Schaf auf der Strasse befindet. Freitag Nacht haben wir ein totes Tier auf der Strasse gesehen, man muss die Geschwindigkeit immer etwas anpassen.
  • Freundlichkeit: die Leute sind sehr freundlich. Beispielsweise wird man, wenn man nicht gerade auf der Hauptstrasse fährt, von allen entgegenkommenden Autos gegrüsst. Nette kleine Geste. Auch die Besitzer der Jugendherbergen sind ganz freundliche Leute, die das Betreiben dieser Unterkünfte mehr als karitative Arbeit betrachten. Überleben könnten sie damit jedenfalls nicht.
  • English: unsere kleine “Reisegruppe” bestand aus 4 Schweizern. Trotzdem haben wir uns konsequent in English unterhalten, was zu einer lustigen Situation führte. Und zwar sind am Samstag Morgen 2 Reisende bei der Jugendherberge angekommen. Später stellte sich heraus, dass er ein Deutscher und sie eine Schweizerin ist. Etwas irritiert haben sie zur Kenntnis genommen, dass wir weiterhin Englisch gesprochen haben. Wir haben ihn dann gefragt, wie lange er für eine bestimmte Wanderung gebraucht hat. Er hat anschliessend seine Freundin auf Deutsch gefragt und diese hat auf Deutsch geantwortet. Er hat uns dann die Antwort (unbewusst) auf English repetiert (=übersetzt). Doch das ganze ist in der Diskussion untergegangen, habe das erst im Nachhinein realisiert.
  • Morgen: wir waren zu zweit, die den Morgen jeweils “genutzt” haben. Am Samstag sind wir auf einen Berg gestiegen und haben den Sonnenaufgang betrachtet. War eine etwas windige Angelegenheit, aber absolut lohnenswert. Auch am Sonntag Morgen haben wir einen kleinen “Morgenspaziergang” gemacht. In der Natur von Connemara eine gefreute Sache.
  • connemara

  • Holy mountain (Croagh Patrick): Auf- und Abstieg auf diesen Berg dauerte etwa 3 Stunden. Aber es war es wert. Man hatte einen wunderbaren Überblick über die gesamte Region. Auf dem Berg hat es sogar eine kleine Kirche (siehe Bild in der Gallery). Für die Pilger hat es Tafeln, mit denen man noch bestimmte Gebete sprechen und sonstige Dinge machen könnte.
  • Den National Park haben wir ebenfalls besucht. Aber man darf daraus nicht schliessen, dass es hier etwas besonderes im Vergleich zu den anderen Plätzen gäbe. Unglücklicherweise waren auch noch viele Pfade gesperrt. Doch haben trotzdem eine schöne, kleine Wanderung absolviert.
  • Wir haben natürlich weitere interessante Plätze an diesem Wochenende besucht (z.B. Das Killary-Fjord, die Achill-Island, die Städte Westport, Cong, Cliften etc.). Es war ein sehr erlebnisreiches Weekend mit der Gewissheit, “real Ireland” gesehen zu haben.

Ireland: Wetter

Da es in der Schweiz anscheinend auch wieder besser ist, getraue ich mich, die Impressionen von heute morgen zu posten. Normalerweise ist es hier zwar bevölkt. Aber dann gibt es diese Tage, die wunderbar sind. Hier einige Pics von heute morgen, ca. 06:30 in Galway:

sunrise 1

sunrise 2

Sunrise 3

Übrigens: solches Wetter am morgen heisst nicht, dass es 2 Stunden später nicht extrem stark regnen kann. Alles schon erlebt ;-)

Ireland: Trip vom Samstag

  • Ladenöffnungszeiten: sind sehr liberal. Es kann auch am Sonntag gearbeitet werden. Die Läden haben teils auch offen. Nachteil: man weiss nicht immer sicher, wer jetzt wie lange offen hat. Dafür haben die Geschäfte grösste Freiheit.
  • Burren: eine berühmte Gegend in Irland. Wir sind am Samstag daran vorbeigefahren. 95% der Bevölkerung dort ist katholisch. Und einen öffentlichen Verkehr gibt es dort nicht. Ohne Auto ist man also ziemlich verlassen bzw. kommt nicht so leicht dort hin. Aber die Landschaft ist genial.
  • burren

  • Cliffs of Moher: waren wir ebenfalls am Samstag. Eine eindrückliche Gegend. Die Klippen waren überhaupt nicht abgesperrt. So konnte man wirklich bis an den Rand gehen und sich auch hinlegen und über die Klippen hinunterschauen. Dabei sind einige Fotos entstanden.
  • cliffs of moher

  • Irischer Humor: letzte Woche ist im Bekanntenkreis meiner Hostfamily ein kleiner Joke herumgegangen. Und zwar hat Catherine (Hostmum) von einer Kollegin ein SMS erhalten mit der Meldung, dass ein Anbieter 1000 Mobiltelefone verschenke, um eine neue Funktion im Mobilfunk-Netz zu testen. Man müsse nur eine Gratisnummer anrufen. Jedenfalls hat sie das SMS an alle in ihrem Adressbuch weitergeleitet. Es hat sich dann herausgestellt, dass das eine Nummer einer Beratungsstelle für Errektionsstörungen ist. Den ganzen Abend hat das Telefon geläutet und die “verarschten” haben ihre Erlebnisse berichtet. Und alle fanden das seeeehr lustig ;-) (Der Callcenter-Mitarbeiter auf der anderen Seite vielleicht weniger).
  • “Irische” Minuten: so wahnsinnig genau nimmt man es mit der Zeit hier nicht. Der Busfahrer am Samstag hat jeweils von 10 “irischen Minuten” gesprochen, bis es weiter geht. Das bedeute, dass er uns am anderen Tag abholen komme. Es wurden dann 27 Schweizer Minuten daraus;-) Vorgestern Sonntag hatte mein Bus auch 30 Minuten Verspätung. Wenn man noch die 20 Minuten dazu rechnet, die ich zu früh an der Busstation war, hatte ich eine Wartezeit von 50 Minuten. Aber eben, am Sonntag nicht so tragisch.
  • Schulbeginn: ist am 1. September (ja, richtig gelesen). Und zwar haben die Schüler hier 2 Monate (Juli und August) Sommerferien. Und einige Schulen würden Wert darauf legen, dass der Schulbeginn traditionsgemäss am 1. September erfolgt. In diesem Jahr halt ein Donnerstag.
  • Japaner zum Ersten: am Freitag hatte ich das Vergnügen mit einem japanischen Windows. Und zwar wollte eine Schülerin das Wireless-LAN benutzen, Windows war aber für irgend einen Dial-In-Service konfiguriert. Ich musste mich jedenfalls blind durch die Menüs hangeln. Und mit dem Übersetzen der Meldungen ins Englische hat es auch etwas gehappert. Doch schlussendlich haben wir die Verbindung hingekriegt.
  • Japaner zum Zweiten: Am Freitag Abend bin ich noch in eine peinliche Falle getappt. Und zwar wurde ich gefragt, wie mir die Lektionen gefallen. Jedenfalls habe ich dann im Verlauf des Gesprächs die “falsche” Frage gestellt, in welcher Klasse sie sei. Hat sich herausgestellt, dass wir in der selben sind ;-) Mit der Unterscheidung der Asiaten habe ich manchmal noch etwas Mühe.
  • Celtic Football: was wäre Irland, wenn es nicht noch ein spezielles Fussball gäbe. Neben Hurling DIE irische Sportart. Die beiden Spiele sind sich, abgesehen von der Ballgrösse, aber ziemlich ähnlich. Man hat hier einfach einen Fussball, kann diesen aber auch für eine gewisse Zeit in die Hände nehmen. Und die Bälle können auch hoch über das Tor geschossen werden (was Punkte bringt). Wahrscheinlich schaffen es die Iren einfach nicht, ein Spiel zu spielen, ohne den Ball in die Hände zu nehmen. Doch “richiger” Fussball (Soccer) soll auch noch recht populär sein.

Wurde wieder einmal ein langes Posting. Weitere Bilder zum Trip vom Samstag (Burren, Cliffs of Moher) sind in der Gallery (http://www.thge.ch/gallery).

Ireland: Inseln und Hurling

Wieder einige Punkte, über die man je einen eigenen Blog-Eintrag machen könnte. Hier zusammenfassend:

  • Postleitzahlen: gibt es nicht. Meine Hostmum meinte, sie seien ein so kleines Land und da bräuchten sie das nicht. Die Einführung werde zwar diskutiert, aber das sei nicht nötig.
  • Dave: mein Hostfather arbeitet im Textilgrosshandel (er hat eine eigene Firma). Das heisst, er verkauft Textilien an Shops. Er ist (neben mir) der einzige, der um 0730 wach ist ;-) Was noch besonders ist: Das Morgenessen nimmt er im Stehen ein, so zwischen Tür und Angel. Dass dazu der TV läuft (BBC News) dürfte klar sein.
  • Aran-Islands: das Wetter war super (Samstag). Wir haben auf der Insel (auf der grössten der drei) ein Bike gemietet. Brian (Hostbrother) sagte zwar, wir sollten unbedingt dort übernachten, um “the real irish life” zu erleben. Doch der Trip war von der Schule organisiert und dauerte nur einen Tag. Die Natur war übrigens sehr beeindruckend (siehe Pic). Weitere Bilder sind in der neu erstellen Gallery zu finden (Link befindet sich rechts in der Navigation unter dem Punkt Pages -> Misc). Oder unter http://www.thge.ch/gallery
  • aran island

  • Linksverkehr: auf den Aran-Islands das erste Mal wirklich erlebt, mit dem Bike. Es passiert dabei relativ schnell, dass man auf der rechten Seite fährt (besonders, da es wenig Verkehr hatte). Wenn dann plötzlich jemand entgegen kommt, ist Vorsicht angesagt. Dann käme da noch der Linksvortritt ins Spiel, und das ist schon eine grosse Umstellung der Gewohnheit. Das Problem waren zudem die vielen Touristen. Die Hälfte davon fuhr auch rechts.
  • Die Welt ist manchmal klein. Am Freitag ist mir jemand irgendwie bekannt vor gekommen. Es hat sich dann relativ schnell herausgestellt, dass er im Vorstand der JSVP AI mitarbeitet und hier in die selbe Schule geht.
  • Hurling: so heisst DER irische Nationalsport. Wir kennen das game nicht. Es wird auf dem Rasen gespielt, und es hat auf jeder Seite ein Tor, in das der Ball fallen sollte. Das gibt 3 Punkte. Eine weitere Möglichkeit ist, den Ball über das Tor hinweg zu spielen (Höhe glaube ich egal). Das gibt 1 Punkt. Dazu sind die vertikalen Pfosten des Tors weit in den Himmel verlängert worden. Gespielt wird mit einem Schläger (ähnlich Hockey). Der Ball darf jedoch für eine bestimmte Zeit auch in die Hand genommen werden. Checks mit der Schulter sind erlaubt. Es ist ein schnelles und auch zum Zuschauen sehr interessantes Spiel. Am Sonntag hat Galway in der nationalen Meisterschaft Kilkenny besiegt, was Finaleinzug bedeutet. Im September findet das Finalspiel gegen Cork statt.

Ireland: Weekly summary

Die Zeit in dieser Woche verging wie im Fluge. Habe mich gut eingelebt. Auch an die irische Küche habe ich mich gewöhnt, die von Tag zu Tag besser wird (vielleicht liegt es auch an der Köchin) ;-)

  • Walking ist sehr populär bei den irischen Frauen. Gestern abend bin ich der Küste entlang nach Hause gelaufen. Und da sind mir Scharen von walkenden (=schnell gehenden) Frauen entgegen gekommen (erstaunlicherweise überhaupt keine Männer). Dabei gibt es zwei Arten davon: entweder alleine mit mobiler Musik (Discman, MP3-Player) oder in Gruppen mit einem grossen “Geschwätz”.
  • Wer “das Geschäft” seines Hundes nicht mit nach Hause nimmt, zahlt €1900.
  • Ein grosses Thema waren diese Woche die Abschlüsse der Mittelschulen (ist so etwas ähnliches wie bei uns die Matura, aber die Absolventen sind ca. 18). Jedenfalls bekommen sie eine gewisse Anzahl Punkte. Und je nach Studium benötigen sie eine gewisse Anzahl davon (Medizin beispielsweise fast das Maximum). Und da die Abschlüsse in diesem Jahr überdurchschnittlich gut sind, werden nun die Punkte generell angehoben. So ist mein Hostbrother immer noch am zittern, ob er sein Wirtschaftsstudium beginnen kann. Er hat 10 Punkte Reserve.
  • Irisch: alle Schüler müssen diese Sprache in der Schule lernen (obligatorisch). Aber die Iren hassen diese Sprache regelrecht. Ok, es gibt Ausnahmen. Aber es wird schon lieber Englisch gesprochen. Zwar sind die Schilder immer noch zweisprachig angeschrieben, doch die Sprache scheint am Aussterben zu sein. Ach ja, die Abkürzung für einen Parlamentarier (=TD) hat auch noch einen keltischen Ursprung. Doch die meisten wissen nicht einmal, für was TD steht (in England ist das mit MP [=Member of parliament] ja klar).

Soweit, so gut. Hoffe, dass ich am Wochenende noch einen Internetzugang finde. Am Samstag bin ich den ganzen Tag weg. Wir besuchen die berühmte Inseln, die vor Galway liegen (sog. Aran-Island).

Welcome in Ireland

Nun bin ich bereits den zweiten Tag in Irland. Und da werde ich für die nächsten 2 Monate auch bleiben. Gestern war ein kleines Ziel, eine Internetverbindung zu finden. Und da habe ich erfahren, dass es an unserer Schule ein frei verfügbares Wireless-LAN-Netz gibt. Wer die Computer der Schule verwendet hat pro Woche 1h Guthaben. Man bekommt einen Account und kann eine Stunde damit arbeiten (inkl Internet). Sonst zahlt man €1 für jede weitere halbe Stunde. Mit dem eigenen Laptop hat man unbeschränkte, kostenlose Möglichkeiten :-)

Kurz zu ersten Erfahrungen/Erlebnissen:

  • Beim Busfahrer will ich ein Ticket nach Galway kaufen. Bereits komme ich das erste Mal mit dem irischen Dialekt in Kontakt. Bei seinem “ediöro”, das extrem schnell gesprochen wird, muss ich 2 mal nachfragen, bis ich es verstehe (€18).
  • Verkehr zum Ersten: natürlich links. Immer wieder ein Umgewöhnen. Das heisst, beim Überqueren von Strassen zuerst rechts zu schauen und erst dann los zu laufen (normalerweise sind wir ja bereits halb in der Strasse wenn wir auf die andere Seite schauen, was gefährlich werden kann).
  • Verkehr zum Zweiten: in Dublin habe ich ein innovatives Lichtsignal entdeckt. Mit einem Countdown, wie lange es noch dauert, bis es grün wird. Rein psychologisch sicher wertvoller als ein oranges Licht (siehe Bild).
  • lichtsignal in dublin

  • Rauchverbot: Irland hat eine hartes Rauchverbot. Nur in den eigenen vier Wänden und auf der Strasse darf geraucht werden. Auch die Pubs sind komplett rauchfrei. Die Raucher müssen extra auf die Strasse um zu rauchen. Die Pubs sind übrigens noch recht cool, hat viele mit Live-Music am Abend (einheimische Rockbands, Coverbands, traditionelle irische Musik). By the way: ein Päckli Zigaretten kostet €6.40, also knappe Fr. 10.-.
  • Hier in Galway sind sie ziemlich stolz auf ihr (Meer-)Wasser. Als ich fragte, ob das Wasser vom Hahnen trinkbar sei, meinte meine Hostmum, es sei das Beste Wasser in der Region und wirklich gut. Nach dem ersten Schluck hatte ich dann diesen Chlor/Chemie-Geschmack im Mund. Was würde sie zu unserem Bodensee-Wasser sagen? Das Beste der Welt? Nunja, Hauptsache trinkbar und nicht tödlich ;-) .
  • Noch eine persönliche Beobachtung: Alle meinen, ich sei ein Spanier. Wenn es gut kommt bzw. die zweite Antwort ist dann meist Italiener.
  • Irland hat ein Wirtschaftswachstum von 5%. Und gestern habe ich in der lokalen Zeitung einen Artikel darüber gelesen. Die Aussage: das sei gar nicht soo gut, der “Celtig Tiger” (gemeint ist die irische Wirtschaft) sei noch nicht zurück. Im europäischen Vergleich zwar schon, aber verglichen mit der Hausse Ende der 90er sei das ein “Mini-Boom”. Der Autor erklärte dann die Unterschiede (Verhalten von Arbeitgeber/Arbeitnehmer/Headhunter etc.), erwähnte aber, dass weiterhin in allen Sektoren Arbeitsplätze frei seien. In der Schweiz wären wir jedenfalls mit der Hälfte dieses Wachstums schon mehr als zufrieden (die Presse jubelt ja schon, wenn Bundesrat Merz von 2% spricht, aus denen dann real 0%-0.5% werden).
  • Eine weitere, politische Aktualität ist das sog. “Rossport five”. Diese beiden Worte beschreiben ein Grundstück, auf dem ein Bauer Widerstand gegen den grossen Ölkonzern Shell leistet. Und zwar will Shell eine Pipeline durch sein Grundstück bauen, was dieser nicht so eine gute Idee findet. Am Samstag findet eine Ralley statt (Demonstration durch verschiedene Städte), die auch in Galway halt macht. Es ist eine “Demonstration für Gerechtigkeit”, wie die Organisatoren auf ihren Flugblättern schreiben. Merkwürdig: ich sehe diese Plakate immer irgendwo (z.B. Strassenlampe), und wenn ich einige Stunden später wieder daran vorbei gehe, sind die Plakate weg.
  • Allgemein kann ich sagen: es gefällt mir. Man kann viel lernen. Die politische Lage habe ich noch nicht ganz durchschaut. Beispielsweise habe ich einen Leserbrief gelesen, in dem von mangelnder Demokratie gesprochen wird, was ich mir zurzeit noch nicht erklären kann.