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#rp13 Tag 3: Hach, schon vorbei

#rp13 Tag 3: Hach, schon vorbei

Der dritte Tag an der re:publica war erneut ein voller Erfolg. Die drei Tage waren einfach genial und gingen viel zu schnell vorbei. Ich werde noch einige Zeit von den Erinnerungen und Eindrücken erzählen und daran denken. Wie schon beim 1. Tag und auch 2. Tag auch hier eine kurze Zusammenfassung, beginnend wiederum beim

Abendprogramm

rp1303_gruppenbildDer Abschluss der re:publica hat wie jeden Abend draussen vor der Station begonnen. Gespräche führen, Sessions vertiefen, offene Fragen klären etc. Natürlich hat auch ein Gruppenbild nicht gefehlt. Das reicht – wir sind scheinbar mit wenig zufrieden.

Side-Projects

rp1303_memoryWährend der ganzen re:publica hat es diverse Leute gegeben, die ihre eigenen Projekte durchgeführt haben. Also meistens content erzeugt haben (Podcaster, Videocaster, Blogger etc.) Auf ein spezielles Projekt wurde ich am dritten Tag aufmerksam: das Memory Prediction Experiment des Hambuger Humanist lab. Und zwar ging es darum, die drei Dinge zu nennen, an die man sich in sechs Monaten wohl erinnern wird. In sechs Monaten werde ich von den Leuten eine Mail kriegen und die Fragen wieder beantworten. Und gespannt sein, wie das übereinstimmt. Ebenfalls beeindruckt hat mich die Einstellung dieser Leute. Sie wollen keine staatliche Förderung, sondern einfach unabhängig ihre eigenen Projekte durchziehen. Ohne Rechenschaft ablegen zu müssen und bürokratische Vorgänge über sich ergehen zu lassen. Chapeau. Ein gutes Beispiel von Menschen, die etwas “machen” und eigenverantwortlich ihre Neugierde stillen. Ich bin beeindruckt.

Die erste Session habe ich erneut mit Bloggen verbracht, was aber angesichts der Themen kein Verzicht darstellte. Folgende Sessions habe ich besucht:

Lisa Rosa: Lernen Lernen lernen im persönlichen Lernnetzwerk. Wie im digitalen Zeitalter eigensinnig und gemeinsam gelernt wird.

Dies war einer der besten Referate an diesem Tag. Ausgangslage war das Lernen im 19. Jahrhundert, in dem das Lernen nach folgendem Schema abgelaufen ist: Stoff aufnehmen, Stoff behalten, Stoff anwenden. Die Referentin plädierte für eine neue Form des lernens. Jeder braucht sein persönliches Lernnetzwerk. Wieder was ich mitgenommen habe:

  • Es geht beim Lernen nicht mehr nur um den Stoff. Sondern es muss immer die Sinnfrage gestellt werden. Dies sogar bei einem Dreijährigen.
  • Teilen, teilen teilen. Wissen, das nicht im Umlauf ist, ist schon vergessen. Ansonsten muss es in einigen hundert Jahren vielleicht wieder neu erfunden werden.
  • Institutionelles Lernen: Es geschieht nicht mehr bewusst, sondern ist ein ständiger Prozess, der automatisch abläuft.
  • Hauptsache: Sich ein persönliches Lernnetzwerk aufbauen, das man ständig pflegt. Darauf kommt es an.
  • Nur individuell geht gar nicht. Zitat: “Ich würde ja verrecken, wenn ich euch nicht hätte.” Viel kommunizieren ist das Milieu, die Luft zum atmen, die es dafür braucht. Und, dass man sich nicht alles selbst ausdenkt. Eine Frage führt dazu, dass man beginnt zu denken.
  • Was ist wirklich anders als früher? Wir können global netzwerken. Wir sind nicht mehr auf die Nachbarn angewiesen, die vielleicht nicht die selben Interessen haben. Beispiel: Kinder in bestimmten Hamburger Quartieren haben kaum Einflüsse von aussen. Das ist alles die selbe, triste Sosse. Heute ist das anders. Ich kann mir Netzwerke aufbauen wo ich will und Inspiration von der ganzen Welt holen. Das ist neu und eröffnet neue Perspektiven.

Wie sieht nun solch ein persönliches Lern-Netzwerk aus? Die Referentin hat ihre “persönliche Lern-Welt” wie folgt vorgestellt:

  • Interiorisieren = Sammeln und Verarbeiten: Mit Feedreader, Video-Kanal, Social Bookmarking, Dropbox, Evernote
  • Exteriorisieren = Produzieren und Publizieren: Mit Blog, Wiki, eBook, Scribd, Youtube, Flickr, Slideshare, Prezi
  • Dialog = Vernetzen, Teilen und Zusammenarbeiten: Mit Linkedin, XING, Researchgate, G+, Facebook, Twitter, Etherpad, MindMeister, Google Drive, Wiki Skype, Whatsapp
  • Sie rief den Zuhörern in Erinnerung: “Ihr habt das auch. Nennt es aber nur nicht lernen.” Bei dieser speziellen Gruppe der re:publica-Besucher könnte sie sehr wahrscheinlich recht haben mit dieser Aussage

Nochmals: Es war wirklich ein sehr gutes Referat, das aufzeigt, wie unsere Wissensgesellschaft lebt und arbeitet.

Jöran Muuß-Merholz: x-learning. Warum die Digitale Revolution des Lernens gescheitert ist.

rp1303_xlearningJöran hat sich das Recht genommen, statt eines enthusiastischen einen kritischen Vortrag zum Stand des Lernens im 2013 zu halten. Es stellte in Frage, ob die guten digitalen Erungenschaften wirklich allgemein von Nutzen sind oder nicht doch nur wieder einer gebildeten Elite hilft, ihren Vorsprung gegenüber den andereren zu vergrössern. Für mich war klar: Neugierde und Selbständigkeit sind eine Frage der Einstellung und nicht der Technologie oder Tools. Und diese zu ändern ist schwierig. Oder anders gesagt: Nur weil wir neue Möglichkeiten wie e-learning, neue Medien etc. haben, heisst das nicht, dass diese auch von einer breiten Masse in diesem Ausmass genutzt werden, wie wir uns das vorstellen. In seiner fünften These erläuterte er die “Eigentlichkeit der Technik”. Um die Grundaussage weiter zu untermauern, dass es schlussendlich nicht an den Möglichkeiten sondern an der Einstellung und dem tatsächlichen Einsatz der Möglichkeiten liegt.

Felix Schwenzel: 10 Vorschläge um die Welt zu verbessern

Erwartet: Ein moralischer Weltverbesserer-Vortrag. Erlebt: Ein witziger Weltverbesserer-Vortrag. Ok, der Unterschied dabei ist nicht gewaltig. Trotzdem waren die anfänglichen Vorschläge wie z.b. gewisse Schriftarten gegenüber Arial zu bevorzugen, weil diese angeblich beim Ausdruck weniger Tinte verbrauchen, eher für die allgemeine Erheiterung gedacht. Danach ging es auch um Politiker, die nur Angst verbreiten und mit Symbolhandlungen versuchen glaubhaft zu machen, dass sie etwas an der Welt verbessern wollen. Es führte zur Aussage, dass der Bio-Eier-Kauf eigentlich nur eine Art moderner Ablasshandel sei. Weitere Punkte:

  • machen! Nur mit Reden und Symbolpolitik wird nichts verändert.
  • Pathos ist ziemlich ungeeignet. Beispiel der Werbung von Krombacher mit WWF: Link zu Video auf youtube
  • “Wenn ihr glaubt, Bildung sei teuer, wartet ab, wie teuer Dummheit ist”

Jay Cousins, Adam Molyneux-Berry, Wael Fakharany: The Outernet – A revolution, in reality

Drei kurze Talks über die Situation im Nahem Osten. Nicht viel Neues. Überall steigende Userzahlen, das Internet beeinflusst alle Lebensbereiche. Während dem TV schauen wird, wie bei uns, im Internet konsumiert. Jedoch meist wegen einem anderen Grund: Nämlich um zu überprüfen, ob das im TV Gesagte stimmt. In den Taks ging es vor allem um die Entwicklung von Co-working spaces, Startup-Weekends, hubs etc. Und unter welchen Bedingungen diese arbeiten. Alles in allem spannend.

Thomas Gegenhuber, Robert Bauer: Von außen nach innen: Der soziale Kontext von Crowdsourcing

Die Referenten steigen mit dem Beispiel Mechanical turk (Erklärung der Wikipedia) ein und umreissen kurz, was für Aufgaben via crowd erledigt werden können. Es wurden die Spannungsfelder und Stellung der Community sehr ausführlich beleuchtet. Schlussendlich gaben sie ihre fünf Empfehlungen preis, um Crowdsourcing erfolgreich einzusetzen:

  • Einstiegsdroge Marketing: Mit einer kreativen Kampagne starten
  • Respekt für die Crowd entgegenbringen
  • Anpassung der Organisation: Je häufiger Crowdsourcing angewendet wird, desto eher möchte man die Community einbinden.
  • Management Messen und Anerkennen
  • Leadership in Krise und mit Charisma

Das Fazit der Referenten: Die Crowd wäre noch leistungsfähiger und zu mehr bereit. Die Prognose: Crowdsouring würde vielfältiger, wirksamer, gerechter und bleibt konfliktär. Und als Ausblick: Die Verschränkung von externem und internem Crowdsourcing wird ein Thema sein.

Nicole Ebber, Johannes Schleimer, Kathrin Kaufmann, Thomas Renger, Steffen Voß: Blogs und Bier? Das lob’ ich mir! #ironblogger

rp1303_ironbloggerDas war die Session, die mich am meisten interessierte, weil ich schon länger mit dem Gedanken spiele, die Ironblogger in der Schweiz zu gründen. Nun es sieht diesbezüglich gut aus, dass es soweit kommt. Darum werde ich in den nächsten Tagen einen separaten Blogpost zu dieser Session verfassen und auch gleich Details zu den Ironbloggern Schweiz bekannt geben. Stay tuned :-)

Marian Steinbach: Offene API für die Lokalpolitik

Thema: Wir basteln uns eine bürgerfreundliche Informationsplattform. Es ging darum, dass in einer Stadt die Menschen informiert werden, wenn in ihrer Umgebung etwas geschieht z.B. durch ein Bauvorhaben. Die Informationen sind heute meistens schon zugänglich, jedoch in einem System, das zu wenig bürgerfreundlich ist. Oder anders gesagt: Kein Mensch durchsucht die Dokumente einer Stadt und betrachtet alle Bauvorhaben. Die Anforderungen an diese Plattform sind: Reduktion aufs Wesentliche, schnelle und intelligente Volltextsuche, Ortsbezogene Suche und Visualisierung, Vorschaubilder, Deep Linking, Offen für Suchmaschinen und eine offene API, damit die Daten einfacher weiterverwendet werden können. Erwähnt wurde die OParl-Initiative, mit der die offenen Zugriffe auf Parlamentsinformationssysteme in Deutschland standardisiert werden sollen.

#rp13 Tag 2: Inspiration von Flop bis Top

#rp13 Tag 2: Inspiration von Flop bis Top

re:publica Tag 2 – und es zeigt sich wieder einmal: Die Inspiration ist so vielfältig, dass ich gerne mehr Zeit für neue Web-Projekte einsetzen würde. So haben wir beispielsweise im kleinen Kreis über die völlig abwegige Idee gewitzelt, einen Podcast zu machen, in dem wir eine wöchentliche Twitter-Lesung durchführen.

Erneut wieder einen kurzen Rückblick über die Sessions, die ich am Tag 2 der #rp13 besucht habe.

Beginnen wir wieder beim Abendprogramm…

Begonnen hat der Abend wiederum vor der Station, bei interessanten Gesprächen. Weiter ging es dann mit dem traditionellen Steak Geek Dinner. Der Event wird wie folgt beschrieben:

Wir befinden uns im Jahre 2013 n. Chr. Die ganze Welt ist von den Veganer besetzt. Die ganze Welt? Nein! Ein von carnivoren Netzmenschen bevölkertes Event hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Veganer, die in den umliegenden Cafés mit Ihrem Soja Latte und Gemüsebratlingen sitzen.

So sind wir dann auch in diesem argentinischen Steak-Restaurant, das übrigens noch mit diversen Rabatten das Fleischessen sehr preiswert gemacht hat.

Zu den Sessions:

Teresa Bücker: Der Montag liebt dich

rp1302_unterschiedeEin durchzogenes Referat (aus meiner Sicht ein Flop). Ein gutes Referat, um nebenbei zu bloggen. Eine Feministin, die mir alles andere als aus dem Herzen spricht. Was ich mitgenommen habe:

  •   Abgelesene Referate machen auch am frühen morgen bei aller geistigen Fitness keinen Spass.
  • “Nicht das Angewiesensein auf andere als solches macht Menschen demnach unfrei, sondern Konformismus und Anpassungsdruck.”
  • Quoten
  • Über Unterschiede zueinander finden
  • Männer sind sowieso zu naiv, um das zu verstehen.

Catherine Barba: 10 tips to grow your Positive Entrepreneurial Energy

War leider noch durch bloggen abgelenkt. Hatte aber einen sehr guten Eindruck. Was mich besonders interessiert hat war das Thema Firmenkultur. Und die Ratschläge der Referentin, Positive Menschen einzustellen und diese zum Feedback zu motivieren. Hoffe, die Slides sind irgendwo irgendwann einmal noch verfügbar.

Andrew Rasiej: You Can Turn Off the Public Internet But You Can’t Turn Off the Internet Public

rp1302_openinternetEin Referat, um die ganze Entwicklung und Abhängigkeit, in die wir uns teilweise begeben, kritisch zu hinterfragen. Der Referent hat zuerst einen Überblick über die Entwicklungen in der ganzen Welt (Papstwahl, Studentneproteste Tel Aviv, Internetproteste Türkei, Free Pussy Riot, Haiti crisis mapping, Kickstarter etc.) gegeben. Um die “DNA des Internets” nochmals in Erinnerung zu rufen. Danach ging es um Datenschutz, um Überwachung und die kritische Frage an das Publikum, ob wir überhaupt wüssten, was wir hier machen. Das führte dazu, dass Rasiej die Nutzungsbedingungen von Facebook runterscrollte um zum Schluss zu kommen, dass dies niemand liest geschweige denn wirklich versteht. Auch bezüglich Überwachung wurden durch Visualisierung der weltweiten Datenströme die Frage an das Publikum gestellt, wer sicher sei, dass seine Daten noch nie von einer staatlichen Instanz durchsucht worden sein. Niemand erhob die Hand. Wir sind nicht sicher oder eben sicher, dass unsere Daten auch schon von Geheimdiensten durchsucht wurden. Schlusssatz: “The open Internet depends on YOU!”. Wie wahr. Der Talk ist übrigens bereits auf youtube verfügbar.

Daniela Warndorf, Kiki Haas: Yarnbombing, Social Commerce und die Craftistas: Wie das Internet Crafting und Crafting unsere Gesellschaft verändert

rp1302_craftingSpannende Einblicke in die Welt des Strickens, Häckelns und allgmein der häuslichen Handarbeit. Der Titel (Yarnbombing) liess ja eine politische Richtung vermuten, was auch zutraf. So ging es auch um craftista (Craft + Activism). Aber auch, ganz unpolitisch, um den gesamten Markt. Wobei gemäss einer Umfrage 58% der deutschen Frauen über alle Alterskategorien hinweg Handarbeit betreiben. Wir bemerken das ja auch in unserem Alltag, dass besonders auch jüngere Frauen wieder in der Öffentlichkeit Stricken oder Häckeln. Interessant war auch der Hinweis auf Ravelry, eine Strick-Community.

Christine Heller, Jochen Mai: Personal Branding Kampagne: Wie der neue Job dich findet

Brechend voll war die Stage 5, als Christine Heller (@punktefrau) und Jochen Mai (@karrierebibel) über das Thema Personal Branding referierten und ihre Erfahrungen teilten. Mitgenommen: Eine solche Jobkampagne, wie sie die @punktefrau gemacht hat, funktioniert nur, wenn man bereits einen Blog hat und auch ein entsprechend ausgebautes Netzwerk an Lesern und Unterstützern. Dazu braucht es natürlich etwas Mut, Originalität und Frechheit, sowas durchzuziehen. Und der Grat zwischen Erfolg und totaler Blamage ist ziemlich schmal. Was mir weiter geblieben ist:

  • Wer erfolgreich anschreiben schriebt zeigt, dass er gut anschreiben schreiben kann. Es sagt aber nichts darüber aus, ob der Bewerber auch qualifiziert für den Job ist.
  • Bei einer solchen Bewerbung sin die Soft skills kein Thema mehr an Bewerbungsgesprächen. Es ist bereits alles bekannt.
  • Es geht um die Digitalisierung von Vitamin B. Das ist Jobsuche im eigenen Netzwerk. Jobs die nicht ausgeschrieben sind, der Graumarkt, kann so im digitalen Zeitalter bearbeitet werden.
  • Facebook sei inzwischen auch ein Job networks. Und nicht mehr nur etwas privates. (Anmerkung: Ich teile diese Ansicht. Jedoch eher, weil die Grenzen zwischen Beruf und Privat zunehmend verschwinden)

Weitere Informationen zu diesem spannenden Referat auch in den entsprechenden Blog-Beiträgen:

http://www.punktefrau.de/blog/2013/05/07/personal-branding-kampagne-wie-der-neue-job-dich-findet/

http://karrierebibel.de/bewerbung-2-0-so-kommt-der-job-zu-dir/

#rp13 Tag 1: Mehr bloggen

#rp13 Tag 1: Mehr bloggen

Die re:publica in Berlin hat wieder begonnen – das alljährliche “Klassentreffen” der sog. Netzgemeinde. Für mein Ziel “mehr Bloggen” sieht es zurzeit gut aus :-)   Ein kurzer Replik der Sessions, die ich besucht habe befindet sich teilweise in stichwortartiger Form untenstehend. Ich werde diesen Post ergänzen, wenn Slides oder Videos der Sessions im Netz auftauchen. Doch zuerst:

Das Abendprogramm…

rp1301_abend rp1301_abend2Ein gewichtiger Teil der re:publica ist natürlich das Abendprogramm, die Gespräche und das Vertiefen der Fragestellungen. Wir haben, nachdem wir die Station verlassen mussten, uns am Stammtisch der Communitymanager Berlin angeschlossen. Es war eine tolle Stimmung am Fluss.

Betsy Hoover: Community Organizing – lessons from Obama for America 2012

Wir haben die ganze Obama-Geschichte schon öfters gehört. Es war also schwierig, etwas wirklich Neues zu erfahren. Trotzdem hier nochmals was ich mitgenommen habe:

  • Focus on one holistic campaign, online and offline
  • Example reddit: Meet the people where they are
  • Ladder of engagement: Sign up, share, donate, advocate, attend an event, become a leader
  • Moving people online to offline is the hardest jump.
  • Phase to start: build an organisation, find and talk to people, gotv (go to vote)
  • Build a team via email, fb, Twitter and donors. Ask them to do what you want them to do.
  • Find people online and offline and combine, reach people online and offline.
  • People move a lot, they only uses cell phones. Reach this people over social media.
  • Make voting simple, appealing and social.
  • Build team. Before elections spread only one message: go to vote.
  • People want to be part of it.
  • Example Video: the story of us. You need a larger vision to build a team.
  • Team Obama built all tools inhouse. It was a gift. Allowed tailoring the tools.
  • But: Building tools is hard.
  • Story : Clara in colorado. She attended because of her friends. First time.

Lets talk about online principles, not tactics.
1. Empowerment. Give the tools.
2. Participation. Give them a bigger picture.
3. Force multiplier.
4. Relationship based organising.

  • Question: How big was the digital department in Team Obama? 200 people worked on digital and 75 in the states
  • Calls are the first point for changing online to offline.
  • Our Candidate (Obama) is the best asset.
  • Why did you Email more and more? We focused on testing. Segmenting. Size of the E-Mail-Marketing-Team: 30 people. Test test test. Test what works. Test everything.

Gunter Dueck: Aufruf zum metakulturellen Diskurs

Wir schon vor zwei Jahren habe ich das Referat von Gunter Dueck sehr inspirierend gefunden. Seine Beurteilung der politischen Parteien kann ich nachvollziehen. Hingegen denke ich nicht, dass irgend eine Partei besser auf die künftige Generation und Herausforderungen vorbereitet ist.

Dueck hat oft vom Begriff des Ethnozentrismus gesprochen. Es ging auch da schlussendlich darum, sich mit anderen Menschen mit einem komplett anderen Bild der Zukunft unterhalten zu können. Und eine Ebene zu finden, wie diese unterschiedlichen Vorstellungen diskutiert werden können.

Felix Kolb: Mehr als Clicktivism: Mit strategischen Online-Kampagnen Politik verändern

Vortrag eher enttäuschend. Nicht viel inspirierendes. Der Referent hat sein Referat in acht Fragen aufgeteilt, welche er aus seiner Sicht beantwortet hat. Diese Fragen, welche er an Online-Kampagnen stellt, waren:
1. Wann ist deine Zeit?
2. Warum hängt nicht alles an dir?
3. Woher kommt deine Macht?
4. Welche politische Chancen nutzt du?
5. Worauf beruht deine Macht?
6. Wo findest du statt?
7. Wie ehrlich bist du?
8. Was vererbst du?

Kathrin Voss: E-Partizipation für NGOs – Chancen und Risiken online

Es wurden diverse Studien bezüglich Online-Partizipation diskutiert. Aussage: Nur weil Möglichkeiten zur Partizipation vorhanden sind werden diese nicht auch automatisch auch benutzt. Politiker denken, es sind immer etwa die gleichen, die mitmachen –> aktuell eher geringer Einfluss.

Josh Miles: Mobil-isierung: NGO-Strategien für das Handy

  • Vergleich der verschiedenen Möglichkeiten (Mobile Website, Apps, Hybrid Lösungen).
  • “Kostengünstige” Alternative: Landingpage nur für Mobile.
  • SMS Marketing: Beispiele und Verwendungszwecke. Z.b. spenden und auch User Aktivieren für Offline Actions
  • No one size fits it all

Sascha Lobo: Überraschungsvortrag 2

Die Erwartungen sind natürlich immer hoch – Sascha Lobo versuche wie immer mit etwas Witz diesen zu genügend. Was nicht immer gelang. Ich lasse den ganzen Catcontent, der teilweise schon sehr belustigend war, weg und konzentriere mich auf das aus meiner Sicht Wesentliche. Während Lobo letztes Jahr das Jahr des Bloggens ausgerufen und ein Loblied auf den Blog angestimmt hat, ging es in diesem Jahr in dieser Richtung weiter. Er hat das Projekte reclaim.fm präsentiert. Seiner Meinung nach ist dies der Weg, den eigenen Blog zu stärken: Indem alles, was auf anderen Plattformen geshared, geliked und online gestellt wird auch auf dem eigenen Blog gespiegelt werden sollte. Inklusive der Beziehungen dahinter. Der Gedanke finde ich äusserst interessant. Eher zur Unterhaltung hat sein Projekt beigetragen, ein Logo für das Internet zu erstellen. Sein Vorschlag ist unter www.internet-logo.org abrufbar. Der Gedanke dahinter: Das Logo ist nicht schützbar und es ist mit ASCII-Zeichen darstellbar. Die Raute stellt das Netz dar, welches durch die beiden Klammern umgeben ist. Die beiden Klammern soleln die Welt darstellen. Nett.

re:publica12: Demokratisierung des Filmemachens oder I Believe I Can Fly

re:publica12: Demokratisierung des Filmemachens oder I Believe I Can Fly

Die Videos der re:publica 12 sind online, so starte ich mit einigen Blog-Posts zu auserwählten Sessions.

Die Session mit dem Titel “Cinema out of your backpack– Filmemachen ist demokratisiert” wurde mit einem Trailer eines Kurz-Films gestartet, den ich seit dann schon unzählige Male weiterempfohlen habe. Dies, weil er sehr beeindruckend ist (am besten im Vollbild-Modus anschauen):

Der Film “I Believe I can Fly (flight of the frenchies)” soll als Beispiel dienen, wie mit einfachen Mitteln professionelle Filme produziert werden können. Die Presenter erklären es wie folgt:

“Im Zuge der digitalen Revolution verschwimmen so die Grenzen zwischen den klassischen Berufsbildern des Films. Der Regisseur, Kameramann und Produzent in Personalunion ist zum ernsthaften Konkurrenten für die Profis der alten Schule avanciert. Nur eines lässt sich nicht demokratisieren: Talent. Und so stehen wir als diejenigen, die wir diese Bewegung mitgestalten wollen, vor der schwierigen Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies hat uns dazu angetrieben, das Filmfestival Cinema Out of Your Backpack zu gründen. Dabei sehen wir den neuen Produktionsrealitäten ins Auge und machen sie zur einzigen Regel: Sämtliches Equipment muss in einen Rucksack passen.”

Und darum ging es schlussendlich: Mit Equipment, das in einen Rucksack passt, gute Filme zu produzieren. Für mich war die Session Inspiration, mich dem Thema Film vermehrt zu widmen.

Was ich mitgenommen habe:

1. Storytelling: Es geht wie überall darum, die begehrte Aufmerksamkeit eines verwöhnten Publikums zu erhalten. Nur mit einer guten Idee ist das möglich.
2. Was weiter zählt: Neben dem Storytelling sind Ästhetik, Kameraführung und die Musik/Hintergrund entscheidend. Darauf sollte geachtet werden.
3. Genre Kurzfilme: In gewissen Kreisen schon länger ein Trend, waren mir qualitativ hochwertige, gute Kurzfilme noch viel zu wenig bekannt. Gemäss Definition ist ein Kurzfilm nicht länger als 30 Minuten lang. Ich werde später noch über Kurzfilme bloggen.
4. Wandel: Die Welt ändert sich, gerade auch im Film. Neue Arten von Finanzierung mittels Kickstarter oder anderen Crowd-Funding-Plattformen entstehen. Neue Formen der Distribution wie im eingangs erwähnten Film I believe I can fly (Download des Films in HD-Qualität für knapp Fr. 5.-) oder via distrify.com o.ä. verbreiten sich. Und natürlich werden  neue Plattformen für die Vermarktung entdeckt, neben Social Media z.B. auch Festivals wie das ebenfalls erwähnte cinema out of your backpack.

Gerade Punkt 4 gilt auch für die Musikindustrie. Aus aktuellem Anlass verlinke ich dazu einen offenen Brief von Andreas Von Gunten vom vergangenenen Wochenende: Lieber Reto Burrell: Dein Problem sind kaum illegale Downloads

Die ganze Session der re:publica12 kann hier auf youtube betrachtet werden:

PS: Neben dem Projekt cinema out of your backpack wurde kürzlich auch das Projekt Screening out of your backpack gestartet. Da geht es darum, mobil Kurz-Filme unter die Leute zu bringen und gesellschaftliche Klein-Events zu organisieren, bei denen man gemeinsam einen Film schaut. Auch eine gute Idee, mit dem Wandel mit kreativen Mittel klar zu kommen und die Verbreitung der eigenen Filme zu erhöhen.

Doku: Press Pause Play

Doku: Press Pause Play

The Industry is death. Eine Hauptaussage aus dem ca. 1.5 stündigen Film “Press Pause Play“. Der Film ist frei verfügbar und beleuchtet die Situation der Content-Industrie. Ich mag solche Filme, welche auch ein Hauch von Freiheit verkünden: Wir sind auf niemanden mehr angewiesen und können alles selbst produzieren. Oder zumindest kreative Leute.

Gerade in der Musik-Industrie ist bekannt: Mit CD-Verkäufen verdient man kein Geld mehr. Abgesehen von den ganz Grossen Musikern. Das hat bereits vor einiger Zeit Dieter Bohlen prophezeit:

http://www.youtube.com/watch?v=2IyDZzQmypE

Konzerte sind die Zukunft, es sind einmalige Erlebnisse. Es geht nicht nicht mehr nur um die Musik, sondern um ein zusammensein mit anderen Menschen. Diese Aussagen werden auch in “Press Pause Play” gemacht. Da beschreibt zum Beispiel jemand, wie sie früher Vinyl-Platten gekauft hat. Das Gefühl, diese danach in den Platten-Spieler zu legen und bewusst der Musik zu lauschen ist in den letzten Jahren verschwunden. Musik ist mehr oder weniger überall verfügbar. Das Erlebnis, Musik zu hören, hat sich gewandelt. Weg von zuhause an ein Konzert mit anderen Menschen.

The Industry is death. Aber wir hören trotzdem noch Musik und schauen Filme. Einfach anders. Das ist Wandel.

Flohmarkt: Menschen treffen auf Menschen

Flohmarkt: Menschen treffen auf Menschen

Per Zufall sind wir am Samstag während eines Foto-Trips in Zürich an einen Flohmarkt herangelaufen. Die Stimmung, die Leute und die Gegenstände finde ich sehr geheimnisvoll. Was auch etwas Anziehendes hat.
Bei einem Stand sah ich eine Puppe (Bild). Sofort habe ich mich gefragt, wie das Leben dieses Gegenstandes ausgesehen hat, bis er hier auf dem Flohmarkt das vorläufige Ende gefunden hat. Welche Emotionen die Puppe auslöste und sicher auch aushalten musste. Per Zufall bin ich mit der Standinhaberin ins Gespräch gekommen. Sie hat mir erzählt, dass die Puppe ihr Mann einmal aus Frankreich für ihre Tochter mitgebracht hat. In den letzten Jahren sei diese nur noch herumgestanden.
Wir sinnieren über die Veränderung der Gesellschaft. Puppen seien heute halt völlig out. Und sowieso, die Leute wollen nur noch Neues. Um mich dann, scharf analysierend, direkt zu fragen: “Sie kaufen doch auch nur neue Gegenstände, nicht?”. Huch, ertappt. Sie analysiert, mit einem Lächeln im Gesicht, weiter: “In Ihrer Wohnung hat es sicher wenig Gegenstände. Wissen Sie, bei meiner Tochter ist das auch so. Man lebt heute einfach anders, hat weniger herumstehen. Und das gibt ja auch weniger zu putzen und abstauben.” Das sind so Momente, in denen ich merke: Wenn man ehrliches interesse am Gegenüber zeigt, offenbaren Menschen mehr als diesen lieb ist. Bei mir ist das nicht anders.
Einige Meter weiter wollen uns Missionare von Gott überzeugen. Ich bin gespannt, wie sie mit wildfremden Menschen ins Gespräch kommen wollen. Bei uns haben Sie es mit der Einstiegsfrage probiert, für welches Magazin oder Zeitung wir arbeiten. Sie realisieren nach einiger Zeit unser Desinteresse, versuchen es aber nochmals mit einer brisanten Frage: “Glauben Sie, dass jeder Mensch Sünden hat?”. Nice try, ich würde jetzt liebend gerne darüber philosophieren. Doch nicht mit diesen Leuten. Wir verabschieden uns, laufen weg. Ich mit dem Wissen, dass ich der Frage noch nachgehen werde. Und Gott ziemlich sicher nicht die Antwort sein wird.
Der Flohmarkt, ein Ort von Gegenständen, Menschen und Geschichten.

Reisen jetzt!

Reisen jetzt!

Diese Woche war ich drei Tage im Tessin, wieder einmal Solo-Travelling. Und das hat immer die Begleiterscheinung, mit interessanten Leuten ins Gespräch zu kommen.

Ich bin beim Nachtessen in einem kleinen Lokal in Ascona, als sich ein Basler neben mich setzt. Der Mann ist schon pensioniert und wir sprechen übers Reisen. Er hat, nachdem seine Kinder ausgezogen sind, neun Jahre auf einem Schiff verbracht (drei Jahre davon alleine). Er hat mir damit natürlich einen Steilpass für meine These geliefert:

Wenn man Reisen will, kann man das immer machen, nicht nur wenn man “jung” ist.

Doch der weise Mann widerspricht mir. Er hätte einige Kollegen, die das Reisen immer auf die Pension verschoben hätten. Doch sie hätten dann gar nicht mehr gewusst, wie das funktioniert und hätten es schlussendlich aus Respekt/Angst doch nicht mehr gemacht. Also doch: Man kann schon auch später noch reisen, aber das Bewahren eines offenen Geistes ist trotzdem nötig. Und das macht man am besten mit Reisen, um nicht aus der Übung zu kommen. Z.b. einmal sich zu verlieren, unbekannte Wege zu gehen oder auf unbekannte Menschen zuzugehen. Wie es beim Solo-Travelling besonders ausgeprägt der Fall ist.

Sein Fazit: Immer wenn man Geld hat sollte man reisen.

Ich erinnere mich noch an eine Begegnung vom Nachmittag, als ich mit einem (ebenfalls pensionsierten) Ehepaar auf einer Bergwanderung ins Gespräch gekommen bin. Sie haben begeistert vom Jakobsweg erzählt, den er während drei Monaten und sie während drei Wochen abgelaufen ist. Er habe sich nicht auf die Pensionierung vorbereitet, sondern es hätte einen harten Schnitt in seinem Leben gegeben. Da habe er den Jakobsweg in Angriff genommen. Man mache sowas ja nicht grundlos. Entweder aus religiösen, spirituellen oder eben Gründen der Selbstfindung. Fasziniert an seinen Erzählungen hat mich der Gedanke, mit möglichst wenig Gepäck (“Ballast”) zu reisen. Auch dafür ist ein offener Geist gefragt. Dinge zu machen und Wege zu gehen, die neu sind. Und auf Sicherheiten verzichten.

Sein Fazit: Der Mensch braucht weniger zum Leben als man denkt.

Mein Fazit nach den Begegnungen: Reisen ist das beste, was man tun kann. Es bietet Möglichkeiten für Begegnungen mit unterschiedlichsten Leuten, neue Ansichten und Ideen. Das ist manchmal sogar auch im Tessin möglich.

Kony 2012: Versuch einer Social Media Kampagne

Kony 2012: Versuch einer Social Media Kampagne

Zurzeit verbreitet sich ein ca. 30 minütiges Video im Web, das es anscheinend in sich haben soll:

Um was es geht: Der ugandische Kriegsverbrecher Joseph Kony treibt seit 20 Jahren sein Unwesen und (beinahe) niemanden interessiert es. Ein Hilfswerk hat es sich zur Mission gemacht, diesen Kriegsverbrecher zur Strecke zu bringen.

Ich bin ja ein grosser Anhänger emotionaler (Kurz-)filme. Und sicher hat der Film bewegende Szenen. Doch nach dem grossen Hype hätte ich mehr erwartet.

Doch das ist auch nicht das Wichtige. Es geht um etwas ganz Anderes, das ich kurz zusammenfasse:

Die neue Art der Politisierung
Wir beobachten es immer häufiger: Einen Grossteil der Menschen bewegt sich weg von traditionellen Parteien und Institutionen. Es findet eine Re-Politisierung der Gesellschaft statt. Die Menschen engagieren sich, übernehmen Verantwortung dort wo sie es für richtig halten. Kony2012 ist ein weiteres gutes Beispiel für diese Veränderung. Auch das Logo der umgekehrten Pyramide verdeutlicht das: Die Grosse Masse ist oben und nimmt Einfluss.

Social Media haben Power – und setzen Themen
Während früher die traditionellen Medien als Gatekeeper bestimmt haben, welche Themen uns zu interessieren haben, übernimmt das zunehmend die “crowd” (Masse). Es passiert beinahe täglich, dass ein bestimmtes Thema eine sehr grosse Aufmerksamkeit erhält. Nur weil eine signifikante Anzahl Leute es wichtig und relevant findet. Die Journalisten müssen nachziehen, nicht umgekehrt.

Wie es weitergeht
Gegen Ende des Films wird von einem internationalen Aktionstag gesprochen. Der findet am 21. April 2012 statt. In der Nacht auf diesen Samstag wollen die Anhänger der Kampagne weltweit möglichst viele Plakate aufhängen, um das Thema ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Auch hier wird versucht, eine Herausforderung zu meistern: Der Schritt von der Online- in die Offline-Welt, indem die Leute zu konkreten Taten motiviert werden. Ich bin gespannt wie sich das entwickelt und was für einen Einfluss die Kampagne noch gewinnen kann. Und natürlich: Was bleibt an Wirkung übrig?

Kritik
Die Aktion wird von vielen Seiten auch heftig kritisiert. Die Spendengelder sollen zu stark in die Administration und die Lobby-Arbeit fliessen.  Mehr zu diesen Vorwürfen in den beiden unten verlinkten Artikeln. Verteidiger sagen, dass gerade bei dieser Frage mit Lobbying mehr für die Sache erreicht werden kann (z.B. wenn die amerikanische Politik Militärbeobachter in die Region entsendet). Wer mich kennt weiss, dass auch ich eine kritische Haltung gegenüber Hilfwerken und “gutgemeinter” Hilfe einnehme. Bei diesem Beispiel fasziniert mich aber vor allem die Art und Weise der Kampagne und wie sich die westliche Gesellschaft verändert.

Fazit
Mit dieser Kampagne versuchen die Macher, via Social Media Grosses zu erreichen. Die bereits jetzt erreichte, sehr hohe Präsenz lässt den Schluss zu, dass dies funktioniert. Die Faktoren Emotionen und Betroffenheit scheinen zu mobilisieren. In der Offline-Welt ist die Kampagne jedoch noch nicht angekommen. Es bleibt interessant, ob und wie das gelingen wird.

Weitere Artikel zum Thema
Zeit Online: http://blog.zeit.de/netzfilmblog/2012/03/08/joseph-kony-2012-social-media-uganda-film/
Spreedblick: http://www.spreeblick.com/2012/03/07/kony2012-und-invisible-children/

Wer sich intensiver mit den erwähnten Veränderungen befassen will, dem sei der Beitrag von Dr. Prof. Peter Kruse empfohlen, in dem er sich anlässslich einer öffentlichen Anhörung zum Internet und der digitalen Gesellschaft äussert. Er stellt in seinem Paper 10 Thesen auf: Hier Download als PDF. Ich werde vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlicher darüber bloggen.

Benetton Unhate Campaign

Benetton Unhate Campaign

Bereits etwas älter ist die aktuelle Kampagne unhate von Benetton. Mit den unterschiedlichen, sich küssenden Menschen war den Machern die Aufmerksamkeit auf sicher.

Ich finde die Sache sehr gelungen und den Gedanken dahinter cool. Und es gibt auch die filmische Umsetzung der Idee:

Crowdfunding erreicht die Schweiz

Was ist Crowdfunding? Es geht darum, mit kleinen Beiträgen ein Projekt mit zu finanzieren. Das kann der Start einer Firma, ein kulturelles Projekt oder sonst etwas Kreatives sein.

Eigentlich dachte ich, die Idee 100-day.net wird die erste Crowdfunding Plattform der Schweiz. Doch die ersten Projekte starten da erst am 16. Februar.

Bereits online ist hingegen wemakeit.ch. Hier können künstlerische und kulturelle Projekte mit einem kleinen Zustupf gefördert werden. Wird das Spenden-Ziel nicht erreicht, erhält man das Geld zurück. Es geht dabei aber nicht nur ums Spenden. Ab jedem Beitrag bekommt man auch eine kleine Gegenleistung seitens der Künstler. Bereits ab Fr. 5.- ist man dabei.

Mein erstes Projekt, das ist unterstützt habe, ist die CD-Produktion von Anna Kaenzig. Mir gefällt die Musik und ich finde diese Singer/Songwriter unterstützenswert. Wer auch einen Beitrag leisten will: Hier der Direkt-Link zum Projekt inkl. Video: http://wemakeit.ch/projects/don-t-think-twice

Ich halte euch auf dem Laufenden, was mit meiner kleinen Spende passiert und welche Erfahrungen ich dabei mache.

PS: Gemäss wikipedia sei c-crowd.com die erste Crowdfunding-Plattform der Schweiz. Auf den ersten Blick scheint es jedoch eine reine Spenden-Sammel-Seite für “soziale” Institutionen zu sein. Nicht zu vergleichen mit den zwei erwähnten Plattformen. Ich sehe nicht, dass man ganz konkrete Projekte unterstützen kann und spricht mich überhaupt nicht an.