Jul 24 2010

Barcamp Bodensee: Kurz-Bericht

Wie heisst es so schön: besser spät als nie. Ich schreibe doch noch einige Worte zum Barcamp Bodensee, das am 5./6. Juni in Konstanz stattgefunden hat. Obwohl schon einige Wochen seither, denke ich oft an diesen coolen Event zurück. Die Leute im Orga-Team waren einfach super, die Zusammenarbeit hat richtig Spass gemacht. Die Aspekte, die mir besonders aufgefallen sind:

Kompetenzen verschieben sich
Es ist interessant zu sehen, wie teilweise völllig untechnische Leute Sessions über technische Themen besuchen oder gar selbst halten. Die inhaltliche Vernetzung war höchst spannend, die Quote der IT-Leute nimmt bei solchen Anlässen nach meinem Gefühl immer mehr ab (in absoluten Zahlen natürlich nicht). Weiter gedacht bestätigt dies die bekannten Konsequenzen auch für die Berufswelt: es gibt in gewissen Themenbereichen Spezialisten, die sich das Wissen einfach so und teilweise zum Spass aneignen. Das Wissen ist frei verfügbar. Es wird in der Zukunft unbestritten wichtig sein, wie man mit diesem Wissen und Informationen umgeht und umgehen kann. Es wird immer eine kleinere Bedeutung haben, welche Ausbildung man abgeschlossen hat (vorausgesetzt man hat eine abgeschlossen und weiss, was lernen bedeutet). Die Möglichkeiten sind gross, die Entwicklung so rasant, dass auch “neue” Leute sich in Nischen spezialisieren können.

Sponsoren
Hier einfach ganz grosses Dankeschön in Globo. Es hat mich natürlich gefreut, auch viele Schweizer Firmen als Sponsoren gesehen zu haben (dies wären holidaycheck.com, stit.ch, memonic.com, namics.ch, delinat.ch und brack.ch)

Sessions

Speziell erwähnen möchte ich einige Sessions, die mir in Erinnerung geblieben sind:
- Software-Entwicklung unter Android: witzig war, dass wir fast alle die selben Erfahrungen gemacht haben (ausprobiert aber irgendwo gescheitert). Die Session war Motivation, es nochmals zu versuchen. Es ist echt nicht schwierig und funktioniert auch :-)
- Scrum: Erfahrungen und Austausch dazu, siehe Bild links.
- Die youtube-karaoke-session von leumund. Hier ist besonders die Innovationskraft hervorzuheben. Ich habe zwar schon einige impro-Vorträge gesehen, aber ohne Vorbereitung youtube videos synchronisieren, das habe ich noch nie gemacht. Toll: es hat niemanden gestört, auch wenn die Vorstellungen teilweise mehr als peinlich waren (so beurteile ich zumindest meinen kurzen Auftritt :-) ) Aber wen störts, wir sind alles Menschen, probieren Dinge aus und können scheitern. That’s life.

Menschen

Die Menschen, die durch diesen Anlass angezogen wurden, sind speziell. Sie sind web affin und haben dadurch einen offenen Zugang zu neuen Technologien. So machen insbesondere auch Tools und Dienste noch mehr Spass, die sonst nur in ebendiesen speziellen Kreisen Verbreitung finden (z.B. Twitter und Foursquare). Wenn man plötzlich von vielen solchen Leuten auch räumlich nah umgeben ist, ist das eine andere Art von Kommunikation, die sich etabliert. Diese Kommunikation zu erleben, den Sprung von der online Welt in die Reale noch einen Tick intensiver zu gestalten, gefällt mir. Wo ich mich normalerweise aufhalte begegne ich nicht so vielen Leute, die sich über solche Web-Dienste im höchsten Grad sozialisieren. Das Erlebnis ist immer wieder neu, total vernetzt und einfach anders.

Mehr habe ich nicht notiert, ich freue mich bereits auf die hoffentlich nächste Ausgabe im 2011.


Jul 17 2010

Coiffure-Gespräche

Meine Blog-Themen stapeln sich – daher will ich beginnen, die Dinge abzuarbeiten, über die ich gerne schreiben möchte.

Kürzlich (letzten Monat) war ich wieder einmal bei meinem Coiffure. Und die Gespräche sind immer ziemlich tiefgründig. Er sagt zwar, dass er keine Ahnung von den Dingen und der Welt habe diese aber durch seine Kunden lerne. Seine Thesen und Aussagen sind meistens ziemlich gewagt – aber die Gedanken gefallen mir. Zum Beispiel:

Wir sollten Aktien von Deoherstellern kaufen. Grund war eine Diskussion über das Rauchverbot. Er war der Meinung, dass durch das Rauchverbot die körperlichen Geruchsemissionen in gewissen Räumlichkeiten steigen würden (was ich bestätigen kann). Dass dadurch aber mehr Deodorants verkauft werden, da bin ich mir nicht sicher. Wo er hingegen recht hat: das Geschäft mit Deodorants ist sicher ziemlich krisenresistent.

Was Hänschen nicht lernt lernt Hans sowieso. Dieser Spruch finde ich je länger desto richtiger. Wir haben uns über die Zukunft und die gebotenen Möglichkeiten unterhalten. Und dass dieser Spruch in ursprünglicher Form Schwachsinn ist. Ich erinnere da gerne an meine ehemalige Englisch-Lehrerin. Ihr Motto war: “It’s never too late”. Sie wollte uns damit zwar nur zum lernen motivieren, doch in vielen Fällen wird dies stimmen. Wenn etwas wirklich erreicht werden will, das Ziel verfolgt wird und man sich dafür einsetzt, ist vieles möglich. Zudem ändert sich unsere Welt viel zu schnell. Berufsbilder und Wissen verändert sich derart stark, dass es immer wieder neue Chancen gibt.

Frauen und Multitasking-Fähigkeit. Frauen sind oft Thema der Gespräche. Mein Frisör meint, dass Frauen nur aus einem Grund Multitasking-Fähigkeit nachgesagt wird: weil sie nicht Singletasking-Fähig seien. Sprich: sie können sich gar nicht auf eine Sache so “richtig” konzentrieren. Ich habe eigentlich genug über die “populärwissenschaftlichen” Abhandlungen zu den Unterschieden zwischen Mann und Frau gelesen und gehört. So richtig überlegt habe ich mir das aber nie.

PS: Der Coiffure schneidet nebenbei auch die Haare super :-)


May 2 2010

Frühling: Frauengespräche

Wiedermal im Zug :-)

Sie: Ich bin daran, wieder abzunehmen.

Sie 2: Ich hab das anders gelöst. Ich hab neue Kleider gekauft.

Verschiedene Menschen, verschiedene Lösungen…


Apr 18 2010

Status zum Thema Mutter

Wie hier schon einmal berichtet, gibt es manchmal aufeinander folgende Stati, die einfach irgendwie passen (aber eigentlich nicht zusammen hängen). Heute Abend ist es wieder einmal vorgekommen:

Ich bin immer wieder erstaunt und erfreut darüber, wie Blogger und Twitterer direkt aus dem Leben berichten. Ungeschminkt und authentisch.


Jan 25 2010

Bundesrat sucht Stelle

Letzte Woche wurde in der Thurgauerzeitung eine ganze Seite mit Stellengesuchen abgedruckt. Abgesehen von dieser Aussergewöhnlichkeit ist ein Inserat besonders aufgefallen. Es ist nicht von einem amtierenden Bundesrat, sondern von einem zukünftigen:


Jan 13 2010

Job: Nur für Frauen

Kürzlich ist mir ein Bild in die Hände gekommen, das ich während dem WK im Bündnerland gemacht habe. Und bemerkt, dass ich noch gar nicht darüber gebloggt habe. Und zwar hat ein Wirt jemanden (ursprünglich Geschlechtsneutral) für den Service gesucht:

jobinserat

Schwarz durchgestrichen sind die beiden Worte “einen oder” und der Schrägstrich am Schluss (vor in). Es ist klar: er hat sichs nochmals überlegt und will jetzt definitiv eine Frau. Und nein, ich fühle mich nicht diskriminiert.


Oct 17 2009

Athen: Kurz berichtet

091017

Stichwortartig weitere Eindrücke aus der griechischen Hauptstadt:

  • Kanalisation: ist nicht so das wahre. Ich habe mich jedoch schon daran gewöhnt, dass das Klopapier in den Kübel daneben und nicht in den Abfluss gehört.
  • Zeit: ich gewisse Leute haben permanent 10-15 Minuten Verspätung haben. Ich kann es zwar ohne Probleme akzeptieren, aber nicht ganz nachvollziehen. Lösung ist, immer was zu lesen dabei zu haben.
  • Wurde gefragt, wo man in Athen Schokolade kaufen kann. Was man nicht alles erwartet. Noch lebe ich von swiss chocolate. Reicht voraussichtlich noch 1 Woche :-)

Wir haben im Hotel einen Muslim (aus Usbekistan). Ich habe das Gefühl, mit ihm relativ gut auszukommen (im Gegensatz zu einigen Frauen) Auch bei aus meiner Sicht völlig wirren Ansichten versuche ich, den nötigen Respekt vor seiner Religion und Kultur zu bewahren. Denn darauf gründet hauptsächlich sein Weltbild. Und das ist doch ziemlich verschieden:

  • Die Stellung der Frau muss ich nicht erwähnen – ihre Aufgaben sind klar verteilt (Kinder erziehen, Haushalt). Er findet zwar auch, dass Frauen eine gute/hohe Bildung haben sollten. Aber nicht, um das Wissen für die Wirtschaft einzusetzen. Sondern um diese Bildung den Kindern weiterzugeben.
  • Er hat auf dem Laptop Bilder seiner Heimt gezeigt. Als Bilder an der Reihe waren, auf denen seine Schwester abgebildet war, musste ich weg. Er darf männlichen Personen keine Bilder seiner Schwester zeigen bzw. will es nicht. Frauen durften weitersehen. Ich habe kein Problem damit, verwundert hat es mich doch. Ein Mann zeigt nicht Bilder seiner Schwester vor anderen Männern (wenn sie es auf Facebook selber macht, sei das anscheinend etwas anderes).
  • Homosexualität ist schlicht illegal.
  • Er hatte eine Freundin. Er hat sie verlassen, obwohl er sie geliebt hat. Der Grund: sie hat ihm gesagt, dass sie nicht mehr Jungfrau ist. Ein absolutes nogo für ihn.
  • Er bewundert die Schweiz, Deutschland und Russland. Alle anderen Länder sind in seiner Ansicht weniger wert. Er kauft z.B. eine Digitalkamera nur in einem dieser Länder. Er glaubt, dass auch chinesische Hersteller ihre besten Produkte in diese Länder exportieren. Und nicht in sein Land.

Es gibt Leute, die versuchen mit ihm, darüber zu diskutieren und umzustimmen. Das bringt meines Erachtens nichts. Wir können anderen Leuten nicht unsere Kultur aufzwängen. Die Globalisierung bewirkt ganz automatisch, dass wir immer ähnlicher werden. Wenn auch gewisse Unterschiede bleiben, was ich absolut spannend finde. Ich versuche, ihn und seine Denkweise zu verstehen. Auch wenn mir das manchmal sehr schwer fällt.


Sep 5 2009

Freude auf die Pension

rentner

(c) by ovit / flickr.com

Diese Woche haben sich im Zug drei Pensionäre zu mir gesetzt. Und dann begann eine höchst interessante Diskussion. Ich vermute, es waren ehemalige ETH-Professoren. Jedenfalls haben sie sich über allerlei wissenschaftliche Gebiete unterhalten. Unter anderem, aus was das Leben besteht, Biologie, Physik, Mathematik. Sie haben sich über die neusten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse in diesen Bereichen unterhalten. Anschliessend folgte eine spannende Diskussion über Einsteins bekannte Theorie. Der eine fragte, ob die bekannte Formel e=mc^2 auch für kleine Geschwindigkeiten, beispielsweise für diesen Zug gültig sei. Der andere konnte antworten: “Ja, der Zug hat eine leicht höhere Masse, wenn er fährt als wenn er stillsteht. Die ist jedoch minimal. Erst wenn die Geschwindigkeit über ca. die Hälfte der Lichtgeschwindigkeit kommt, schenkt es langsam ein. Die Lichtgeschwindigkeit ist ja im Quadrat in der Formel enthalten.”

Ich war begeistert: normalerweise amüsiere ich mich über niveaulose Diskussionen und triviale Alltagsprobleme und Sorgen. Diesesmal war das Gegenteil der Fall.

Ich freue mich auf die Pension, auch wenn ich schätzungsweise noch ca. 40 Jahre davon entfernt bin. Dann hat man Zeit (so stelle ich mir das zumindest sehr naiv vor), sich den ganzen Tag mit neuen Gebieten zu beschäftigen, die einem beruflich eigentlich nicht weiterbringen. Vielleicht sollten wir uns jedoch auch im erwerbsfähigen Alter öfters in Gebiete vertiefen, die offensichtlich keinen unmittelbaren Nutzen bringen. Just for fun.

Da kommt mir gerade die Kolummne von Kurt Zimmermann in der aktuellen Ausgabe der Weltwoche in den Sinn. Darin beschreibt er ein Experiment, in dem er einige Monate ohne Zeitung und Information gelebt hat. Er meinte, es hätte ihm nichts gefehlt. Sein Fazit: die täglichen News sind absolut nutzlos. Nun auch hier bin ich der Meinung, dass alltägliche Berichte über die Welt und die Gesellschaft einen Nutzen bringen. Neben der Grundlage als Gesprächsstoff erweitert es den Horizont. Und sie unterhalten uns, was für mich Nutzen genug ist. So wie die drei älteren Herren kürzlich im Zugsabteil.


Aug 12 2009

Berufswunsch Kindergärtner

Habe heute eine Diskussion im Zug zwischen zwei ca. 10 Jährigen Knaben mitangehört:

1: Was willsch mal werde?
2: Koch. Oder Kindergärtner.
1: haha
2: Und was denn du?
1: KV natürlich
2: KV isch huere langwilig. Do hängsch es jo nur umenand. Chasch grad so guet id Kanti.
1: I letschter Ziit han ich eh huere de durchhänger…

Mann war das witzig…


Jul 23 2009

Zug-Läufer

Wer die Wahl hat...

Heute schreibe ich über eine interessante Spezies Mensch. Es sind Mitmenschen, die es zu ihrem Ziel gemacht haben, den optimalsten Platz im Zug zu ergattern. Und das zu jeder Tageszeit, sprich: nicht nur in der grössten Rush-Hour, sondern auch mitten im Tag, wenn die Züge halb leer verkehren.

Das äussert sich dann so, dass oft durch den ganzen Zug gelaufen wird. Die Entscheidung, welchen Sitz man belegen soll, kann bei diesen Leuten sogar in einem fast leeren Zug ein esentielles Problem darstellen. Die meisten Leute pflegen keine Konversationen mit fremden Mitmenschen im Zug. Das ist von mir aus ok. Aber dass sie um jeden Preis alleine in einem Abteil sitzen wollen, das kann ich nicht wirklich begreifen. Der Aufwand wäre es mir nicht wert.

Man muss nicht immer alles verstehen :-)