Über den Begriff Toleranz

Kürzlich habe ich über das Sozialkapital der Gesellschaft gebloggt. Interessant waren bei diesem Artikel die Gedanken zu Toleranz. Toleranz bedeutet demnach nicht nur, andere/s zu tolerieren. Sondern dies bewusst auch auszuhalten. Es wurde der Vergleich Stadt/Land gezogen, dass auf dem Land das Ausweichen weniger möglich ist. Und dass in Städten die Möglichkeiten so vielseitig seien, dass man fast immer ausweichen könne, wenn einem etwas nicht passt. Und darum Toleranz weniger notwendig sei.

Diese Woche sass ich im Zug als jemand kommt und fragt, ob der Sitz gegenüber noch frei sei. Ohne nachzudenken sage ich ja, ohne zu sehen, dass der Herr einen Kebab in der Hand hält. Wenn ich etwas nicht mag, dann Personen, die stark riechende Speisen im Zug verzehren. Der Zug ein Büro – OK. Aber keine Küche. Soweit meine Einstellung.

Während der Zugfahrt habe ich mich mit der Zeit an diesen erwähnten Artikel über die Toleranz erinnert und überlegt, dass dies wohl Toleranz im eigentlichen Sinn sein muss. Ich sage nichts und akzeptiere sein Verhalten und Lebensstil, obwohl er mir zuwider läuft. Und nach einigen Minuten denke ich, dass es ja eigentlich gar nicht so schlimm ist und ich in dieser Frage ziemlich engstirnig durchs Leben gehe.

Vielleicht sollte ich mich noch mehr in Situationen begeben, die mir nicht behagen. Ausweichen (Abteil wechseln) wäre möglich. Aber es bringt nicht die selben Erkenntnisse.