Wie Menschen grüssen und der Grüezi-Faktor

Anlässlich meines ersten Studiums habe ich einmal einen Kurs Organisationspsychologie und Sozialpsychologie belegt. Und schwach kann ich mich erinnern, dass in einer Lektion einmal ein Dozent erwähnte, dass Menschen meist gleich zurück grüssen wie sie gegrüsst wurden. Das ist eine an sich unwichtige Information, an die ich mich trotzdem immer wieder erinnere (wer kennt das nicht 🙂 ). Seither achte ich oft darauf und ich würde sagen in 80% der Fälle stimmt es.

Diese Woche habe ich dies öfters wieder erlebt. Dies besonders bei nicht sehr eng bekannten oder fremden Personen auf der Strasse mit generischen Anreden. Wenn ich „Guten Morgen“, „Hallo“, „Hoi“ oder „Grüezi“ verwende kommt meist dasselbe zurück.

Wenn möglich grüsse ich fremde Menschen, auch in grösseren Städten. Warum, das weiss ich nicht genau. Vielleicht, weil ich die Freude der Menschen sehe, wenn sie etwas Aufmerksamkeit bekommen? Kürzlich ist im Magazin ein Artikel über das „Sozialkapital“ erschienen. Da wurde der gesellschaftliche Wert des Grüssen auf der Strasse, auch von Fremden Menschen, als ein Faktor vom „sozialen Kitt“ einer Gesellschaft beschrieben. Es gehe „um die Frage, was diese Gesellschaft im Grunde zusammenhält.“  Ich denke nicht, dass diese scheinbar hehren Gründe meine Motivation sind. Oder vielleicht indirekt doch? Die Frage, warum wir (fremde) Menschen grüssen, bleibt für mich unbeantwortet. Eine ähnliche Frage stellt sich beim Zugfahren, ob beim Hinsetzen gefragt wird, ob der Platz frei ist. Was ist unsere Motivation, freundlich und höflich zu sein? Vielleicht weil wir uns wünschen, auch so behandelt zu werden?

Der erwähnte Artikel über das Sozialkapital, sehr lesenswert:

Der „Grüezi-Faktor“: http://blog.dasmagazin.ch/2014/08/08/der-grueezi-faktor