Telefon vs. E-Mail

Diese Woche hatten wir am Rande einer Veranstaltung eine interessante Diskussion zum Thema E-Mail vs. Telefon. Auf der einen Seite: Ein beschäftigter Mann. Er schwört auf das Telefon und „lernt“ allen seinen Mitarbeitern, dass sie mit Telefon schneller ans Ziel kämen. Er mag keine ellenlangen E-Mails sondern antwortet lieber gleich direkt per Telefon – kurz und knapp. Neben der Geschwindigkeit (Mail schreiben und auf Antwort warten ist viel umständlicher) habe es auch mit Vertrauen zu tun. Man muss nicht alles schriftlich machen, sondern das Wort zählt noch.

Auf der anderen Seite: ich. Mein Ziel ist gegenteilig: Das Umfeld so zu konditionieren, dass sie mir Mails schreiben anstatt anzurufen. Das hat viele Vorteile:

  • Keine Unterbrechung: Ich lese die Mails, wann ich will und Zeit habe.
  • Ich hab etwas Schriftliches. Es ist nunmal so mit der menschlichen Wahrnehmung: Sie täuscht uns so sehr, dass wir manchmal etwas behaupten, das einfach nicht so war. Das ist nicht böse gemeint oder absichtlich, aber es passiert uns allen einfach immer wieder.
  • Schreiben ist immer auch gedankliche Arbeit. Man überlegt sich die Sache besser. Wer kennt das nicht, dass er mitten im Schreiben eines Mails die Lösung bzw. Antwort schon erkannt hat? Schriftlichkeit verhindert unnötige Anfragen. Im Gegensatz dazu, wenn per Telefon ein einfacher Sofort-Support erreichbar ist.
  • Es ist eine Philosophie, dass ich während ich konzentriert arbeite nicht telefoniere und mich nicht ablenken lasse. In diesen Fällen ist der Anrufbeantworter da.

Der nächste Blogpost könnte dann „E-Mail vs. Sitzungen/Meetings“ heissen. Ist ein ähnliches Thema, wobei das Fazit bei mir wieder mehrheitlich zugunsten von E-Mail ausfallen würde.

Übrigens gibt es auch im Bereich E-Mail die Möglichkeit, kurz zu antworten. Aus der Produktivitäts-Ecke kommt die Idee, dass jedes Mail mit maximal drei Sätzen beantwortet werden sollte (http://three.sentenc.es/). Der Empfänger wird in der Signatur auf diese Philosophie hingewiesen.