Von Hunden und morgendlichem Humor

Wie beinahe jede Woche bin ich auch letzte Woche wieder einmal nach Bern gefahren. Besonders um die Zeit früh morgens schätze ich die 1. Klasse. Grund: Mehr Ruhe und grosszügigere Platzverhältnisse.

hund-im-zug-2In Zürich steigt ein Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner zu. Dieser schüttelt sich erstmal heftig und legt sich dann hin, siehe Bild. Stellt euch sein Hecheln vor. Ich sass im Abteil gegenüber, die Frau mir gegenüber fand es ziemlich witzig und konnte sich vor lachen kaum halten.

Kurze Zeit später sitzt tatsächlich ein Geschäftsmann in das Abteil mit dem Hund. Ich hätte mir das nie angetan, aber jedem das seine 🙂 Meine Reaktion beim Anblick von Hunden ist ja immer zuerst: Oh nein, möglichst weit weg.

Der Hundebesitzer entschuldigt sich dafür schon einmal vorgängig und vorsorglich: „Wenn es dann stinken sollte bin das nicht ich. Er furzt halt manchmal.“.

Eine Steigerung seiner unendlichen Liebe zu seinem Hund gibt es noch: Er stellt dem Hund ein Wasserbecken hin. Der Hund schlürft regelmässig daraus und schüttelt sich danach. Dem Gast daneben wird es zunehmend unwohl, mein Gegenüber lacht immer wieder. Bis der Geschäftsmann schnippisch meint, es fänden es wohl nicht alle gleich witzig 🙂 Als der Hund dann auch noch seine Hose mit der Zunge beplätschert, erleben wir wieder das scheinbar unendliche Verständnis des Hundehalters gegenüber seinem Vierbeiner. Es sei schliesslich nur Wasser und das sollte ja kein Problem darstellen.

Danach klingelt noch das Telefon des Hundehalters. Klingelton: Hundegebell. Es passt zur Szenerie.

Was hat das jetzt mit Humor zu tun? Meine erste Grundhaltung war: Oh nein, ein Hund. Ich will doch meine Ruhe. Doch das Lachen der Person gegenüber (vor allem wegen dem witzigen Aussehen des Hundes, verbunden mit dem Hecheln) hat meine Einstellung verändert. Ich fands plötzlich auch ziemlich witzig. Und das Verhalten der anderen beiden Protagonisten (Geschäftsmann und Hundehalter) sowieso.

Trotz Hund: Ich habe Ruhe durch etwas Humor eingetauscht. So übel war der Deal nicht.