Tessin: Das Mallorca der Schweiz

Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 21. April 2012 geschrieben. Dank den Ironbloggern Schweiz wird der Beitrag nun doch noch veröffentlicht 🙂 Eine Kategorie „Vergammelte Entwürfe reloaded“ gibt es trotzdem nicht 🙂

Nach dem Artikel übers Reisen verblogge doch noch einige weitere Eindrücke von meinem Trip ins Tessin. Was mich als Tessin-nicht-kenner erstaunt hat: Italienisch kann man getrost vergessen. Ob in Restaurants, Ladengeschäften oder unterwegs: Man spricht hier mehrheitlich Schweizerdeutsch. Einzig beim Postauto-Chauffeur hat man bemerkt, dass italienisch seine Muttersprache ist. Sein Deutsch war aber trotzdem beinahe perfekt. Ich war noch nie auf Malloraca. Aber so ähnlich stelle ich mir das dort hinsichtlich Sprachen vor.

Zu Geisterdörfern: Ich bin durch ein solches gewandert. Nur in einem Haus, davor ein Auto mit Aargauer Nummernschild geparkt, waren Leute daran, ihren Sitzplatz einzurichten. Es ist ruhig. Wahrscheinlich das, was diese Leute suchen. Das Grotto ist wenige Auto-Minuten entfernt. Was will man mehr? Es ist eine typische Zweitwohnungs-Siedlung. Einheimische wohnen da nicht. Somit dürfte sich niemand an der Situation stören. Wer kommt will Ruhe und weiss das. Zumindest in der Nebensaison. So what?

Themawechsel: „Diese Finanzkrise hört auch nie auf.“, wird beklagt. Am Nebentisch auf der Garten-Terasse eines kleinen Restaurants haben sich pensionierte Zweitwohnungsbesitzer zum Apéro nieder gelassen. Natürlich aus der Deutschschweiz. Ja, es ist schön, wieder einmal Stammtisch-Atmosphäre zu erleben. Die Gäste begrüssen die Annahme der Zweitwohnungs-Initiative (Volksabstimmung 11. März 2012). Sie sei zwar leicht zu umgehen, aber die Ausländer würde es sicher abhalten. Und sowieso, der Zweitwohnungsbau sei schon ein Problem. Und die schlechten Öffnungszeiten des Dorfladens.

Manchmal würde ich gerne etwas Selbstreflektion verschenken.