Jul 28 2009

St. bloG-day Juli

27072009770Was anfangs nach einer two-man-show aussah, ist doch auf ein Treffen mit fünf Teilnehmer angewachsen. Neben Christian ist auch Annubis unerwartet noch zu uns gestossen. Zudem die “Stammgäste” Kopfchaos und Honigbaerli.

Themen waren gewohnt interessant. Insbesondere PPS (Piratenpartei Schweiz), deren Organisation, Bloggen allgemein etc. Da uns der Kellner der ersten Location um 20.00 Uhr “rausschmiss”, sind wir danach noch eine Beiz weiter gegangen. Dort bin ich wieder einmal in den “Genuss” eines richtigen Stammtisches gekommen. Die Wirschaftskrise (wie könnte es anders ein) hat dort Wellen geworfen. Einige Anwesenden (nicht-Blogger) sehen den grossen Untergang erst vor uns. Tja, we’ll see.

Voraussichtlich 3/5 der anwesenden Blogger werden sich am nächsten Freitag in Zürich wieder treffen.

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Jul 23 2009

Zug-Läufer

Wer die Wahl hat...

Heute schreibe ich über eine interessante Spezies Mensch. Es sind Mitmenschen, die es zu ihrem Ziel gemacht haben, den optimalsten Platz im Zug zu ergattern. Und das zu jeder Tageszeit, sprich: nicht nur in der grössten Rush-Hour, sondern auch mitten im Tag, wenn die Züge halb leer verkehren.

Das äussert sich dann so, dass oft durch den ganzen Zug gelaufen wird. Die Entscheidung, welchen Sitz man belegen soll, kann bei diesen Leuten sogar in einem fast leeren Zug ein esentielles Problem darstellen. Die meisten Leute pflegen keine Konversationen mit fremden Mitmenschen im Zug. Das ist von mir aus ok. Aber dass sie um jeden Preis alleine in einem Abteil sitzen wollen, das kann ich nicht wirklich begreifen. Der Aufwand wäre es mir nicht wert.

Man muss nicht immer alles verstehen :-)


Jul 21 2009

McDonalds: Die Eagles räumen auf

17072009756Vergangene Woche war ich in Mailand im McDonalds. Ja, um schnell noch ein Eis zu essen (McFlurry), bevor ich in den Zug nach Zürich gehuscht bin. Während dem Essen ist mir etwas aufgefallen: da sind mehrere Leute mit gleichen T-Shirts rumgelaufen, die aufgeräumt haben. Also Tische sauber gemacht, Tabletts wegegräumt, Boden gereinigt etc. Auf den Shirts stand: “Eagles Service”. Da hat sich bei mir unweigerlich die Frage gestellt:

Warum sind das keine McDonalds-Angestellten?

Natürlich kenne ich die Antwort. Andere Grosskonzerne machen das mit ihrem Reinigungspersonal auch. Sie outsourcen die “Drecksarbeit” an eine externe Firma. Vorteil: diese Firma kann noch schlechtere Löhne zahlen mit noch schlechteren Sozialleistungen dazu. Die Firmen meinen, sich damit aus der sozialen Verantwortung stehlen zu können. Sie stehen besser da (“Nein, wir beschäftigen keine Arbeiter mit einem Lohn von unter Fr. 3000.-”).

Genug Sozialkritik. Als überzeugter Verfechter der freien Marktwirtschaft einige grundlegenden Gedanken dazu:
1. Ja, das Verhalten der Firma finde ich persönlich schlecht. Firmen, die keine anständigen Löhne bezahlen, kritisiere ich. Firmen, die auf dem Buckel der Mitarbeiter sparen, missbillige ich. Da gibt es nichts hinzuzufügen. Ob dies in diesem Fall gegeben ist, ist reine Spekulation, jedoch wahrscheinlich.

2. Die Alternative eines Staatseingriffs ist abzulehnen. Ich behaupte, der Staat kann diese sozialen Probleme noch schlechter lösen als die Marktwirtschaft. Im Gegenteil: er verursacht, wenn stärker in den Arbeitsmarkt eingegriffen wird (z.b. mit Mindestlöhnen) höchstens noch mehr Arbeitslose. Das ist in jedem Fall zu verhindern.  Die Beschäftigungspolitik ist und soll primär Sache des Unternehmens sein. Und ja, motivierte, gute und freundliche Mitarbeiter sind ein Wettbewerbsfaktor.

3. Ich bin überzeugt von der 4. Macht im Staat, den Medien. Es ist geradezu ihre Pflicht, solches Verhalten von Firmen anzuprangern. Es ist ihre Pflicht, die Firmen beim Namen zu nennen, öffentlich zur Diskussion aufzufordern, investigativ neue Entwicklungen und Probleme aufzuzeigen. Auch Blogger sollten echten Druck ausüben und in Mitteleuropa noch stärkeres Gewicht erhalten in dieser Frage.

4. Eigenverantwortung: ich bin auch überzeugt von der kontrollierenden Gesellschaft und der Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Glauben Sie mir, ich werde in einem italienischen McDonalds kein Kunde mehr sein. Ich blogge nicht nur darüber, ich erzähle es auch meinen Kollegen und Bekannten (virales Marketing ;-) ). Vernichte ich Arbeitsplätze? Vielleicht. Andererseits erhalte ich die Stelle eines Eisdielen-Mitarbeiters, dessen Eis vielleicht etwas teurer ist. Das ist Wettbewerb. Kürzlich habe ich mir sogar einmal überlegt, einem Mitarbeiter einer FastFood-Kette ein Trinkgeld zu geben. Müsste jedoch einmal abklären, ob er es auch behalten dürfte, was ich ja schwer hoffe. Solche Massnahmen sind sicher wirkungsvoller als der Ruf nach mehr Staat.

5. Allgemein finde ich Fast-Food-Buden interessante “Biotope” menschlichen Verhaltens. Ich habe mir schon einige Male überlegt, temporär einen solchen Job anzunehmen. Rein wegen den Erfahrungen, die man machen könnte.

Meine Gedanken sind vielfältig. Ich konnte noch nicht alles in Worte fassen und niederschreiben. Insbesondere Punkt 2-4 würde ich noch gerne genauer und detaillierter begründen. Das Thema wird mich sicher noch weiter beschäftigten.


Jul 20 2009

Live: Heidi Happy

090719_seebad_unpluggedAm Sonntag Abend besuchte ich ein Konzert im Seebad Enge (Zürich). Die Artistin (Heidi Happy) und ihr musikalischer Begleiter haben mich mit ihrem Konzert erfreut. Die Stimmung war ausgelassen und gemütlich. Die tollen Klänge (und natürlich Stimmen) an diesem schönen Sommerabend, sozusagen auf dem Wasser des Züri-Sees, waren fantastisch.

Alle zwei Wochen werden durch den Sommer hindurch in dieser speziellen Umgebung Konzerte organisiert, Eintritt jeweils frei. Die nächste Veranstaltung der Reihe “Seebad (Un)plugged – akustische Konzerte im Seebad Enge” findet am 2. August mit Peter Finc Feat. Linah Rocio statt. Gut möglich, dass ich wieder anwesend sein werde :-)

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Jul 18 2009

Kanton Thurgau: Informatik-Panne

logo_kanton_thurgauWährend meiner fünftägigen Abwesenheit hatte der Kanton Thurgau eine kleinere Informatik-Panne zu bewältigen. Grund war der Newsletter der “Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau“. In regelmässigen Abständen wird ein Newsletter mit neuen statistischen Informationen verschickt.

Durch ein Software-Update haben die Empfänger den letzten Newsletter rund 45 mal erhalten. Das wäre ja noch nicht so tragisch gewesen. Doch in den 45 Mails waren immer die Adressen von sämtlichen Empfängern enthalten (der Newsletter hat gut 300 Abonnenten). Mit dem verantwortlichen Techniker kann ich mitfühlen. Das ist ein unschönes Gefühl, wenn sowas derart krass schief geht. Auch die verantwortliche Firma nennen wir hier jetzt nicht namentlich, sowas kann jedem passieren (wenn es auch unter keinen Umständen passieren sollte).

Aus eigener Erfahrung kenne ich die Newsletter-Problematik. Es sollte  für den Versand des Test-Newsletters die selben Routinen verwendet werden wie für die “scharfe” Version.

Hier noch das Entschuldigungs-Mail, das anschliessend angekommen ist:

Sehr geehrte Leserinnen und Leser des “Newsletter Statistik Thurgau”
Aufgrund eines technischen Problems wurde der (1x ausgelöste) Versand des “Newsletter Statistik Thurgau” heute durch das System unzählige Male wiederholt. Zudem führten (uns nicht bekannte) Softwareanpassungen dazu, dass alle Empfänger des Newsletters in der Adresszeile sichtbar waren. Diese Mängel traten erst beim Versand an die gesamte Verteilerliste in Erscheinung und waren bei den vorher durchgeführten Testversänden an ausgewählte Adressaten nicht sichtbar gewesen. Die verantwortlichen IT-Personen arbeiten daran, diese Fehler zu beheben.
Wir entschuldigen uns bei Ihnen in aller Form für die Unannehmlichkeiten, die Sie damit hatten, und hoffen, dass wir Sie weiterhin zu den interessierten Leserinnen und Lesern unserer Publikationen zählen dürfen.
Freundliche Grüsse

Jul 6 2009

Das Reduit

090630_reduitKürzlich hat das SF einen Dok über das Reduit gesendet. Prinzipiell finde ich die Dokumentationen von SF interessant. Der Film über das Reduit ist sehenswert.

Wir können uns kaum vorstellen, in welcher Situation die Schweiz damals gesteckt hat. Im Film haben einige Aktiv-Dienstler erzählt, wie sie sich gefühlt haben. Die Angst, von Deutschland überfallen zu werden, war omnipräsent. Die Historiker der Gegenwart können da nochso belehrend auftreten. Natürlich entschuldigt eine aussergewöhnliche Situation keine Fehler. Als gravierend oder nicht nachvollziehbar stufe ich diese jedoch nicht ein.

090630_reduit_maurerDie Journalistin kann die damalige Strategie (sprich: Rückzug ins Reduit und preisgeben des Mittellandes) nicht begreifen. Sie fragt immer wieder nach, wie man dies der Bevölkerung “verkaufen” konnte. Ueli Maurer hat meines Erachtens im Film die beste Antwort darauf gegeben. Man wollte sich auf die Stärken konzentrieren. Niemand geht auf eine offene Wiese, um sein Land zu verteidigen. Diese Strategie würde man sogar heute noch in Betracht ziehen.

Gemäss den Zeitzeugen waren die Industrieanlagen mit Sprengsätzen versetzt. Wie auch der Gotthard. Ein Einmarschieren hätte von den Deutschen einen sehr grossen Preis verlangt. Gewonnen hätten sie nichts: ein zerstörtes Mittelland und einen defekten Gotthard.

Wenn man die Aussagen der Aktivdienstler und diejenige der Historiker betrachten, sind diese sehr gegensätzlich. Die Zeitzeugen berichten von einem “zähen Widerstandsgeist der Soldaten” gegen Nazi-Deutschland. Die Historiker meinen, dass ein Nachgeben wahrscheinlicher gewesen wäre. Ich denke, es ist mit der Situation heute zu vergleichen. Die Politiker (allen voran der Bundesrat) halten dem internationalen Druck weit weniger Stand als das Volk.

Kurz einige Punkte, die mich weiter beschäftigt und/oder erstaunt haben:

  • General Guisan verkleinerte die Bestände der Armee, zugunsten der Wirtschaft. Ein Reduit zu verteidigen braucht weniger Mann.
  • Die Wegweiser im Land wurden demonatiert, damit die Deutschen sich nicht orientieren könnten. In der heutigen Zeit ist die Wirkung dieser Massnahme fast unvorstellbar.
  • Die Mitglieder der Nationalen Front, die für den Anschluss der Schweiz an Nazi-Deutschland gekämpft haben, waren in der Armee äusserst unpopulär. Solche Leute wurden schnell verpfiffen und aus der Armee ausgesondert. Gut so.
  • Die Aktivdienstler sind sehr realistisch. Sie sagen, dass in der Erinnerung mehr Schönes als Schlimmes vorhanden ist. Das Schlimme vergisst man schneller. Dass die Zeit hart, ungemütlich und beängstigend war, bestreitet indes niemand.
  • Ein kampfloses Aufgeben hat für das Volk und die Soldaten nie zur Debatte gestanden. Wenn man den älteren Herren zuhört, erklären sie, wie sie für die Verteidigung des Landes alles, auch ihr Leben, gegeben hätten. Das beeindruckt.
  • Die Schweiz ist nicht nur wegen der Reduit-Strategie vom Krieg verschont geblieben. Die enge Wirtschaftliche Verflechtung mit Deutschland und der Gotthard waren weitere Punkte. Alles in allem scheint die Strategie aufgegangen zu sein.
  • Natürlich wurden die Zeitzeugen auch auf die Flüchtlingspolitik der Schweiz zu damaligen Zeit befragt. Natürlich hätte man alle Juden aufnehmen sollen. Die Lage war für alle dramatisch. Doch es wurde auch befürchtet, dass die Nahrungsmittel kaum ausgereicht hätten. Sicher kann man im Nachhinein sagen, dass man einiges besser oder anders hätte machen können oder müssen.

Ich bin gespannt, die die nächste Generation über dieses dunkle Kapitel der Geschichte denken wird. Wichtig, dass nie vergessen wird, was die persönliche Freiheit bedeutet.