Aug 15 2007

Gedanken zum Rauchverbot

In Irland wird in Restaurants und Pubs nicht geraucht. Die Leute gehen nach draussen. Ich habe mir sagen lassen, dass dies den Zusammenhalt und die sozialen Kontakte unter den Rauchern verbessere. Vorstellen kann ich es mir noch. Wenn man einer (diskriminierten) Minderheit angehört und sich dann in dieser Minderheit versammeln kann, gibt das ein bestimmtes Gruppengefühl.

Persönlich habe ich meine Meinung in den letzten Jahren geändert. Konsequenterweise war ich einige Zeit “eher” gegen ein Rauchverbot. Doch ich denke, manchmal darf man auch aus ganz subjektiven Gründen von der eigenen Linie abweichen. Das heisst in diesem Fall: ein staatliches Rauchverbot fordern.

Eine Konsequenz des Rauchverbots ist mir jedoch aufgefallen: wenn die Zeit vorrückt, die Stimmung ausgelassener und die Innentemperatur der Pubs steigt, beginnt man die menschlichen Düfte zu riechen. Nun jetzt stellt sich die Frage, was schlimmer ist. Für mich ist der Fall klar: der Rauch. Denn der ist überall, auch Stunden danach.

Heute habe ich mit jemandem über das Rauchverbot diskutiert. Er meinte, falls es in der Schweiz komme, müsste man eine Art Raucherstäbchen entwickeln, die genauso stinken würden. Damit könnte man das Verbot nutzlos machen. Und eine gute Geschäftsidee wäre es allemal. Naja, ich zweifle daran und nehme die Anregung mit Humor.

PS: Ausgang ist in Cork/Irland nicht bis in die frühen Morgenstunden möglich. Letzer Bus: 23:15. Wer das Taxi nimmt, kann bis 2pm feiern. Denn dann ist spätestens für jedes Lokal schluss. Alle Pubs werben zwar mit Öffnungszeiten “till late”. Doch “late” ist nur ein Synonym für 2pm. Aber es gibt ja immer noch die Strassenmusikanten, die nach den Pubs Hochbetrieb haben. Auch bei strömendem Regen wird noch etwas auf der Strasse rumgetanzt, dann in der nächsten Fastfood-Kette ein Burger verdrückt bevor es nach Hause geht. Das ist der irische Lebensstil ;-)


Aug 12 2007

Franzosen

Franzose: Wohnst du in der Nähe von Bern?
Ich: Nein, ich wohne ganz im Osten der Schweiz, sozusagen an der Grenze zu Deutschland.
Franzose: Aha, also doch in der Nähe von Bern. In der kleinen Schweiz wohnen ja alle in der Nähe von Bern…

Nun dieses Beispiel, gestern erlebt, verdeutlicht etwas den grossen Stolz der “Grande Nation”. Gestern Nachmittag haben sie sich im Pub mit den Iren verbrüdert. Denn es gab ein Rugby-Spiel Frankreich-England zu sehen. Und dass die Engländer bei den Iren aus historischen Gründen nicht sehr beliebt sind, dürfte bekannt sein. Andererseits: an den Patriotismus der Engländer kommen sie doch nicht ganz heran. Wenn man sieht, mit welchem Elan die britischen Spieler die Nationalhymne gesungen haben…

Eine weitere Episode habe ich heute im Flug von Dublin nach Zürich erlebt. Alle Informationen, z.B. die Sicherheitsinfos etc. wurden von den Stewardessen Flugbegleiterinnen in Englisch verbreitet (schliesslich bin ich mit einer irischen Gesellschaft geflogen). Danach haben sie ein Tape laufengelassen, das die selben Informationen in Französisch zum Besten gab. Wird einfach angenommen, dass die Deutsch-Schweizer weniger Hemmungen mit der englischen Sprache haben? Na mir machts ja nichts aus. Ist nur etwas sonderbar, schliesslich haben wir einen Flughafen der Deutschweiz angeflogen …


Aug 8 2007

Mitarbeiter-Kategorien

Bei McDonalds gibt es hier in Irland anscheinend verschiedene Kategorien Mitarbeiter. Man kann sie über das T-Shirt identifizieren. Bei den einen steht “service with a smile”. Diese haben wahrscheinlich neu angefangen oder haben sich noch nicht ganz in der Karriereleiter hochgelächelt. Denn sonst wird man früher oder später Mitarbeiter des Monats. Wer das einmal war, darf das entsprechende T-Shirt tragen (“I am an employee of the month”). Ich dachte, die “Mitarbeiter des Monats” gäbe es nur in Amerika (der Film Super Size Me lässt grüssen). Hält das nun auch in Europa einzug?

Die dritte Kategorie Mitarbeiter ist wahrscheinlich etwas dazwischen. Auf deren T-Shirts steht: “Time me – I’m much faster then the others!”. Vielleicht will ich auch gar nicht wissen, was alles dahinter steckt und welche “pseudo-Konkurrenzkämpfe” hier stattfinden. Denn ich kann mir wahrscheinlich nur annähernd vorstellen, was das für Jobs sind und mit welchen Belastungen man da fertig werden muss.

PS: Kennt ihr das Buch101 Things To Do Before You Die“? Ich finde es sehr amüsant, ev. blogge ich später einmal darüber. Jedenfalls könnte ich mir vorstellen, dass die Arbeit bei einer Fastfood-Kette auch ganz spezielle Einblicke in ein anderes Leben geben könnte und auf eine solche Liste gehören könnte…