Absolute Frechheit im Thurbo
Nein, ich will nicht. Aber es ist unumgänglich, ein weiterer Post über die Verluderung der Gesellschaft zu schreiben.
Um es mit den Worten meines Kollegen auszudrücken: ich dachte, meine Augen lügen mich an, als ich das gesehen habe. Sonntag Nachmittag, heiss. Ich sitze im schönen, klimatisierten Thurbo-Regionalzug von Romanshorn nach Kreuzlingen. Plötzlich rieche ich Rauch, ich schaue mich um, und im Abteil hinter mir steigt Qualm auf. Ich stehe auf, schaue in das Abteil, und weise die zwei Frauen auf das Rauchverbot hin. Als sie mit einem laschen Ja antwortete, sagte ich noch, dass es mich stören würde. Sie hat darauf hin die Zigarette glücklicherweise ausgemacht. Erst im Nachhinein realisiere ich, was hier eigentlich abgelaufen ist. Und ich bin erstaunt, dass ich dabei nicht laut geworden bin.
Was für eine Dreistigkeit und Frechheit muss man für sowas an den Tag legen? Warum schauen alle die Meisten tatenlos zu? Als ich den Rücken zu ihr gekehrt habe, sagte sie leise: “ist ja wie Parfüm”.
Es ist schlimm, aber es gibt immer mehr Leute, die können die kleinsten Regeln nicht einhalten, die für unsere friedliches Zusammenleben so wichtig sind. Wenn wir gerade beim Zugfahren sind:
1. In deklarierten Raucherzonen (z.b. Zug) wird sicher nicht geraucht
2. Füsse werden nicht auf die Sitzpolster gesetzt. Ansonsten gibt es massenhaft Gratis-Zeitungen, die als Unterlage benutzt werden können.
3. Abfall, insebsondere Zigarettenkippen und dergleichen kommen in die dafür bereitgestellte Abfallbehälter. Und nicht auf das Gleis, den Boden oder sonstwo hin.
Wer einmal die Leute beobachtet merkt erst, wie wenig Menschen die obigen 3 kleinen Regeln befolgen. Müssen wir überall Plakate aufhängen und Polizisten private Sicherheitsdienste auffahren lassen?
Nur soviel: es geht bergabwärts.
July 2nd, 2006 at 22:16
Das mit dem “abwärts” sagen schon unsere Grosseltern… Aber stimmt schon, der Ego greift überall immer mehr Platz – “Anstand” scheint tatsächlich ein Fremdwort zu werden…
July 2nd, 2006 at 22:37
Nur hat es “früher” vielleicht die Staatsrechnung nicht derart belastet wie heute. Aber das ist ein anderes Thema.
July 3rd, 2006 at 06:16
Wenn einer heute im Zug raucht, belastet das die Staatsrechnung? Also diese Logik musst du mir zuerst noch erklären…
July 3rd, 2006 at 09:22
Das Rauchen ist vielleicht ein schlechtes Beispiel. Aber wenn wir beispielsweise auch die im Post angesprochene “Abfallentsorgung” ansprechen, sind das schon enorme Kosten. Es ging ja um eine grundsätzliche Aussage über das egoistische Verhalten.
Und wenn sich Leute allgemein nicht an die kleinsten Regeln halten (ob jetzt das Rauchen, Randalieren oder sonst etwas) ruft das nach Ordnungsmassnahmen. Und diese müssen von der Allgemeinheit bezahlt werden. Oder anders gesagt: auch Rauchverbote müssen (teuer) durchgesetzt werden, wenn von Seiten der Raucher das nicht funktionieren sollte. Glücklicherweise sprechen wir hier noch von Einzelfällen.
Siehe dazu auch http://blog.thge.ch/?p=157
August 22nd, 2007 at 07:16
Stimmt schon: Immer mehr Menschen leben immer näher beieinander. Dies funktioniert nur, wenn auch gewisse Grundregeln eingehalten werden.
Doch viele Leute scheren sich einen Dreck darum und machen, was ihnen gerade so passt.
Ich erlebe das tagtäglich bei meiner Arbeit (Kondukteur). Da bittet man jemanden, die Füsse vom Polster zu nehmen und 5 Minuten später sind sie wieder am genau gleichen Ort. Es gäbe noch unzählige andere Beispiele.
Glücklicherweise halten sich die meisten Menschen an die allgemeinen Regeln und ermöglichen so ein friedliches Zusammenleben.