Velo-Entsorgung

Die SBB kontrollieren anscheinend die Velo-Ständer am Bahnhof Amriswil regelmässig. Gestern habe ich folgendes Velo entdeckt:
velo-entsorgung

Wenn man sich nun einmal den Kosten bewusst wird, die nur schon für die Abfallbeseitigung und Behebung von Schäden durch Vandalen anfallen, sind das horrende Summen.

Im Kanton Thurgau ist übrigens das neue kantonale Abfallgesetz in der Vernehmlassung. Darin ist vorgesehen, dass neu Bussen für das sog. Littering (liegenlassen von Abfall) ausgesprochen werden können (bis zu Fr. 300.-). Die grossen Fragezeichen stellen sich hier natürlich bei der Durchsetzung eines solchen Gesetzes. Doch verharmlosen darf man die Problematik deswegen nicht. Die Stadt Frauenfeld gibt jährlich ca. Fr. 100’000.- für die Beseitigung des Strassenmülls aus. Schlussendlich ist es der Steuerzahler, der diese Mentalität bezahlen darf.

Unwort

Seit das Flyer-Drucken nicht mehr so teuer ist, macht das (fast) jeder Chüngelizüchterverein. Und diese Flyers liegen bei uns dann in den Pausen jeweils herum. Kürzlich z.B. diesen hier:
saeso

Man betrachte einmal den Titel. Ungeübte Leser brauchen da sicher eine halbe Ewigkeit, um das zu verstehen. Dann: was soll der a nach dem dritten ä? Ok, kann man vielleicht mit dem Dialekt begründen. Aber trotzdem: ich fände richtiges Schriftdeutsch ansprechender. Ist aber bestimmt ansichtssache. Vielleicht mache ich mir auch zuviele Sorgen um unser standardisiertes, allgemein verständliches Kommunikationsmittel.

Zum Glück habe ich noch nie ein schweizerdeutsches Blog gesichtet. Entweder gehöre ich nicht zu deren Zielpublikum oder es gibt sie wirklich nicht.

Physikalisch verseucht

Heute im ET (Elektrotechnik) Unterricht:
Dozent: Wie kann man einen Kondensator aufladen?
Kollege (ironisch): Mit einem Katzenfell und einem Stab?
Dozent: Sie sind Physik-Verseucht! Ausser Tierfreunden wird davon niemand begeistert sein.

Wir sind dann doch noch zur sinusförmigen Stromquelle (Steckdose) gekommen ;-)

SBB-Störung

Es nicht gerade passend (ok, wann ist es das schon ;-) ), wenn in Rebstein (also zw. Heerbrugg und Altstätten) eine Stellwerkstörung auftritt. Denke, viele “Rheintal-Pendler” waren heute morgen in der besten Zeit (7:00/8:00) davon betroffen. Doch bereits in Rorschach war für mich Endstation. 20 Minuten warten auf einen Regionalzug bis Heerbrugg, dort auf einen Bus umsteigen bis nach Altstätten. Und dort wieder in einen Regionalzug bis nach Buchs. Die Verspätung hat schlussendlich 45 Minuten betragen. Alle Passagiere haben es jedoch sehr gelassen genommen. Man hörte auch Voten à la “ich hätte ja sowieso nichts Gescheites gemacht in dieser Zeit”. Naja ;-) Meine verpasste Mechanik-Uebungslektion war zu verkraften, da es nur um das Lösen von Aufgaben ging, was auch Zuhause geht.

In solchen Situationen lernt man immer wieder interessante Leute kennen. So heute jemanden aus St. Gallen, der bei der Leica Geosystems in Herbrugg arbeitet (und somit die Busfahrt nicht in Anspruch nehmen durfte). Wir haben dann heute Morgen noch über Tokio und Japan gesprochen, da er dort kürzlich in den Ferien war. Abwechslung macht das Leben süss ;-)

Ich habe mich gefragt, was für solche “kleine Katastrophen” für eine Organisation vorhanden sein muss. Die Busse in Heerbrugg organisieren zum Beispiel (was aus meiner Sicht tadellos geklappt hat). Oder die Züge wieder an die richtigen Orte bringen, sie standen am Morgen ja dann irgendwo, nicht dort, wo sie sollten. Jedenfalls bin ich zufrieden: die Passagiere wurden immer informiert, und man hat das Ziel trotzdem noch in einer anständiger Zeit erreicht.

Thurbo Inside

Nein, wir enthüllen keine Skandal-Geschichten. Hier geht es lediglich um das “Versteck” der Steckdosen in einem Thurbo-Zug. Wenn der Laptop mal externen Strom braucht (was bei mir im Zug noch nie vorgekommen ist), wäre eine Steckdose praktisch. Und die gibt es wirklich:
thurbo steckdose

Gesehen? Wenn man jetzt im ersten Abteil oberhalb sitzt, reicht vielleicht sogar das Kabel. Oder sonst ist das schöne Prospekt-Tischli eine geeignete Unterlage.

Im abgeschlossenen Kästli des Tischlis hat es übrigens weitere Prospekte. Nur so als Info, da wir gerade am Aufdecken sind ;-)

Probleme eines Dealers

Am Samstag Abend war ich im Regionalzug zwischen Weinfelden und Frauenfeld. Dabei ist in Märstetten jemand eingestiegen, der ein Abteil hinter mir Platz genommen hat. Er telefonierte.

Es gibt ja Leute, die denken, sie seien die coolsten, wenn sie coole Telefonate mit coolen Leuten führen dürfen. Darum macht man das in der Öffentlichkeit und ja nicht zu leise (natürlich auch nicht zu laut, so dass nicht jedermann diesen/meinen Verdacht hegen würde).

Zurück zum Samstag. Diese Person hat auch ein Telefonat geführt, und zwar ging es um Drogen. Zuerst hörte ich Worte wie Ecstasy, Speed und LSD. Später stellte sich heraus, dass er gerade mit einem 32-jährigen Junkie aus Luzern am pläuderlen ist, der ihm Fr. 2000.- schuldet und nicht bezahlten kann/will. Der Dealer redet ihm ein, dass das nicht gehe, man könne nicht immer Schulden machen und diese nicht zurück zahlen. Beschuldigt ihn. Sagt, dass sein “Hirni” vom Konsum kaputt sei. Dass er nicht mehr raffe, für was er sein Geld ausgebe. Dass er noch nie einen einen derartigen Junkie gesehen habe, und er habe schon im Niederdörfli, in Oerlikon etc. gewohnt. Dass sein Leben mit 32 Jahren kaputt sei. Und dann hat er während 15 Minuten mit ihm diskutiert, warum er nun sein Geld wirklich wolle.

Anschliessend hat er noch mit seinem Lieferanten gesprochen und gesagt, dass er das Geld vom Junkie erhalten werde. Aber wenn dieser (Junkie) so weitermache, habe er seinen Job auf dem Bau wohl bald nicht mehr, da er derart kaputt und abhängig von den Drogen sei.

Was mich erschreckt hat, neben dem Gespräch an sich; dass er das alles scheinbar ohne Probleme so in der Öffentlichkeit besprechen konnte. Ich verziche auf weitere Kommentare. Ich denke stark darüber nach, über die beteiligten Personen, deren Probleme und Situation.

Verschiedene Sitten

Verschiedene Länder, verschiedene Sitten. In unserem “Exoten”-Fach (Allgemeiner Kultureller Kontext) haben wir ein interkulturelles Projekt. Unser English-Lehrer meinte, es sei gerade “In”, etwas in diese Richtung zu machen. Also sind wir natürlich dabei ;-)

Er ist übrigens gebürtiger Engländer, verheiratet mit einer Schweizerin. Er kann von vielen Dingen erzählen, die völlig anders sind, obwohl beides “westliche” Kulturen sind. Was er an den Schweizern am wenigsten begreifen kann:
- Das Duzen/Siezen. Kann mir vorstellen, dass es für Ausländer relativ schwierig ist, wann man jetzt was brauchen kann/darf/sollte. Manchmal wisse sogar seine Frau nicht ganz recht, ob man jetzt duzen dürfe oder nicht. Kennen wir glaubs alle. Obwohl der English-Lehrer bereits seit über 30 Jahren in der Schweiz lebt, erachtet er den Duz/Siez-Mechanismus als völlig unlogisch.
- Beispiel: man ist irgendwo eingeladen. Wenn man kommt, begrüsst man alle Anwesenden mit Handschlag und Namen. Diese “Peinlichkeit” sei den Engländern erspart. Hier könne man reinkommen und ein generelles “hello” fallen lassen. Und man begrüsst nur die Gesprächspartner persönlich.

Unser Thema bei diesem Projekt ist übrigens China. Hier sind die kulturellen Unterschiede noch gewaltiger.