12. Februar: Ja zur Thurgauer Lehrerbildung

Am letzten Donnerstag ist in der Thurgauerzeitung mein Leserbrief zur kantonalen Abstimmung vom 12. Februar erschienen. Da die Leserbriefe zu Wahlen/Abstimmungen in der TZ auf 1400 Zeichen begrenzt sind, drucke ich hier den Text ab, den ich für unsere Parteizeitung geschrieben habe und etwas ausführlicher ist:

Der Thurgau hat seit über 170 Jahren eine eigene Lehrerbildung. Was früher das Lehrer-Seminar war, ist heute aufgeteilt in die Pädagogische Maturitätschule (PMS) und die Pädagogische Hochschule (PH). Diese traditionellen Ausbildungsstätten im Thurgau sind wichtig für die Rekrutierung neuer Lehrkräfte. Ebenfalls werden die in der Praxis tätigen Lehrer an der PH weitergebildet. Ohne diese Institutionen müsste die Ausbildung ausserkantonal durchgeführt werden, was mit weiteren Kosten verbunden wäre. Ebenfalls gingen zahlreiche Arbeitsplätze verloren, die direkt und indirekt mit der Lehrerbildung zusammenhängen.

Das Thurgauer Stimmvolk hat sich 1999 mit der Annahme des Hochschulartikels klar für die eigene Lehrerbildung in Kreuzlingen ausgesprochen. Zwischenzeitlich hat es weitere Veränderungen gegeben. So wurde z.B. das Kindergartenseminar in Amriswil wie auch das Seminar für Textilarbeit/Werken und Gestaltung in Weinfelden aufgelöst. Die entsprechenden Ausbildungen wurden in die PH integriert. Derzeit sind die Räumlichkeiten der PMS und PH auf zehn verschiedene Gebäude bzw. Provisorien verteilt. Die Gebäude liegen teilweise über 2 km auseinander. Ausserdem wurden, ebenfalls durch die erwähnten Veränderungen, die Platzverhältnisse in Kreuzlingen knapp.

Die Regierung hat gehandelt und einen Architekturwettbewerb durchgeführt. Zusätzlich wurden Machbarkeitsstudien durchgeführt, um die kostengünstigste Lösung zu finden. Wenn wir mit Bauten in St. Gallen oder Zürich vergleichen, ist das gut gelungen.

Am 12. Februar 2006 stimmt das Thurgauer Volk nun über zwei Vorlagen ab. Bei der Ersten geht es um zwei kostengünstige Erweiterungsbauten. Einerseits soll ein Musisch-Gestalterisches Zentrum mit Bibliothek erstellt werden. Andererseits soll ein PH-Lehrgebäude gebaut werden. Die zweite Vorlage befragt die Stimmbürger zu einer Holzschnitzelheizung mit Wärmeverbund. Der Gesamtkostenrahmen für die Erweiterungsbauten und die Holzschnitzelheizung beträgt 33 Mio. Franken (inklusive Reserven).

Es gibt gute Gründe, diesen beiden Vorlagen zuzustimmen.
1. Im Hochschulbereich gibt es einen interkantonalen Wettbewerb, im pädagogischen Bereich mit den Standorten Schaffhausen, Rorschach und Zürich in nächster Nähe. Der Thurgau soll auch im Infrastrukturbereich die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und erhalten. Eine attraktive Hochschule wertet den Standort Thurgau als Ganzes auf.
2. Die Investitionen erlauben auch in Zukunft einen effizienten Betrieb. Mit zusammenhängenden Bauten können Synergien genutzt werden.
3. Mit der vorliegenden Lösung werden Kosten gespart (Mietkosten von über 1 Mio. Franken und weiteren, erheblichen Betriebskosten).
4. Die Bauten werden kostengünstig erstellt. Die Gebäudekosten pro Kubikmeter betragen Fr. 561.-. Das ist im ähnlichen Rahmen wie beim BBZ Weinfelden. Auch im interkantonalen Vergleich können die Kosten als tief bezeichnet werden. Ausserdem sind für die Investitionen einen engen Kostenrahmen durch die Regierung vorgegeben.
5. Die PH ist erfolgreich. Die Studentenzahlen bewegen sich im geplanten Rahmen. Durch den stagnierenden Bedarf an Lehrkräften sind die Ergänzungsbauten auch langfristig ausreichend.
6. Die geplante Holzschnitzelheizung ist eine Massnahme, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Auch wird das überschüssige Energieholz aus dem thurgauischen Wald sinnvoll verwertet. Die Wertschöpfung bleibt dadurch in der Region.

Die beiden Vorlagen werden von allen Parteien im Thurgau unterstützt. Im Kantonsrat wurden die Vorlagen mit 108:0 Stimmen gutgeheissen.


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