Jan
27
2006
Am Mittwoch Abend hat die SVP-Bezirkspartei Arbon ein Podium veranstaltet. Anwesend waren SVP-Regierungsratskandidat Jakob Stark und die parteilose Herausforderin Gabi Coray. Es hat sich bald gezeigt: Auf der einen Seite Fachkompetenz und Erfahrung (Fraktionschef der SVP im Kantonsrat, langjähriger Gemeindeammann), auf der anderen Seite spürbare Unerfahrenheit. Die vielen Nachfragen und für mich unglücklicht beantworteten Fragen waren ein Indiz dafür. Andrea Vonlanthen (SVP-Kantonsrat) hat das Podium wie gewohnt souverän und brilliant moderiert.
Ein Beispiel. Bei einer Skala von 1 bis 10 (1 ganz links und 10 ganz rechts): wo würden die Kandidaten stehen. Zuerst wurde Jakob Stark gefragt, der kurz danach mit 7 antwortete. Anschliessend Gabi Coray: sie wolle sich nicht festlegen. Sie sei für alle Menschen da. Stille. Dann sagt sie: “10 – auf meiner Skala”. Der Podiumsleiter hackt, etwas verduzt, nach: Ja und auf meiner Skala? Die Frage blieb unbeantwortet. Es konnte ihr nur entlockt werden, dass sie eher rechts eingestellt sei.
Die Argumentation von Gabi Coray, warum sie die bessere Kandidatin sein soll, ist ziemlich gewagt. Sie sagte stets, die Kompetenz als Regierungsrat habe niemand, ausser man sei bereits einer. Und jeder könne das lernen (wozu sie natürlich bereit ist). Ich bin trotzdem der Überzeugung, dass ein Kandidat ein gewisses Mass an Erfahrung mitbringen sollte.
Gegen den Schluss eine kreative Idee vom Gesprächsleiter: es mussten Begriffe mit einer Pantomime dargestellt werden. Das kann ganz schön schwierig werden, besonders wenn Begriffe wie Staatsfinanzen oder änliches kommen.
Gabi Coray hat zudem noch ein (für mich neues) Flugblatt verteilt. Darin wird, völlig unerheblich für uns, der luzernische SVP-Regierungsrat Daniel Bühlmann mit seinem Ausrutscher an der Fasnacht erwähnt. Und dass es nun Zeit für eine Frau in der Regierung sei. Abgesehen von groben Schreib-Fehlern im Flyer, finde ich es schlechten Stil, den SVP-Kandidaten mit solchen Vorfällen auch nur ansatzweise in Verbindung zu bringen.
Allgemein war es ein gelungener, informativer Abend, mit 40-50 Leuten wurde er auch gut besucht. Und wer anwesend war sollte nun wissen, wen er bzw. sie am 12. Februar in die Thurgauer Regierung wählen muss.
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Jan
27
2006
Zitat (unbekannt):
“Eine Null kann bestehende Probleme verzehnfachen.”
Wie wahr die Aussage doch ist.
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Jan
22
2006
Am letzten Donnerstag ist in der Thurgauerzeitung mein Leserbrief zur kantonalen Abstimmung vom 12. Februar erschienen. Da die Leserbriefe zu Wahlen/Abstimmungen in der TZ auf 1400 Zeichen begrenzt sind, drucke ich hier den Text ab, den ich für unsere Parteizeitung geschrieben habe und etwas ausführlicher ist:
Der Thurgau hat seit über 170 Jahren eine eigene Lehrerbildung. Was früher das Lehrer-Seminar war, ist heute aufgeteilt in die Pädagogische Maturitätschule (PMS) und die Pädagogische Hochschule (PH). Diese traditionellen Ausbildungsstätten im Thurgau sind wichtig für die Rekrutierung neuer Lehrkräfte. Ebenfalls werden die in der Praxis tätigen Lehrer an der PH weitergebildet. Ohne diese Institutionen müsste die Ausbildung ausserkantonal durchgeführt werden, was mit weiteren Kosten verbunden wäre. Ebenfalls gingen zahlreiche Arbeitsplätze verloren, die direkt und indirekt mit der Lehrerbildung zusammenhängen.
Das Thurgauer Stimmvolk hat sich 1999 mit der Annahme des Hochschulartikels klar für die eigene Lehrerbildung in Kreuzlingen ausgesprochen. Zwischenzeitlich hat es weitere Veränderungen gegeben. So wurde z.B. das Kindergartenseminar in Amriswil wie auch das Seminar für Textilarbeit/Werken und Gestaltung in Weinfelden aufgelöst. Die entsprechenden Ausbildungen wurden in die PH integriert. Derzeit sind die Räumlichkeiten der PMS und PH auf zehn verschiedene Gebäude bzw. Provisorien verteilt. Die Gebäude liegen teilweise über 2 km auseinander. Ausserdem wurden, ebenfalls durch die erwähnten Veränderungen, die Platzverhältnisse in Kreuzlingen knapp.
Die Regierung hat gehandelt und einen Architekturwettbewerb durchgeführt. Zusätzlich wurden Machbarkeitsstudien durchgeführt, um die kostengünstigste Lösung zu finden. Wenn wir mit Bauten in St. Gallen oder Zürich vergleichen, ist das gut gelungen.
Am 12. Februar 2006 stimmt das Thurgauer Volk nun über zwei Vorlagen ab. Bei der Ersten geht es um zwei kostengünstige Erweiterungsbauten. Einerseits soll ein Musisch-Gestalterisches Zentrum mit Bibliothek erstellt werden. Andererseits soll ein PH-Lehrgebäude gebaut werden. Die zweite Vorlage befragt die Stimmbürger zu einer Holzschnitzelheizung mit Wärmeverbund. Der Gesamtkostenrahmen für die Erweiterungsbauten und die Holzschnitzelheizung beträgt 33 Mio. Franken (inklusive Reserven).
Es gibt gute Gründe, diesen beiden Vorlagen zuzustimmen.
1. Im Hochschulbereich gibt es einen interkantonalen Wettbewerb, im pädagogischen Bereich mit den Standorten Schaffhausen, Rorschach und Zürich in nächster Nähe. Der Thurgau soll auch im Infrastrukturbereich die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und erhalten. Eine attraktive Hochschule wertet den Standort Thurgau als Ganzes auf.
2. Die Investitionen erlauben auch in Zukunft einen effizienten Betrieb. Mit zusammenhängenden Bauten können Synergien genutzt werden.
3. Mit der vorliegenden Lösung werden Kosten gespart (Mietkosten von über 1 Mio. Franken und weiteren, erheblichen Betriebskosten).
4. Die Bauten werden kostengünstig erstellt. Die Gebäudekosten pro Kubikmeter betragen Fr. 561.-. Das ist im ähnlichen Rahmen wie beim BBZ Weinfelden. Auch im interkantonalen Vergleich können die Kosten als tief bezeichnet werden. Ausserdem sind für die Investitionen einen engen Kostenrahmen durch die Regierung vorgegeben.
5. Die PH ist erfolgreich. Die Studentenzahlen bewegen sich im geplanten Rahmen. Durch den stagnierenden Bedarf an Lehrkräften sind die Ergänzungsbauten auch langfristig ausreichend.
6. Die geplante Holzschnitzelheizung ist eine Massnahme, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Auch wird das überschüssige Energieholz aus dem thurgauischen Wald sinnvoll verwertet. Die Wertschöpfung bleibt dadurch in der Region.
Die beiden Vorlagen werden von allen Parteien im Thurgau unterstützt. Im Kantonsrat wurden die Vorlagen mit 108:0 Stimmen gutgeheissen.
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Jan
15
2006
Samstag Abend waren wir in St.Gallen im Kino. Im Schaufenster des Kinos hat der Betreiber ziemlich frontal Stadtpräsident Franz Hagmann (CVP) angegriffen. Und zwar geht es um die Billetsteuer, die in St. Gallen erhoben wird. St.Gallen sei die einzige Ostschweizer Stadt mit einer solchen Steuer. Und diese Abgabe sei einer Kulturstadt unwürdig.
Verwundert hat mich vor allem der Steuersatz. Von den Fr. 15.- Kino-Eintritt gehen 9.091% Billetsteuer weg. Wie man auf einen solchen exotischen Satz kommt, weiss ich auch nicht. Wenigstens ist die Mehrwertsteuer nur 2.4%
Den Kinos wird die Steuer auch deshalb nicht gefallen, weil die ausländische Konkurrenz (Konstanz erreiche ich ebenfalls in 20 Minuten) mit 7 Euro auf Kundenfang geht.
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Jan
14
2006
Gestern hatten wir eine Diskussion zu den Stipendien. Bei uns (denke, allgemein bei einer Fachhochschule) haben die meisten eine Lehre absolviert und danach mehr oder weniger lange gearbeitet bis zum Studium.
Nun wurde die Aussage gemacht, dass der “Dumme” während dieser Zeit gespart hätte. Wer einige Tausend Franken auf die Seite hat legen können (was in “jungen” Jahren, wenn man voll verdient und bei den Eltern leben kann gut möglich ist), bekommt keine Stipendien. Wer aber in Saus und Braus gelebt hat, dem finanziert der Staat das Studium. Werden hier nicht falsche Anreize gesetzt?
Ein befreundeter SVP-Kantonsrat wollte einmal in diesem Bereich etwas verändern (er holt bei neuen Ideen immer ein Feedback bei Personen ein, die er gerade trifft.). Jedenfalls dachte er genau über diese Problematik nach. Aus den Stipendien ein Darlehen machen? Stipendien zurückfordern, wenn nach dem Studium ein bestimmtes Einkommen erreicht wird? Ich werde bei Gelegenheit einmal nachfragen, was aus seinen Ideen geworden ist.
Grunsätzlich finde ich, dass jeder sein Studium selbst finanzieren soll, wenn er finanziell dazu in der Lage ist. Aber es müssen auch Anreize geschaffen werden, damit der Wille dazu vorhanden ist.
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Jan
4
2006
Die SVP Thurgau hat bekanntlich am 30. November Jakob Stark (SVP) für den (unbestritten der SVP zustehende) Sitz im Regierungsrat nominiert. Der bisherige Gemeindeammann von Kradolf-Schönenberg und Dr. phil. I Jakob Stark war bisher Präsident der SVP-Fraktion im Kantonsrat. In Anbetracht dieses starken und erfahrenen SVP-Kandidaten hat die Kandidatur der parteilosen Gabi Coray schon erstaunt. Wenn, dann hätte man eine links-grüne Kandidatin erwartet, um mit dem Frauenbonus (zurzeit besteht die TG-Regierung aus 5 Männern) eine reelle Chance zu haben.
Gabi Coray hat ein weiteres mal überrascht. Und zwar ist heute ein Flyer in die Haushaltungen geflattert. Nun sieht man, warum auch die Frauenzentrale Thurgau und die links-grünen Kreise mit der Unterstützung von Coray etwas zurückhaltend sind:


Aber grundsätzlich ist jede Kandidatur zu begrüssen. Dass es im Thurgau jetzt doch noch zu einem “echten” Wahlkampf kommt, hätte niemand gedacht. Am 12. Februar wird gewählt.
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Jan
3
2006
Die Bedeutung der Landessprachen ist klar im Rückgang. Habe wieder ein Beispiel entdeckt. Und zwar sind in den Thurbo Regionalzügen die SOS-Schilder in Deutsch und Englisch angeschrieben:

Voraussichtlich im Mai wird dann das Thurgauer Volk darüber entscheiden, welche Bedeutung Fremdsprachen in der Volksschule haben. Dann kommt die Initiative “Nur eine Fremdsprache an der Primarschule” zur Abstimmung. Die Initianten bekennen sich offen zur Verbannung des Französischen an die Oberstufe. Und für die Einführung von Frühenglisch in der Primarschule. Die Initiative will vorerst nur den Grundsatz-Entscheid, dass nicht zwei Fremdsprachen in der Primarschule unterrichtet werden. Entsprechende Bewegungen sind im ganzen Land im Gang (http://www.sprachenfrage.ch).
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