Rush Hour

Wenn kurz vor 18:00 ein Schnellzug in Romanshorn stehen bleibt, ist das ziemlich ärgerlich. Wenn die steckengebliebenen Pendler dann meinen, sie müssten alle den Thurbo (Regionalzug) Richtung Weinfelden/Zürich besteigen, kann das nicht gut gehen. Habe noch nie einen derart vollen Regio gesehen. Etliche Passagiere mussten in Romanshorn warten, da im Zug kein Platz mehr war. Die meisten haben es gelassen genommen. Und die gestresste Frau, die um Ihren Anschluss in Weinfelden bangte, hat ihren Ärger nach kurzer Zeit auch in ein Lächeln verwandelt. Ganz nach dem Motto: “gschäch nüt schlimmers”.

Aber das typische, klischee-hafte Bild einer vollgestopften, japanischen Bahn muss man mal erlebt haben ;-) Leider ist meine Digi-Cam heute aus unerklärlichen Gründen zuhause geblieben…

An der Garderobe

Am Freitag Abend habe ich für 3 Stunden an der Garderobe eines Studentenfests gearbeitet. Man erlebt hier allerhand. Erwähnenswert ist beispielsweise ein Mann, der anscheinend eine strenge Budget-Politik verfolgt. Und zwar besitzt er zwei Portemonnaies. Eines ist in der Hosentasche, das andere in der (abgegebenen) Jacke. Er wollte uns die Anweisung geben, dass wir ihm im späteren Verlauf des Abends ja kein Geld aus der Jacke geben sollen. Sonst gebe er zu viel aus. Wir sollen ihm nur die Jacke als Ganzes zurück geben. Es sei eine Art Schutz vor sich selber, der nötig sei, wenn er zuviel trinke.

Und da gibt es die anderen, die an einer Studentenparty (bei der Studenten der Schule Gratis-Eintritt haben) über den kleinen Beitrag von Fr. 1.- diskutieren wollen, den es an der Garderobe zu zahlen gibt (sofern man die Jacke abgeben will). Naja, …

Was mich auch noch erstaunt hat: es sind mehr als eine Handvoll Laptops abgegeben worden. Weiss nicht, ob es Leute gibt, die ihr liebstes Teil immer an Partys mitnehmen ;-)

Das Leichenhaus

Was ist der Sinn von Leichenhäusern? Die offensichtlichste Antwort ist wahrscheinlich, dass damit das Abschied nehmen (für die Überlebenden;-)) erleichtert wird. Doch der hauptsächliche Grund war ein anderer: und zwar hätten früher die Menschen grosse Angst davor gehabt, lebendig begraben zu werden. Darum habe man diese Leichenhäuser eingerichtet, in denen ein Wächter den Toten überwacht hat. Nach einigen Tagen konnte man dann mit Bestimmtheit sagen, dass er/sie sicher tot ist.

Die heutigen Mediziner können uns mit grösserer Sicherheit sagen, ob jemand tot ist. Wir hoffen es jedenfalls ;-)

PS: Noch etwas zur Quelle ;-) Haben das Thema in der Schule besprochen. Das Fach hätte man früher wahrscheinlich Deutsch/Geographie/Geschichte oder so genannt. Bei uns heisst es Allgemeiner kultureller Kontext und bietet Abwechslung, neben dem Haufen Mathe und Physik.

Gleichberechtigung auf Banknoten

Auf den Schweizer Banknoten hat es genau eine Frau (Sophie Taeuber-Arp auf der 50er-Note). Da stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, warum. Drei Kinderantworten darauf (Quelle: Primarlehrerin, die das Thema Geld behandelt hat. Die Frage nach den wenigen Frauen sei dabei aufgetaucht):

3. Weil Männer schöner sind
2. Weil Männer intelligenter sind (und somit mehr Erfindungen gemacht hätten)
1. Weil es ja alte Männer sind, habe es damals wahrscheinlich noch gar keine Frauen gegeben

PS: unter http://www.snb.ch/d/banknoten/noten.html gibt es Informationen zu jeder Note. Ebenfalls ist http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Franken eine gute Quelle.

Beobachtungen im Zug

Ziel: mit dem ÖV am Samstag Morgen nach St. Gallen

Wie erwartet ist der Bus zwischen Amriswil und Romanshorn um 08:10 leer. In Romanshorn steigen dann einige Rentner ein, die Einkaufen gehen (obwohl der neue Aldi nur ca. 300 Meter von der Bussstation entfernt ist, nehmen sie den Bus, um in die City zu fahren). Schlussendlich sind wir am Bahnhof 5 Personen (in einem 41-Sitzer). Davon hat eine Person Fr. 2.20.- bezahlt, die anderen besitzen ein GA/Streckenabo o.ä. Ein Beispiel von Service-Public live.

Im Zug von Romanshorn nach St. Gallen sind interessante Dinge zu beobachten. Ok, die ca. 16-jährigen Teenies, die zu türkischer Musik lauthals mitsingen, wären nicht gerade nötig gewesen. Dann die junge Mutter, die krampfhaft versucht, mit ihrem ca. 2-jährigen Sohn ein Gespräch zu führen: “Säg emol Duplo!” Pause. “Häsch du Duplo dihei?” Der Kleine schweigt und lächelt.

Obwohl ich mit Bus&Bahn ungefähr doppelt solange benötige, werde ich langsam zum ÖV-Fan (Dank GA). Man hat Zeit, diverse Dinge während der Fahrt zu erledigen. Und kann interessante Menschen beobachen.