Sep 29 2005

Regenbogen

Zurzeit haben wir oft Regenbögen am Abend. Am Mittag ist das Wetter s**t nicht optimal. Gegen Abend wird es aber richtig schön, zwischendurch jedoch mit etwas Nieselregen. Am Dienstag sah ich dabei einen sehr deutlichen Regenbogen (Anfang und Ende am Boden, ununterbrochen). Am Mittwoch, als ich meine Kamera wieder dabei hatte, war er nicht mehr so gewaltig:
rainbow

Dann ist mir eine klassische Kinderfrage durch den Kopf gegangen: warum ist der Regenbogen eigentlich rund? Habe einem Mann zugehört, wie er es jemandem erklärt hat: “Da ist Sonne und Regen gleichzeitig”. Nach dieser Erklärung fragte ich mich, ob das nur innerhalb dieses Bogens passiert? Oder was ist dazwischen etc. Auch fragte ich mich, ob Grösse und Form konstant sind. Oder nur ähnlich?

Ich denke, eine einfache “Kinderantwort” gibt es dafür nicht. Aber ein guter Artikel in der Wikipedia (besonders Abschnitt Hauptregenbogen):
http://de.wikipedia.org/wiki/Regenbogen

Ist einigermassen verständlich. Wer trotzdem eine “einfach Kinderantwort” kennt, kann gerne einen Kommentar hinterlassen.

Eine irische Legende besagt, dass man dem Regenbogen folgen soll. Dort wo der Regenbogen auf dem Boden auftrifft befinde sich ein Wicht mit einem wertvollen Schatz.


Sep 26 2005

25. September: die SP interpretiert

Nach dem JA zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Länder schreibt die SP, dass das Volk

“einen klaren Auftrag für eine weitere Öffnung der Schweiz gegeben hat”.

Weiter:

“Damit befinden wir uns jetzt in der komfortablen Situation, dass Beitrittsverhandlungen der Schweiz mit der EU eingeleitet werden können.”

Wie man auf solche Schlussfolgerungen kommen kann, bleibt mir schleierhaft. Wäre etwa dasselbe, wie wenn man nach der Ablehnung der Initiative “Ja zu Europa” den bilateralen Weg als beerdigt bezeichnet hätte. Aber von dieser Initiative spricht natürlich niemand mehr. Dies obwohl das Resultat eine klare Antwort auf die Frage Beitrittsverhandlungen Ja/Nein geben würde.


Sep 23 2005

English

Natürlich lerne ich hier in Irland auch einige Worte English (genau genommen wächst mein Vokabel-Heft um ca. 10-15 Wörter pro Tag). Meine Highlights hier in einer kleinen Auflistung:

  • the bobby oder the peeler: umganssprachlich für den Polizisten; Ursprung ist bei beiden Begriffen der englische Premierminister, der die Polizei in England eingeführt hat. Er hiess Robert Peel.
  • breadwinner: der “Ernährer”, der “Brotverdiener”
  • porter: das schwarze Bier (Guiness ist nur ein Firmenname); Ursprung ist angeblich das Vorurteil, dass Portiere öfters betrunken waren …
  • Dann gibt es noch Worte, die kein Mensch braucht:

  • to spanghew: drückt die Tätigkeit aus, einen Frosch gewalttätig in die Luft zu schleudern
  • to defenestrate: etwas aus dem Fenster werfen

Manchmal eine abenteuerliche Sprache ;-)


Sep 21 2005

25. September: Personenfreizügigkeit am Beispiel Tschechiens

Das dürfte mein letzter Artikel zu diesem Thema sein. Denn am Wochenende ist ja bereits die Abstimmung. Gestern Abend habe ich mich mit einem Tschechen über dieses Thema unterhalten:
Q1. Gibt es viele Tschechen, die gerne im Ausland arbeiten würden?
A1. Nein, es sind etwa 5% (Anmerkung: Schätzung). Das meiste sind Studenten.

Q2. Wo gehen Tschechen arbeiten/wohin würden sie gerne gehen?
A2. Nicht nach Deutschland. Dort gibt es Einschränkungen für die Einwanderung für 6 Jahre. Irland, Grossbritannien oder Schweden sind attraktiver. Dort gibt es auch Arbeit.

Q3. Wieviel verdient man im Durchschnitt in Tschechien?
A3. 500 – 600 Euro monatlich.

Q4. Und lässt sich damit leben?
A4. Ja, man kommt durch. Aber im Ausland sind die Löhne höher. Das ist der Grund, warum man im Ausland arbeiten will.

Q5. Dann gibt es also in Tschechien genug Arbeit?
A5. Ja, es sind nur die Löhne, die im Ausland höher sind.
(Anmerkung: Arbeitslosigkeit in Tschechien bei ca. 8%, Tendenz sinkend: http://www.radio.cz/de/artikel/68488)

Mein Gesprächspartner hat in Tschechien Automation studiert. Seine Freundin studiert Betriebsökonomie. Ein anderer Kollege meinte dazu nur: “die [gemeint sind die Tschechen] chömed”.

Ich bin der Meinung, dass wir uns diesem internationalen Wettbewerb stellen müssen. Wenn wir an diesem Wettbewerb nicht teilnehmen, werden wir früher oder später von diesen Nationen wirtschaftlich überholt. Und unsere Chancen stehen gut: unsere Vielsprachigkeit ist ein grosser Vorteil. Die Tschechen haben beispielsweise bedeutend mehr Mühe, English zu lernen als wir.


Sep 20 2005

Ireland: Strassenverkehr etc.

Mit einer Kampagne werden die Autofahrer darauf aufmerksam gemacht, wie viele Menschen auf gewissen Strecken in Irland sterben. Alle grossen Routen haben ein solches Schild:

killed people

Ansonsten übertreiben sie es etwas mit den Schildern und Hinweisen auf der Strasse. Vor jeder zweiten Kurve hat man leuchtende Pfeile, die man in der Schweiz nur an gefährlichen Stellen erwarten würde. Auch mit dem Wort ‘slow’ gibt es unzählige Schilder, oft ist das Wort auch auf die Strasse gemalt. Habe selber bemerkt, dass man mit der Zeit nicht mehr auf die Schilder “vertraut”, sondern nur noch auf sich selbst.

Bevor eine Sicherheitslinie beginnt hat es auf der Gegenfahrbahn Pfeile, die nach links zeigen. Dachten zuerst, es sei für falsch fahrende (=rechts fahrende) Touristen ;-) Wahrscheinlich aber nur ein Hinweis, dass man nun die Spur wechseln sollte.

Auch gibt es Kampagnen mit einem Jungen, der von der Plakatwand für vorsichtiges Fahren Werbung macht.

Weitere interessante Schilder sind z.B. “Prepare to stop” (erscheint natürlich einige Meter vor einem Stop). Oder schlicht: “drive safe” (keine Werbung, sondern offizielles Strassenschild) ;-)

Dann gibt es noch die “lustigen” Parkverbote bzw. Erlaubnisse. Ein P auf weissem Grund, umgeben von einem roten Kreis (in CH normalerweise ein Verbotsschild) bedeutet hier: man darf parken. Wenn dieses Schild durchgestrichen ist = Parkverbot.

Am Wochenende waren wir noch im Meer (ziemlich kalte Angelegenheit). Der Zugang zum Strand war mit Hinweisschildern bedeckt, die besagten, dass gefilmt werde. Jedenfalls sind wir trotzdem in die Wellen gegangen. Nach einer Zeit entdecken wir jemand, der vom Strand aus Photos von uns machte (mit einer professionellen Kamera). Anschliessend wollte er, dass wir eine Erklärung unterschreiben und ihm die Rechte für die Photos überlassen. Er photographierte für Irland-Tourismus und meinte, es hätte schöne Bilder für zukünftige Broschüren gegeben. Auch sahen wir Pferde am Strand entlang reiten (so halb im Wasser). Wahrscheinlich wurde ebenfalls für die Tourismusförderung etwas Material produziert…

Mit dem Essen kann ich sehr zufrieden sein. Einige meiner Kollegen können die Kartoffeln nicht mehr sehen. Ich bekomme zwischendurch auch Pasta, Fleisch, Gemüse etc. Kann mich also nicht beklagen. Ein Kollege aus Luzern wünscht sich zurzeit nichts sehnlicher als ein Wienerschnitzel. Und ein Italiener aus unserer Klasse hat die Iren als Kriminelle bezeichnet. Pizza in der Mikrowelle oder Lasagne mit Kartoffeln wild gemischt, sowas schmerzt einem Italiener :-) Wie gesagt, ich bin von solchen Dingen bis jetzt verschont geblieben.

Am Wochenende waren wir auch auf dem höchsten Berg Irlands (“nur” etwas über 1000 Meter). Die Aussicht war genial. Und die Einheimischen wurden in ihren Klischees bestätigt, dass Schweizer Berge mögen.


Sep 16 2005

25. September: Personenfreizügigkeit am Beispiel Irlands

Wenn Gegner behaupten, Irland sei ein Beispiel für unkontrollierte Masseneinwanderung stimmt das nicht. Irland hat eine Arbeitslosenquote von 4.3% und ein Wirtschaftswachstum von 5%. Die Stellenanzeigen sind voll von Jobs, in praktischer jeder Branche werden Arbeitnehmer gesucht. Besonders im Baugewerbe (für die in der Schweiz mit den flankierenden Massnahmen spezielle Schutzvorkehrungen getroffen werden sollen) werden viele Leute gesucht. Aber auch im Dienstleistungssektor gibt es viele offene Stellen.

Ohne Personenfreizügigkeit und Immigration könnte Irland kein solches Wachstum aufweisen bzw. “erarbeiten”. Qualifizierte Arbeitskräfte sind für jede Wirtschaft unentbehrlich. Machen wir am 25. September nicht den Fehler und schotten unseren Arbeitsmarkt von der EU ab. Es wäre fatal für die einheimische Wirtschaft.

Ich bin überzeugt davon, dass die Schweiz mit ihren Stärken im globalen Wettbewerb bestehen kann. Wir müssen uns nicht vor der Konkurrenz fürchten. Aber die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen müssen stimmen.

Darum: EU-Beitritt Nein, Bilaterale Ja.


Sep 15 2005

The man who sued God

Steve Myers ist ein glücklicher Fischer irgendwo in Australien. Doch eines Tages schlägt ein Blitz in sein Boot, es wird zerstört. Nun will er von der Versicherung Ersatz, da das Boot versichert war. Doch diese lehnt ab, mit der Begründung, es sei ein “act of God” (Höhere Gewalt). Da beschliesst er, Gott anzuklagen. Und wer vertritt Gott auf Erden? Richtig, die katholische Kirche. Und für diese gibt es nur einen Ausweg: zu beweisen, dass Gott nicht existiert.

Wer jetzt einen religionskritischen Film erwartet, sieht sich getäuscht. Denn die Kritik geht hauptsächlich an Versicherungen, die mit fadenscheinigen Argumenten versuchen, keine Zahlung zu leisten. Beispielsweise fällt die Begründung, es sei kein “vorhersehbares” Ereignis. Auch kritisiert der Film indirekt das amerikanische System, in dem solche Prozesse möglich sind. Als Folge dieses Prozesses sind übrigens Ausnahme-Klauseln wie die erwähnte verboten worden (der Film beruht auf wahren Tatsachen).

Ich weiss nicht, ob es eine deutsche Version dieses Films gibt. Der schottische Akzent des Hauptdarstellers ist manchmal etwas schwer zu verstehen. Es gibt klar bessere Filme, aber die Idee und die mit Ironie verpackte Kritik sprechen doch für ein abschliessend gutes Urteil.

Filminfo bei der IMDB: http://imdb.com/title/tt0268437/


Sep 13 2005

Ireland: Schafe und Verkehrssicherheit

Am Wochenende haben wir erneut ein Auto gemietet und sind in den Norden der Republik gefahren (County Donegal). Einer unserer Lehrer bezeichnet die Region gerne als “besetztes Gebiet”. Meine Eindrücke:

  • Übernachtung: in einem alten Eisenbahnwaggon. Er wurde in ein schönes Zimmer umgebaut, mit Betten und einem Brünneli im Innern. (www.corcreggan.com)
  • Man muss es einmal erlebt haben: 20 Minuten hinter einer Schafherde zu fahren, natürlich im Schritttempo. Überholen kann man die Schafe nicht. Denn sie haben derart Respekt vor dem Auto, dass sie gleich beginnen zu rennen, aber nicht weichen würden. Und links und rechts ist zu wenig Platz (weder für Schafe noch für das Auto).
  • sheep

  • Verkehr: eines der grossen Probleme hier in Irland. Neben den täglichen Staus (es ist hier meist so, dass die Eltern die Kinder in die Schule fahren) steht es auch mit der Verkehrssicherheit nicht zum Besten. Jedes Wochenende sterben Menschen auf der Strasse (zu hohe Geschwindigkeit und Trunkenheit). Ausserorts auf den Nationalstrassen kann man zudem 100 Km/h fahren. Dafür kennen sie hier keine (richtungsgetrennten) Autobahnen.
  • Freundlichkeit: auch in Donegal sind die Leute sehr freundlich. Beispielsweise haben wir am Sonntag morgen wie gewohnt einen Sonntags-Spaziergang gemacht. Und da hat ein Fahrzeug angehalten und wir wurden gefragt, ob wir mitfahren wollen. Habe das noch nie erlebt, dass man dies ohne erhobenen Daumen gefragt wurde. Autostoppen ist hier auf der Insel sehr populär. Wir haben am Nachmittag auch einen älteren Herr mitgenommen. Er sagte, er habe kein Auto, er reise immer per Autostopp.
  • Hurling: am Sonntag war der Final. Und Galway hat verloren. Meine Hostmum hat mir gesagt, dass sie nicht unglücklich sei darüber. Denn sie hatte die Befürchtung, dass ihre Söhne sonst noch mehr trinken würden ;-) Wir waren ja unterwegs, aber die Situation in der City dürfte sowieso nicht gerade gut gewesen sein. Uns ist nur ein Krankenwagen entgegen gekommen. Vielleicht noch etwas allgemeines zum Trinken. Es wird hier oft als Tradition betrachtet und etwas verharmlost. Jedenfalls ist es Tradition, dass der Vater mit dem 6-7-jährigen Sohn das erste Mal in ein Pub geht und mit ihm das erste Pint Guiness trinkt. Natürlich beginnt der Sohn anschliessen nicht damit, regelmässig Bier zu trinken. Aber wir haben auch einmal in der Schule darüber gesprochen. Ein Lehrer meinte, die jungen Iren hätten das Mass total verloren. Für mich ist es noch schwierig, den Vergleich zur Schweiz zu ziehen. Aber die gesellschaftliche Akzeptanz ist hier wahrscheinlich schon etwas höher.
  • Kochkünste: wie bei den Briten hat die irische Küche (wenn es eine solche überhaupt gibt) keinen guten Ruf. Kartoffeln sind bei jedem Gericht dabei. Ich habe einmal gehört, dass etwa 60% der Iren schlicht nicht kochen können. Und sich etwa 40% regelmässig mit Fast-Food ernähren (subjektive Schätzungen). Irland hat darum auch eine eigene Fast-Food-Kette (www.supermacs.ie). Slogan: 100% irish ;-)

Der nächste Trip haben wir eigentlich nach Belfast und Nordirland geplant. Aber dann habe ich die Bilder von den Strassenschlachten vom Weekend gesehen. Mit einem Auto wollen wir sicher nicht gehen, wahrscheinlich mit dem Bus. Doch wir haben uns entschieden, den Trip sicher um eine Woche zu verschieben. Besuchen möchte ich diese nicht ganz unpolitische Region aber trotzdem noch.


Sep 9 2005

SVP spricht Klartext

Im Communique vom Mittwoch nimmt die SVP kein Blatt vor den Mund. Einige Stichworte: Stellenabbau, Einsparungsmassnahmen, Aufgabenverzichte und rigorose Spar- und Abbaumassnahmen. Genau das, worüber man jetzt dringend sprechen sollte. Die Wahlen sind erst in 2 Jahren…


Sep 6 2005

25. September: Ja zur Personenfreizügigkeit

Die Abstimmung über Schengen/Dublin ist vorbei. Nun steht bereits die nächste Abstimmung an, die unser Verhältnis zur EU regeln soll. Einleitend will ich festhalten, dass wir diese Vorlage keinesfalls mit Schengen in Verbindung bringen dürfen. Denn diese Vorlage hat für die Wirtschaft eine immense Bedeutung, während dies bei Schengen bezweifelt werden darf. Bei Schengen ging es um Sicherheit, Grenzen, illegale Einwanderung und Asylwesen. Bei der Erweiterung der Personenfreizügigkeit hingegen sprechen wir von Arbeitskräften, die legal in unserem Land arbeiten wollen. Wir entscheiden nun, ob sie das dürfen bzw. eine legale Arbeitsbewilligung erhalten sollen.

Um was geht es bei der Erweiterung zur Personenfreizügigkeit? Das bereits existierende Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU soll schrittweise auf die neuen EU-Mitgliedsländer (konkret: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern) ausgedehnt werden. Der Arbeitsmarkt soll also weiter geöffnet werden. Die Schweiz hat jedoch eine Übergangsperiode bis 2011 ausgehandelt, im Extremfall sind sogar Massnahmen bis 2014 möglich. Darunter fallen beispielsweise Inländervorrang, Kontingente oder Zulassungsbeschränkungen für bestimmte Branchen. Details zu diesen Schutzmassnahmen sind auf einschlägigen Websites oder beim Bund (www.admin.ch) zu erfahren. Ausserdem kommen die Verträge 2009 nochmals vor das Parlament, das erneut ein (dem fakultativen Referendum unterstehenden) Beschluss fasst.

Warum soll man nun dieser Vorlage zustimmen? Der wichtigste Grund: die Schweizer Wirtschaft ist dringend auf die Arbeitskräfte aus der EU angewiesen. In vielen Branchen kann in der Schweiz nicht genügend Personal rekrutiert werden, besonders auch in hochqualifizierten Jobs. Beispielsweise Metallbauschlosser oder Maschinenbau-Ingenieure sind gesuchte Leute. Mit der Annahme dieses Abkommens hat die Wirtschaft die Möglichkeit, die besten und motiviertesten Mitarbeiter aus diesem (europäischen) Arbeitsmarkt einzustellen. Ohne diese Möglichkeit besteht die grosse Gefahr, dass die entsprechenden Betriebe abwandern und im Osten ihr Glück (bzw. ihre Mitarbeiter) suchen. Die Vorlage bringt einen weiteren Vorteil: Schweizer Firmen können einfacher Niederlassungen in den neuen (wachstumsträchtigen) EU-Ländern errichten. Der Aufbau von Tochterfirmen im Ausland kann durch Schweizer Kader begleitet werden. Grundsätzlich geht es darum, den Schweizer Arbeitgebern grössere Möglichkeiten zu geben. Die Firmen müssen flexibel auf den Markt reagieren können, und auch bei der Personalpolitik entsprechende Freiheiten geniessen. Nur so kann die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmungen gewahrt bleiben. Und nur so können auch in Zukunft Arbeitsplätze in der Schweiz erhalten bzw. geschaffen werden. Ansonsten werden wir früher oder später wirtschaftlich von der EU überholt.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Gefahr einer Ablehnung hinweisen. Die EU wird es bestimmt nicht zulassen, dass wir die Personenfreizügigkeit nur mit einem Teil der Mitglieder realisieren (sprich die anderen Diskriminieren). Die (für die Wirtschaft enorm wichtigen) Bilateralen Verträge 1 sind bei einer Ablehnung also akut gefährdet. Aus diesen Gründen stimme ich am 25. September JA.