Portrait-Projekt 2012

Schon seit über einem Jahr spiele ich mit dem Gedanken, in regelmässigen Abständen Menschen zu portraitieren. Ich hatte immer Bedenken, ob ich das “regelmässig” erfüllen kann. Doch jetzt mache ich es einfach. Ganz im Sinne des Holstee Manifesto: Do what you love, and do it often.

Schon beim ursprünglichen Gedanken wollte ich allen Portraitierten die mehr oder weniger selben Fragen stellen. Die erste Version der Fragen war jedoch zu schwierig, wie sich herausstellte. Sie beinhaltete z.B., was aus Sicht der Person der Sinn des Lebens ist.

Der Pianist. Passion pur.

Darum sieht der Frage-Katalog wie folgt aus. Es ist möglich, die selben Antworten zu geben wie auf die Sinn des Lebens Frage. Die letzten zwei Fragen sind bewusst sehr offen gehalten, es soll Raum für Individualität geben:
- Vorname
- Land (Herkunft und Wohnen)
- Beruf
- Wo und wie getroffen
- Passion  (Was machst du mit absoluter Leidenschaft? Was macht dich total glücklich?)
- ev. 1-2 freie, situativ auf den Partraitierten abgestimmte Frage

Und ja, die Antworten sollen sehr kurz sein. Ziel ist, pro Monat ein Portrait aufzuschalten und somit bis zum Jahresende mindestens 12 Portraits zu haben. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

Jahres-Ausblick: Holstee Manifesto

Per Zufall hat mich der Leu wieder an das Holstee Manifesto erinnert. Mit meinen Worten: Es ist eine Schrift zum Glück (siehe unten).

Ich habe das Manifesto zum Anlass genommen, etwas jetzt in die Tat umzusetzen, über das ich schon längere Zeit nachdenke. Und zwar ein Portrait-Projekt. Ich werde in den nächsten Tagen mehr dazu schreiben.

Hier noch die filmische Umsetzung des Manifesto. Finde ich auch sehr gelungen:

Jahresrückblick 2011

Die Thurgauerzeitung von gestern bestand aus einem einzigen Jahresrückblick. Praktisch keine News, daher ist die Zeitung schnell ins Altpapiert gewandert.

Wer wirklich noch zurück blicken will: Es gibt bedeutend interessantere Jahresrückblicke. Mein aktueller Favorit: Zeitgeist 2011 von Google:

Klar, eine Zeitung kann solche Emotionen nicht transportieren. Gerade deswegen sollte sie sich vielleicht auf Anderes konzentrieren.

Song Of The Month: In Liverpool by Suzanne Vega

Es ist wieder soweit: ein Song, den ich zurzeit x-fach hören kann. Nicht neu, aber wieder entdeckt. Und zwar von Suzanne Vega – In Liverpool. Die Version vom Album Close-Up Vol.2 hab ich auf youtube nicht gefunden. Die unten eingebundene Live-Version kommt dem aber sehr nahe.

 

Die Krux mit dem Verfechten

Am Wochenende wurde ich gefragt, was etwas verfechten bedeutet. Es ist wahrscheinlich eines der meist falschverstandenen Worte. Die zwei Personen waren gegenteiliger Ansicht. Ich bin mir sicher, dass es heisst, etwas zu verteidigen. Wenn ich ein Verfechter vom EU-Beitritt bin, will ich in die EU.

Dass man Verfechten mit dem Begriff “bekämpfen” gleichsetzt, kann ich noch verstehen. Nur ist es leider falsch. Ein Synonym wäre eher “verteidigen”.

Zufällig ist der Begriff gestern Montag erneut gefallen. Ein Kollege hat im Text eines Werbe-Flyers diesen Begriff vorgeschlagen. Als ich gesagt habe, dass dies mindestens 50% der Leute nicht oder falsch verstehen, haben wir das Wort wieder ersetzt. Es eignet sich nicht für den täglichen Gebrauch. Vorausgesetzt, man will von allen verstanden werden.

 

(c) Bild  by flickr/bichxa

Saure-Gurken-Zeit at its best

Ja, wir sind wieder in der Saure-Gurken-Zeit. Die Thurgauerzeitung hat es uns heute wieder einmal herovrragend vor Augen geführt. Einen schönen Sommer allerseits.

 

Song of the month: Noir Désir – Le Vent Nous Portera

Viele Songs bewegen etwas. Aber es gibt Songs, die lösen in mir ganz spezielle Stimmungen aus. Ich kann nicht beschreiben, was es ist. Nicht unbedingt positiv, aber auch nicht nur negativ. Auch weiss ich nicht, ob es am Video liegt. Oder an irgendwelchen Erlebnissen in der Vergangenheit.

Ich habe das oft, dass mir Dinge und Situationen sehr bekannt vorkommen. Doch ich erinnere mich nicht mehr daran, kann nicht benennen, an was es mich erinnert. So gings mir bei diesem Song. Eine unbewusste Vertrautheit. Und darum muss ich ihn auch immer wieder hören. Denn ich werde gerne an die Vergangenheit erinnert, auch wenn es sehr unkonkret ist.

Grundsatz: mit den Leuten zusammenarbeiten

Bei Gesprächen in dieser Nacht wurde mir einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, mit den Menschen zu sprechen, Sie ernst zu nehmen und in Entscheide einzubeziehen. Zusammenarbeit heisst nicht befehlen, sondern zusammen weiter zu kommen. Das Buch Leadership von General Rick Hillier (ein kanadischer General, der über seine Führungsgrundsätze schreibt) hat das am besten auf den Punkte gebracht: It’s all about people. Ich bin überzeugt, dass bei Misserfolgen diese Weisheit zu wenig bis gar nicht beachtet wurde. Ohne motivierte, mitdenkende Mitstreiter erreicht man nichts.

Beispiel 1: Feuerwehr Frauenfeld
Das Gespräch mit einem ehemaligen Angehörigen der Feuerwehr Frauenfeld zeichnet ein düsteres Bild. Er ist seit einiger Zeit nicht mehr dabei, weil sie ihn quasi zwingen wollten, Gruppenführer zu werden. Er war in seiner Funktion als Soldat sehr zufrieden und motiviert. Der Druckversuch von oben hat ihm die Lust genommen. Konsequenz: Die Feuerwehr verliert einen sehr fähigen, top motivierten Kameraden. Gewinn: nichts.  Gerade auch bei unteren Positionen ist es wichtig, sehr gut qualifizierte Leute zu haben. Es ist nicht nötig, jeden hinaufzubefördern, wenn er das gar nicht will. Der Umgang mit Druck ist eine sehr heikle Angelegenheit. Wenn er motiviert und fördert, ist das gut. Oft verärgert, belastet und demotiviert er.

Beispiel 2: Postauto
Ich unterhalte mich mit der Postautofahrerin. Sie beschwert sich darüber, dass man bei der Post entweder macht was einem gesagt wird oder sonst gehen muss. Das Bedürfnis von Mitarbeitern, mitzugestalten, sich einzubringen und Veränderungen anzustossen ist anscheinend zu wenig möglich. Obwohl ich wetten würde, es steht irgendwo in einem Leitbild, das nicht gelebt wird. Konkret ging es um zwei Routen, die sich über einen gewissen Streckenabschnitt decken. Nun war ihr verboten, einen Fahrgast an einer Haltestation auszuladen, die nicht in ihrem Plan war sondern in der anderen Linie. Obwohl sie sowieso da durchfahren würde und es praktisch keinen Mehraufwand wäre. Es zeigt: die Leute aus der Praxis sind meist pragmatischer, lösungsorientierter und kundenorientierter als gewisse Schreibtischtäter. Sie sollten in die Prozesse direkt eingebunden werden. Zudem haben Sie die vollen Konsequenzen (Reklamationen) zu tragen.

Mentalitätsunterschiede
Auch beim Feuerwehr-Beispiel habe ich gehört, dass das Vorbild aus Zürich kommt. Dort laufe das im professionellen Umfeld so. Ich merke je länger desto mehr: es gibt einen Mentalitätsunterschied zwischen Zürchern und Thurgauern. Wir mögen Befehle nicht sonderlich, sondern werden lieber in die Entscheidungsfindung mit einbezogen. In Zürich ist das anscheinend anders. Auch wenn das Ziel schlussendlich das selbe ist: es kommt auf den Ton an, wie man etwas sagt.

Fazit
Vielen ist nicht bewusst, dass sie auf den Goodwill der Mitarbeiter angewiesen sind. Ohne die Leute, die den Wagen ziehen, läuft überhaupt nichts. Wenn sie nicht zufrieden sind, Entscheide nicht nachvollziehen oder von (auch persönlichen) Problemen geplagt werden, leidet die Organisation. Wer das versteht, hat grosse Chancen auf Erfolg. It’s all about people.

Song of the month: Satellite von Rise Against

Kürzlich wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass wieder einmal ein song of the month fällig wäre. Überlegen musste ich nicht lange, es gibt wirklich fast immer einen Song, der gerade etwas stärker präsent ist bei mir. Zurzeit: einiges der Band Rise Against. Möglich, dass nicht alle Freude daran haben. Entweder ab dem Musikstil oder den teils linken Texten :-)

Gewählt hab ich den Song “Satellite” vom neuen Album Endgame. Auch textlich finde ich den Song cool. Schon die ersten Phrasen bringem Weisheiten mit sich:

you can’t feel the heat until you hold your hand over the flame. you have to cross the line just to remember where it lays.

PS: Bekannter ist übrigens der Song “Prayer Of The Refugee”: http://www.youtube.com/watch?v=9-SQGOYOjxs

PPS: Am 23. August gibt die Band im X-TRA in Zürich ein Konzert.

PPS: Rise Against ist nicht Rage Against the Machine

Einladung zur Vernisage

140 Twitter-Zeichen reichen nicht. Ich bekomme eindeutig zu wenig Einladungen für Kunstvernisagen. Sonst würde mich die Sprache nicht so faszinieren. Also zu den Details:

Künstler 1 (Skulpturen)
Ausgangspunkt ist eine plastische Formensprache, welche dem Betrachter den Geist des Ortes vermittelt. Ein Ruhepol entwickelt sich zur dynamische Expression im kontrastreichen Widerspruch einer sammelnden und orientierenden Form, welche sich in gleicher Weise dehnt und auflösen zu scheint. Die Auseinandersetzung mit dem Ort, die Suche nach dem adäquaten Verhältnis zwischen Körper und Aussenraum sowie die Entwicklung eines sich einbinden Ausdrucks ist der Antrieb des Künstlers. Dabei entstehen Skulpturen in gedanklich verlorener Tiefe. (Der Künstler) beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Formensprache und der Korrespondenz zwischen Form und Raum.

Künstler 2 (Malerei)
Farbe, Dynamik und die damit verbundene Ausdruckswelt fasziniert die Künstlerin seit Jahren. Ihre Arbeit als Managementcoach beeinflusst das Schaffen mit lebensphilosophischen Denkansätzen. Die Bilder erlauben eine Auseinandersetzung mit sich und der Welt, unterstützt durch Bildkompositionen und einer ganz individuellen Botschaft. (…) Die Künstlerin will ihre Betrachter zu einer Entdeckungsreise zu Schönheit, Sinnfindung und persönlichen Entwicklung einladen. Kunst entsteht im Einklang mit dem Betrachter.

Der letzte Satz finde ich noch beruhigend. Denn im Optimalfall bezahlt der Betrachter diese “Sinnfindung” auch.

(Bild (c) by nahlinse/flickr.com)